Mehr als „eine Nacht drüber schlafen“

Wie treffe ich eine richtig gute Entscheidung?

Welche Richtung ist die richtige? Entscheidungen zu treffen ist manchmal schwer.

Welche Richtung ist die richtige? Entscheidungen zu treffen ist manchmal schwer.

Pizza oder Pasta? Meer oder Berge? Wohnung in der Großstadt oder Haus auf dem Land? Im Alltag müssen Menschen zahlreiche Entscheidungen treffen. Manche davon sind eher banal, andere haben eine große Auswirkung auf das Leben. Doch aus zwei oder mehreren Alternativen zu wählen ist gar nicht so leicht.

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Wie man das richtig gut hinbekommt, weiß Thomas Bergner. Der Arzt und Coach hat das Buch „Gute Entscheidungen treffen“ (Klett-Cotta, 329 Seiten, 32 Euro) geschrieben.

„Eine gute Entscheidung bringt uns weiter in die Richtung, in die wir wollen. Sie tut uns gut“, sagt Bergner. Außerdem schade man mit ihr keiner anderen Person, Institution oder der Umwelt. Zumindest grobe oder gar bewusste Verletzungen gelte es zu vermeiden, erklärt der Fachmann. Wie das im Alltag funktioniert? Hier verrät der Entscheidungsexperte einige seiner Tricks.

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So treffen Sie eine gute Entscheidung

Die Auswahl reduzieren: In den Supermarktregalen stapeln sich Dutzende beinahe identische Produkte. Wer eine Ausbildung oder ein Studium anfangen möchte, muss aus Tausenden die oder das richtige wählen. Bergner rät, eine Vorauswahl zu treffen. Aus diesen reduzierten Alternativen wählt man dann eine aus. Als Beispiel nennt er den Kauf eines neuen Autos. Zunächst könne man sich auf zwei Marken beschränken. Anschließend überlegt man, wie groß das Auto sein soll. Nach und nach schränkt man die Auswahl so immer weiter ein.

Einmal für immer entscheiden: „Bestimmte Inhalte kann man einmal im Leben grundsätzlich entscheiden und sich fortan daran halten“, sagt der Experte. Ein prominentes Beispiel ist Mark Zuckerberg, der jeden Tag ein ähnliches graues T-Shirt trägt – und keine Energie mehr darauf verwendet, zu überlegen, welche Kleidung er anzieht. Andere Menschen essen jeden Tag das gleiche zum Frühstück oder kaufen immer die gleiche Zahnpasta. „Natürlich sollte aber auch nicht die gesamte Spontanität unterbunden werden“, rät Bergner.

Wer sehr viele Entscheidungen trifft, blickt irgendwann nicht mehr durch.

Decision Fatigue im Job: Was sind die Folgen für Mitarbeitende und Unternehmen?

Manche Menschen müssen in ihrem Beruf viele und schwierige Entscheidungen treffen. Das kann auf Dauer erschöpfend wirken. Was sind die Folgen für das Unternehmen – und was hilft gegen Entscheidungsmüdigkeit?

Den Alltag strukturieren: Wer Struktur schafft, entwickelt irgendwann Gewohnheiten und Routinen. Der Vorteil ist, dass diese fast automatisch ablaufen. Somit geht keine Energie für Alltagsentscheidungen verloren. „Ich esse mittags warm, abends nie. Tagsüber trinke ich nur Wasser. Die Cola im Kühlschrank interessiert mich gar nicht“, nennt Bergner Beispiele.

Unwichtiges anderen überlassen

Den Blickwinkel ändern: „Kann man das auch anders sehen? Das ist eine wichtige Frage. Die Antwort darauf lautet eigentlich immer: Natürlich kann man das anders sehen“, sagt der Coach. Wer das Framing ändert, also eine Entscheidung aus einer anderen Perspektive betrachtet, löst den Knoten im Kopf ein bisschen.

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Andere Unwichtiges entscheiden lassen: In welchem Lokal essen wir heute? Spülmittel mit Zitronen- oder Hibiskusduft kaufen? An den Badesee oder ins Freibad fahren? Solche eher unwichtigen Entscheidungen kann man anderen überlassen, um selbst einen klaren Kopf zu bewahren.

