Vorwurf der kulturellen Aneignung

Winnetou-Bücher wegen „kolonialistischer“ Vorurteile zurückgezogen

Mika Ullritz als Winnetou in einer Szene des Films „Der junge Häuptling Winnetou“.

Mika Ullritz als Winnetou in einer Szene des Films „Der junge Häuptling Winnetou“.

Der Ravensburger Verlag hat zwei Jugendbücher zum Filmstart von „Der junge Häuptling Winnetou“ zurückgezogen. Es habe „viele negative Rückmeldungen“ gegeben, hieß es vom Verlag auf Instagram. Demnach seien Vorwürfe laut geworden, die Karl-May-Geschichten schürten „kolonialistische“ und „rassistische“ Vorurteile und seien ein Fall von unerwünschter „kultureller Aneignung“, schrieb der Bayerische Rundfunk.

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Ravensburger Verlag: „Gefühle anderer verletzt“

Der Verlag entschuldigt sich via Instagram: „Euer Feedback hat uns deutlich gezeigt, dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben. Das war nie unsere Absicht und das ist auch nicht mit unseren Ravensburger Werten zu vereinbaren. Wir entschuldigen uns dafür ausdrücklich.“

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Die beiden Titel sollen nun nach Angaben des Verlags in Bezug auf Themen wie Diversität oder kulturelle Aneignung überarbeitet werden. Dabei sollen auch externe Fachberater zurate gezogen werden. „Die Entscheidung, die Titel zu veröffentlichen, würden wir heute nicht mehr so treffen. Wir haben zum damaligen Zeitpunkt einen Fehler gemacht und wir können euch versichern: Wir lernen daraus“, heißt es weiter.

Nicht die erste Kritik dieser Art

Nicht zum ersten Mal wurde Kritik an den Winnetou-Geschichten von Karl May laut. Zuletzt warf eine Podcast­serie des MDR anlässlich des Saison­beginns der Aufführungen in Bad Segeberg im Juni die Frage auf, ob die Karl-May-Geschichten überhaupt noch in die heutige Zeit passen. An der Diskussion beteiligt ist unter anderem auch der Winnetou-Darsteller Alexander Klaws.

Winnetou in neuem Film nicht von Indigenem gespielt

Der neue Film „Der junge Häuptling Winnetou“ läuft seit dem 11. August in den Kinos. „Ich bin der Häuptlingssohn“: Mit diesen, von frühem Selbstbewusstsein kündenden Worten stellt sich Winnetou in dem 103-Minüter vor. Worte, gesprochen in Richtung von Tom, einem jungen, wie Winnetou sagt, „Pferdedieb“. Nicht ahnend, dass sich die beiden Jungen mit dem so unterschiedlichen Hintergrund anfreunden werden im Verlauf der Geschichte. Zuvor aber gilt es, sich größeren Anliegen zuzuwenden. Winnetous Vater nämlich hat schlechte Nachrichten: „Euer Häuptling kommt mit leeren Händen zurück. Die Büffel sind ausgeblieben.“ Der nächste Winter nähert sich. Und als dann auch noch ihre Vorräte in Flammen aufgehen, stehen die Apachen vor der Frage, ob sie das ihnen heilige Land verlassen sollen. Und Tom und Winnetou bekommen es zudem mit einem gefürchteten Verbrecher zu tun.

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Bei aller Betonung gemeinschaftlicher Werte („Ein einzelner Pfeil bricht leicht, viele Pfeile kann nichts brechen“) gibt es doch Momente, in denen einem die aktuelle Diskussion um „kulturelle Aneignung“ durch den Kopf geht: Sollten weiße Schauspieler Indigene oder People of Color überhaupt verkörpern dürfen? Obwohl sie etwa deren Unterdrückungserfahrungen gar nicht teilen?

Winnetou wird in dieser deutschen, laut Abspann in Kooperation mit dem Karl-May-Verlag entstandenen Produktion von keinem Indigenen, keinem Ureinwohner Nordamerikas verkörpert. Sein Darsteller trägt den Namen Mika Ullritz („Sturm der Liebe“), ist laut der den Film betreuenden Agentur Deutscher und lebt in München. An seiner Seite: Mimen wie Tim Oliver Schultz (geboren 1988 in Berlin), die Deutsche Xenia Georgia Assenza, der deutsch-türkische Schauspieler Mehmet Kurtuluş. Regisseur Mike Marzuk ist gebürtiger Oberbayer.

RND/nis mit dpa

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