Leibniz Universität Hannover

Audimax-Besetzung: Studenten befürchten Räumung

Die Besetzer hatten Uni-Präsident Prof. Erich Barke am Freitag zu einem Gespräch für Montag sowie für Mittwoch jeweils um 18 Uhr eingeladen. „Wir haben noch keine Antwort bekommen“, sagte AStA-Sprecher Jan Drewitz am Sonntag.

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Der Konflikt entzündet sich daran, dass durch die Besetzung des größten Hörsaals mit 650 Plätzen Hunderte Studenten vom Lehrbetrieb ausgeschlossen sind. Barke hatte vergangene Woche selbst mehrmals im besetzten Hörsaal für eine andere Lösung geworben: eine Besetzung bei gleichzeitig laufendem Vorlesungsbetrieb. Am Freitag kündigte er an, das Audimax räumen zu lassen und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch zu stellen, sollten die Besetzer nicht einlenken.

Aus Sicht der protestierenden Studenten stellt sich die Situation anders dar. „Wir haben es selbstständig hingekriegt, alle Veranstaltungen, die sonst im Audimax laufen, in andere Räume zu verlegen“, sagt Jan Drewitz. Eine Arbeitsgruppe habe am Wochenende mit Informationen des Gebäudemanagements Ausweichmöglichkeiten organisiert. Nur für eine Vorlesung, die Mittwoch um 14 Uhr stattfindet, sei noch keine Lösung gefunden. „Es liegen deshalb keinerlei Gründe mehr vor, den Saal räumen zu lassen“, sagte einer der Besetzer. Die Möglichkeiten zur Verlegung der Veranstaltungen seien dem Präsidium und den betroffenen Dozenten per E-Mail mitgeteilt worden.

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Die Studenten, die sich mit ihrer Hörsaal-Besetzung wie in anderen Städten für Studienverbesserungen und eine Reform des Bachelor- und Masterstudiums einsetzen, hoffen weiter auf ein Gespräch mit Barke. „Wir haben klare Forderungen, über die wir mit dem Präsidenten diskutieren möchten, und die alle durch die Uni-Leitung in Hannover umsetzbar wären“, sagt ein Student.

Die Besetzer distanzieren sich zudem von einem Vorfall, durch den am Donnerstag im Eingangsbereich zum Audimax ein Feueralarm ausgelöst wurde. Sachbeschädigungen dürften nicht Teil von Aktionen sein, die aus der Gruppe der Besetzer hervorgingen, heißt es. Die protestierenden Studenten planten gestern, an anderen Standorten der Uni in Hannover wie dem Conti-Campus für ihre Besetzungsaktionen zu werben.

Der unionsnahe Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) erklärte unterdessen, er begrüße grundsätzlich alle Initiativen von Studierenden, die darauf zielen, den Bologna-Prozess inhaltlich zu verbessern und bestehende Mängel zu beheben. Die Besetzung des Audimax dürfe dabei jedoch nur Teil eines Gesamtkonzepts sein. Doch dieses Gesamtkonzept könne der RCDS nicht erkennen. Der RCDS kritisiert zu große Seminare, zu wenig Dozenten und unübersichtliche Prüfungsordnungen.

von Bärbel Hilbig
 und Bernd Haase

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