Sich dem eigentlichen Thema nähern: Manchmal neigen Menschen dazu, wichtige Entscheidungen aufzuschieben und sich stattdessen scheinbar leichteren zu widmen. Putzen statt Bewerbungen schreiben ist ein klassisches Beispiel. Hier kann es helfen, sich zu fragen: „Was will ich wirklich? Geht es wirklich um dieses Thema?“ Wer darauf eine Antwort findet, dem fällt die Entscheidung leichter.

Eine Nacht über Entscheidungen schlafen

Wichtige Entscheidungen morgens treffen: Morgens sind wir – bestenfalls – ausgeschlafen und mental fit. Deshalb eignet sich diese Zeit des Tages, um wichtige Beschlüsse zu fassen. „Außer, wenn Sie die Nacht durchgefeiert haben, dann natürlich nicht“, schränkt der Experte ein.

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Kein Druck: Manchmal steckt man in einem Meeting oder Verkaufsgespräch fest und soll sofort eine Entscheidung treffen. Druck baut sich auf. Bergner rät, in solchen Fällen kurzzeitig die Situation zu verlassen – und sei es nur mit der Entschuldigung, auf die Toilette gehen zu müssen. Dort könne man sich ablenken, etwa mit einem Spiel auf dem Smartphone. Meist melde sich dann die Intuition und helfe, die richtige Entscheidung zu treffen. „Die Intuition ist nämlich leise und nicht so laut wie das Bauchgefühl“, sagt der Coach.

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Eine Nacht drüber schlafen: Soll ich den Job annehmen oder nicht? Ist die besichtigte Wohnung wirklich die richtige? Solche wichtigen Entscheidungen sollten auch das Unterbewusstsein passieren. Deshalb rät der Experte, stets eine Nacht drüber zu schlafen – besonders wenn man unbedingt etwas kaufen möchte. Am nächsten Tag erscheinen die teure Handtasche oder die riesige Couch vielleicht gar nicht mehr so unabdingbar wie im Laden oder beim gestrigen Surfen im Internet.

Deadlines mit Datum setzen

Entscheidungen treffen, bevor man muss: Wer mit Einkaufsliste in den Supermarkt geht, lässt sich nicht von den Sonderangeboten vor Ort locken. Wer vor dem Gang ins Fast-Food-Restaurant entscheidet, welchen Burger er oder sie essen möchte, lässt sich kein ganzes Menü aufschwatzen. „Ich rate dazu, Entscheidungen zu treffen, bevor man muss, wenn das geht“, sagt Bergner.

Deadlines setzen: Diäterfahrene werden den Satz sehr gut kennen: „Übermorgen fange ich an!“ Das sei keine gute Idee, meint der Experte. „Übermorgen ist immer übermorgen. Deadlines sollten stets ein konkretes Datum haben“, lautet sein Tipp.

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„Gut“ reicht: Ist dieser Glasreiniger wirklich der beste? Könnte es nicht noch einen besser zu mir passenden Partner oder eine besser passende Partnerin geben? Bergner rät, nicht nach dem Optimum zu streben. „Besser geht immer. Aber das zu erreichen dauert ewig. Es kostet Zeit und Geld“, erklärt der Coach und fügt hinzu: „Es muss passen. Fertig.“

Abwarten, nicht grübeln

Die Zeit nach dem Ziel bedenken: Endlich ist der Abschluss geschafft. Auf einmal wird eine Menge Zeit und Energie frei, die jemand vorher in das Erreichen des Ziels gesteckt hat. Diese Leere kann unangenehm sein. „Wer sie vermeiden will, trifft vielleicht gar keine Entscheidung“, sagt Bergner. Deshalb solle jede und jeder sich Gedanken machen, wie sie oder er damit umgeht, wenn das große Ziel erreicht ist.

Entscheidungen nicht hinterfragen: Außer, es ist zwingend nötig. Der Experte rät: „Den Verlauf wachsam und mit Gelassenheit beobachten, nicht grübeln.“

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