Guerilla-Aktion

Antifa gibt Straßen in Hannover Namen von NSU-Opfern

Die Antifa hat in Hannover mehrere Straßen der Stadt nach Opfern des NSU-Terrors benannt.

Die Antifa hat in Hannover mehrere Straßen der Stadt nach Opfern des NSU-Terrors benannt.

Hannover. Etliche Straßen in Hannover tragen überraschend neue Namen – allerdings ohne Ratsbeschluss. Hintergrund ist eine plakative Aktion der linksgerichteten hannoverschen Antifa: Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass seit fünf Jahren der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) läuft, die neun Menschen getötet haben. Die Straßenschilder tragen Namen der Getöteten. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

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Aus Woermannstraße wird Mehmet-Turgut-Straße

In einem Internetvideo, das die Gruppe Antifa Infamous Hannover veröffentlicht hat, heißt es, man habe gezielt Straßen ausgesucht, „bei denen eine Umbenennung längst überfällig war“, weil die Namensgeber politisch nicht mehr tragbar seien. Im knapp zweiminütigen Video sind unter anderem die Schilder der Fritz-Beindorff-Allee, des Trammplatzes und der Julius-Brecht-Straße zu sehen. Mit Kleister und Papier überkleben die Aktivisten die Schilder. So wird zum Beispiel aus der Woermannstraße die Mehmet-Turgut-Straße und aus dem Frenssenufer das Enver-Simsek-Ufer. In dem Prozess wird in Kürze das Urteil erwartet.

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Mehmet Turgut wurde 2004 in Rostock erschossen. Enver Şimşek starb im Jahr 2000 an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg. Auch er wurde erschossen. Şimşek gilt als das erste Opfer des NSU.

Von Peer Hellerling

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