List

76-Jährige tot aus Kanal in Hannover geborgen

Eine 76 Jahre alte Frau ist im Mittellandkanal in der List ertrunken. Nach Angaben der Polizei liegen keine Hinweise auf Fremdverschulden vor. Erst in der vergangenen Woche war ein 19-Jähriger in Seelze im Zweigkanal Linden verunglückt. Die Behörden warnen vor zu großer Leichtfertigkeit beim Baden in diesen Gewässern.

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Am Ufer des Mittellandkanals in Höhe der Grethe-Jürgens-Straße hatten Spaziergänger am Montag gegen 8 Uhr ein rotes T-Shirt, schwarze Slipper, ein Badetuch und einen Schlüsselbund entdeckt. Sie verständigten die Polizei. Die Suchaktion, an der auch Helfer der Feuerwehr und der Wasserschutzpolizei beteiligt waren, verlief zunächst ergebnislos. Mithilfe eines Sonarbootes, das den Bereich zwischen Wasseroberfläche und Gewässergrund sichtbar macht, konnte dann eine Ortung erfolgen. Kurze Zeit später fanden Taucher den leblosen Körper.

Anfangs konnte die Tote nicht identifiziert werden, da sie keinerlei Ausweispapiere bei sich hatte. Eine Mitarbeiter einer Pflegedienstfirma hatte die Frau jedoch am Nachmittag vermisst gemeldet. Nach der Wohnungsüberprüfung konnten die Ermittler die 76 Jahre alte Frau eindeutig identifizieren.

Das Baden im Mittellandkanal ist, ebenso wie in der Leine, grundsätzlich nicht verboten – allerdings mit Einschränkungen. So ist das Schwimmen im Bereich bis zu 100 Metern ober- und unterhalb von Brücken, Wehren, Hafeneinfahrten, Schleusen und Kaimauern grundsätzlich nicht gestattet. Verstöße werden mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren oder Bußgeld geahndet, sagte Karsten Wolff von der Zentralen Polizeidirektion (ZPD), zu der auch die Wasserschutzpolizei gehört.

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„Derzeit wird die Wasserschutzpolizei beinahe täglich alarmiert, weil irgendwo wieder jemand von einer Brücke gesprungen ist“, sagte Wolff. Der Mittellandkanal sei lediglich rund vier Meter tief. „Die Leute entsorgen im Kanal illegal Sperrmüll – deshalb ist das Springen von Brücken lebensgefährlich“, fügte der ZPD-Sprecher hinzu. Zuletzt wurde die Polizei am Sonntag zur Kanalbrücke in Seelze gerufen. Zeugen hatten beobachtet, wie mutmaßlich angetrunkene Jugendliche von der Brücke sprangen. Die Beamten trafen am Ufer zwar etwa zehn Jugendliche an, konnten aber ansonsten nichts feststellen. Der 19-jährige Schwimmer, der am vergangenen Donnerstag im Zweigkanal Linden beim Tauchen verunglückte, wird nach wie vor in einer hannoverschen Klinik behandelt und künstlich beatmet. Nach Angaben der Ärzte ist sein Kreislauf stabil.

Nur für geübte Schwimmer

Die größte Gefahr beim Baden in der Leine geht von den Unterströmungen in dem Fluss aus: „Das ist eigentlich nur etwas für geübte Schwimmer“, erklärt Polizeisprecher Karsten Wolff. Außerdem könne es, wegen der extrem unterschiedlichen Temperaturen der Luft und des Wassers, schnell zu Kreislaufproblemen kommen. „Am besten ist, man hat immer eine Person am Ufer stehen, die im Notfall Hilfe holen kann“, so Wolff.

Gefährliche Sogwirkung

Immer wieder weist die Polizei auf die Risiken beim Baden im Mittellandkanal hin. Gefährlich sei vor allem die Sogwirkung vorbeifahrender Binnenschiffe. Aber auch die Geschwindigkeit der Kanalschiffe werde von Schwimmern oft unterschätzt. Aufgrund der Massenträgheit habe ein Frachtschiff einen Anhalteweg vom mehreren 100 Metern und könne im Ernstfall einem Schwimmer kaum ausweichen.

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