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Schulpolitik

Ampel-Bündnis erwägt Gründung neuer Gesamtschule

Hannover braucht mehr Schulplätze, jetzt erwägt die Ratsmehrheit den Bau von zwei neuen Schulen.

Hannover braucht mehr Schulplätze, jetzt erwägt die Ratsmehrheit den Bau von zwei neuen Schulen.

Hannover. Nach dem heftigen Streit im Schulausschuss über den Bau eines neuen Gymnasiums raufen sich die Ampel-Partner (SPD, Grüne, FDP) wieder zusammen, doch ein Grummeln ist nicht zu überhören. SPD und FDP lasten den erneuten Koalitionskrach vor allem den Grünen an. „Wie lang sind eigentlich die Halbwertszeiten von Zusagen bei den Grünen?“, fragt sich ein Vertreter der Ampel. Die Grünen stellten Ideologie über Elternwillen, meint ein anderer. Offiziell heißt es aus allen drei Parteien: Die Ampel steht.

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Hintergrund der Querelen ist der Bau eines 18. Gymnasiums. Nach Informationen der HAZ hatten sich die schulpolitischen Sprecher der drei Fraktionen zusammengesetzt, konnten aber keine Einigung erzielen. Die Grünen präferierten den Bau einer Gesamtschule, mindestens aber ein reformpädagogisch orientiertes Gymnasium. Das war mit der FDP nicht zu machen. Die Verhandlungen wurden auf die Führungsebene der Fraktionen verlagert. Dort fand man nach langen Diskussionen eine gemeinsame Linie: Ein inklusives Gymnasium solle entstehen.

Doch im Schulausschuss wurde deutlich, dass nicht alle Grünen den gemeinsamen Antrag mittragen. Grünen-Ratsfrau Regine Kramarek, zugleich Bürgermeisterin, verlas eine persönliche, kritische Stellungnahme und zog nebenbei das Ampel-Bündnis in Zweifel. SPD und FDP waren verärgert, die Wogen schlugen hoch. Am Ende kam es nicht zu einem Beschluss, die SPD vertagte die Entscheidung über das neue Gymnasium. Nach der Sitzung habe es innerhalb des Bündnisses „enormen Klärungsbedarf“ gegeben, heißt es aus Ampel-Kreisen.

Jetzt versichern die Grünen, dass ein Koalitionsbruch nicht zur Debatte steht. „Wir stehen hinter dem Antrag“, sagt Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis. Sie halte jedoch den Standort für das neue Gymnasium auf dem Schützenplatz in Bemerode gleich neben einer Gesamtschule für schwierig. Leistungsorientierte Schüler entschieden sich voraussichtlich fürs Gymnasium, sodass die IGS ihre Mischung aus starken und schwachen Schülern verliere. „Das ist eben der Markt“, meint FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

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Das Grummeln im Hintergrund dürfte bald verstummen, denn es deutet sich ein Kompromiss an. Die Grünen können sich für den Vorschlag der Schülervertretung im Ausschuss erwärmen, zusätzlich zum Gymnasium noch eine IGS zu gründen. Dem stimmt auch die SPD zu. „Als wachsende Stadt brauchen wir ohnehin mehr Schulplätze“, sagt SPD-Schulpolitikerin Afra Gamoori. Auch die FDP ist nicht abgeneigt. „Wir schreien zwar nicht Hurra bei einer neuen Gesamtschule, aber letztlich brauchen wir mehr Kapazitäten“, sagt Engelke.

Von Andreas Schinkel

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