Ein unkomplizierter Klassiker

Er kam, Salat und siegte: die Erfolgsgeschichte des Caesar Salad

Geboren in Mexiko, berühmt auf der ganzen Welt: Der Caesar Salad.

Caesar Salad ist in den USA nichts Geringeres als der Standardsalatteller. Es gibt ihn in etlichen Restaurants, viele Fastfoodimbisse bieten ihn an und in den Snackkarten zahlreicher Bars ist er ohnehin längst ein Klassiker. Caesar Salad ist in Bezug auf den Bekanntheitsgrad gewissermaßen der Nizza-Salat Amerikas.

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Eigentlich stammt das Gericht aus Mexiko

Angesichts seines Namens kommen schnell Vermutungen über eine womöglich lange Geschichte auf. Manche denken dabei an den römischen Herrscher Julius Cäsar, andere an César Ritz, den Gründer des legendären Pariser Hotels Ritz. Am Ende aber landen alle stets bei derselben Erkenntnis: Keiner der beiden hat auch nur im Entferntesten etwas mit der Entstehung des Caesar Salad zu tun. Es war Caesar Cardini, ein italienischer Einwanderer, der ihn 1924 in Windeseile erfunden haben soll. Und dies nicht mal in den USA – der Caesar Salad stammt aus Mexiko.

Nach mehreren Anläufen, sich selbstständig zu machen, hatte sich Cardini in Tijuana mit seinem Restaurant Caesar‘s Place niedergelassen, unweit der Grenze zu Kalifornien. Das Geschäft lief passabel: Weil in den USA wegen der Prohibition kein Alkohol verkauft werden durfte, kamen Amerikaner herüber nach Mexiko, um zu trinken – unter anderem in Cardinis Lokal.

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Eine Erfindung aus der Not heraus

Am 4. Juli 1924, dem amerikanischen Nationalfeiertag, soll der Gas­tronom von durstigen US-Bürgern geradezu überrannt worden sein. Jeder hatte wegen der Feierlichkeiten frei, und jeder wollte offenbar die Gunst der Stunde nutzen, um in Mexiko ein bisschen das aufzuholen, was daheim verboten war.

Cardini soll angesichts des Ansturms eine pragmatische Idee gehabt haben: Weil die Vorräte seiner Standardgerichte nicht für vielen Gäste ausreichten, erfand er eine neue Speise aus dem, was die Küche so hergab: den Caesar Salad. So die Überlieferung – allerdings haben im Laufe der Jahrzehnte auch mehrere seiner Angestellten behauptet, dass sie die wahren Erfinder gewesen seien. Wer es am Ende wirklich war, bleibt wohl ein ewiges Geheimnis.

Das Original besticht durch wenigen Zutaten

Die Zubereitung hingegen ist denkbar einfach und keinesfalls geheim – selbst wenn man keine Fertigsoße aus dem Supermarkt nutzt, die inzwischen in aller Welt erhältlich ist: Zwei Knoblauchzehen zerdrücken und in 150 Milliliter Olivenöl einlegen. Vier Scheiben Weißbrot in Würfel schneiden, mit dem Knoblauchöl übergießen und bei 200 Grad für 15 Minuten backen. Für das Dressing ein Eigelb, den Saft einer halben Zitrone, einen Esslöffel Olivenöl, je eine Prise Salz und Pfeffer sowie einen Spritzer Worcestersoße vermischen. Vier kleine oder zwei große Romana-Salatherzen zerlegen, in Croutons und Dressing schwenken und 50 Gramm geriebenen Parmesan darüber streuen.

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Ursprünglich wurden die Salatblätter als Ganzes auf dem Teller drapiert. Und es fehlten auch die heute oft üblichen Anchovis – der besondere Geschmack sollte sich allein durch die Worcestersoße ergeben. Auch Geflügelstreifen gehörten ursprünglich ebenfalls nicht dazu. Gleichwohl sind sie eine runde Abwandlung – ähnlich wie ein Stück gebratenes Lachsfilet, das perfekt dazu passt.

Ein internationaler Erfolg wurde der Caesar Salad erst ein paar Jahre nach dem besagten Nationalfeiertag: 1929 siedelte Cardini ein paar Blocks weiter um in sein neues Hotel Caesar‘s. Und das entwickelte sich schnell zum Anziehungspunkt für damalige Hollywoodgrößen. Auf der Karte stand hier natürlich auch der Caesar Salad, und der verbreitete sich von Tijuana via Hollywood schließlich in alle Welt.

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