Deftige Stärkung in der Winterzeit

Geschichtsträchtige Stärkebeilage: So gelingen Kartoffelklöße garantiert

Besonders im Winter als Beilage zu deftigen Gerichten sind Knödel beliebt.

Besonders im Winter als Beilage zu deftigen Gerichten sind Knödel beliebt.

Er dampft, er riecht gut und leuchtet goldgelb – aber einen Kartoffelkloß aus dem dünnen Säckchen zu pulen, das sich Kochbeutel nennt, um ihn anschließend in eine Schüssel plumpsen zu lassen, bereitet nicht gerade Appetit. Denn nicht selten zerfällt er dabei zu einer wabbligen Masse. Dennoch werden Kartoffelklöße aus der Fertigpackung vermutlich auch in diesem Winter häufig aufgetischt. Sie gehören nun mal traditionell zu Gans und Co. Und sie selbst zu machen, noch dazu für die Großfamilie, verursacht in der Regel noch mehr Arbeit als so mancher Braten. Doch es lohnt sich.

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Der Kloß – oder auch Knödel – ist geschichtsträchtig. Nicht unbedingt im historischen Sinne, wohl aber, was die Legendenbildung angeht. Viele Regionen beanspruchen seine Erfindung: Bayern, Franken, Tirol, Thüringen, das Vogtland, Böhmen und Schlesien.

Erste schriftlich festgehaltene Rezepte sind über 200 Jahre alt

Wer den ersten Kartoffelkloß formte, ist nicht bekannt, wohl aber, wer ihn warf: ein Grafiker aus dem Münchner Stadtteil Pasing, der sich Ende der 1960er-Jahre darüber ärgerte, dass täglich Starfighter der Bundesluftwaffe sein Haus überflogen. Er wehrte sich dagegen mit einem selbst gebauten Katapult – als Munition dienten ihm Kartoffelklöße. Das brachte ihm nicht nur weltweite mediale Aufmerksamkeit und einen Karnevalsorden ein: In diesem viel belachten „Pasinger Knödelkrieg“ gab sich die Luftwaffe schließlich geschlagen und änderte ihren Landeanflug auf den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck.

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Der Knödel als Friedensstifter – das funktioniert mitunter auch bei Familienzusammenkünften. Wenn es allen schmeckt, gibt es weniger Streit. Es sei denn, man übertreibt es mit dem Kloßgenuss. Etwa so wie der Angeber Peter in Erich Kästners Gedicht „Die Sache mit den Klößen“. Peter prahlt, er könne dreißig essen. „Doch nach fünfzehn Klößen endlich sank – er stöhnend von der Küchenbank.“

Tatsächlich entspringt die Knödeldichte zu Weihnachten weniger der Lust auf Gelage: Bis 1917 gab es mit dem Adventsfasten eine zweite Fastenzeit. Sie reichte von Mitte November bis zum ersten Weihnachtstag. Fleisch war tabu. Man behalf sich mit sättigenden Kartoffeln. Erste schriftlich festgehaltene Knödelrezepte aus Deutschland stammen aus der Zeit um 1800. Seitdem gehören sie hierzulande traditionell zum Weihnachtsessen.

Rezept für klassische Kartoffelknödel

Eine Kartoffelpresse ist nicht unbedingt erforderlich, macht die Zubereitung aber einfacher. Folgendes Rezept reicht als Beilage für vier Personen: Ein Kilogramm mehlige Kartoffeln kochen. Ohne Presse über Nacht abkühlen lassen, dann schälen und reiben. Ansonsten in heißem Zustand schälen und sofort durch die Kartoffelpresse drücken. Die Masse am besten auf einem Backblech gut verteilen. Darüber zwei Drittel von etwa 150 Gramm Mehl streuen, mit Salz und Muskatnuss würzen und alles zu lockeren Bröseln vermischen. Zwei mittelgroße Eier verquirlen und unter den Teig ziehen. Alles miteinander verkneten. Und zwar sachte, damit der Teig nicht zu weich wird. Fällt er auseinander, noch etwas Mehl hinzufügen. Anschließend mit mehlbestäubten Händen kleine Portionen abteilen und diese zu Kugeln formen.

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Die Klöße in reichlich kochendes Salzwasser geben, zugedeckt kurz aufkochen lassen und dann halb offen etwa 15 Minuten ziehen lassen – bis alle Klöße an der Oberfläche auftauchen. Mit der Schaumkelle herausheben, abtropfen lassen und mit in Butter gebräunten Semmelbröseln oder Petersilie garnieren.

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