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HAZ-Aktion

Aus dem klassischen Kiosk wird eine Brausebude

Die Schwestern Mirjana (li.) und Sonja Schütze haben an der Hildesheimer Straße 258 eine Brausebude eröffnet und nehmen am Kiosktag teil.

Die Schwestern Mirjana (li.) und Sonja Schütze haben an der Hildesheimer Straße 258 eine Brausebude eröffnet und nehmen am Kiosktag teil.

Hannover.Diese Brausesorten muten mutig an: Johannisbeer-Vanille, Basilikum, Lakritz-Cola, Tannenwald, Birne-Rosmarin und etliche andere Limonaden in diversen Geschmacksrichtungen füllen die Regale der neuen Brausebude an der Hildesheimer Straße 258 in Döhren. Verkauft werden sie durch ein schmales, klassisches Kioskfenster von den Schwestern Mirjana und Sonja Schütze. Zigaretten, Bier und die bekannte Coca Cola sucht man vergebens. „Nur bunte Tüten könnte es bald wieder geben“, sagt Mirjana Schütze. Seit Anfang des Jahres nutzen die Schwestern den ehemaligen Kiosk als Büro und Verkaufsraum mit völlig neuem Konzept. „Wir organisieren seit vier Jahren Streetfood-Märkte und hatten nach einem Büro gesucht“, erzählt Sonja Schütze. Die Schwestern wohnen in der Südstadt und Döhren, der Kiosk war in die Jahre gekommen. Also wurde man sich mit dem Vermieter einig und verbindet nun Marktplanung mit Brauseverkauf. „Wir bieten auch auf den Märken Limonaden an und wollen kleine, nachhaltige Unternehmen stärken“, sagt Mirjana Schütze. Der Brausemarkt abseits der klassischen Cola hat sich seit dem Bionade-Boom vor fast 20 Jahren sehr entwickelt. „Man kann das gut mit der umtriebigen Craftbeer-Szene vergleichen.“ Es gibt Brause mit hohem Hopfenanteil, mit Lavendelnoten, mit viel und wenig Zucker. Die Auswahl ist riesig.

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Zweiter Kiosktag läuft am 3. August

Im vergangenen Jahr feierte der HAZ-Kiosktag Premiere. Unterstützt vom Kulturbüro der Stadt, der Privatbrauerei Herrenhausen und vielen Künstlern gab es Konzerte, Lesungen und Ausstellungen zur hannoverschen Kioskdichte und zum Kiosk als Ort der Begegnung. Das Musikzentrum lud zu Konzerten direkt am Kiosk, Kinos wie das Apollo-Kino und das Lodderbast zeigten auf das Kiosk-Thema abgestimmte Filme, das Team der Kulturhauptstadt präsentierte einen Beteiligungskiosk, und ehemalige Kioskbetreiber wie Liane Korbach luden zu Erinnerungscafés natürlich in einem Kiosk ein. Auch in diesem Jahr soll die hannoverschre Kioskkultur vielseitig gefeiert werden. Die HAZ-Redaktion möchte erneut die typischen Treffpunkte in der Nachbarschaft und die Einzelhandelsstrukturen stärken und am Sonnabend, 3. August, zum Mittelpunkt des Geschehens machen. Künstler und Kioskbetreiber sind entsprechend aufgerufen, sich am Kiosktag zu beteiligen und Ideen einzubringen, die HAZ-Redaktion hilft bei der Vermittlung. Ob Brettspielabend, Chorauftritte, Single-Party, Brauseverkostung oder Mini-Flohmarkt vor dem Kiosk: die Redaktion freut sich auf Ihre Ideen und ist per Mail an jan.sedelies@haz.de Ansprechpartner für die kleinen und großen Aktionen.

Streetfood-Markt-Planung von der Brausebude aus

Die Schwestern bieten zur Übersicht regelmäßig Verkostungen an. Man trifft sich an der Bude, erfährt Wissenswertes zu Brausen, Inhaltsstoffen und Herstellern und probiert einfach. Entsprechend offen reagierten die Nachbarn auf die neuen Betreiberinnen. „Mittlerweile haben wir Stammgäste, aber auch Kunden, die sich gezielt für ein Krimi-Dinner beraten lassen“, sagt Mirjana Schütze. Nebenbei planen sie weiterhin mit ihrer Agentur „Fremd.Essen“ Streetfood-Märkte von Stadthagen bis zum Steinhuder Meer. Sie selbst haben einst einen Pferdeanhänger zu einem eigenen Foodtruck ausgebaut.

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Klassische Kioskkultur ist im Wandel

Einen klassischen Kiosk wollten sie nie betreiben. „Ich denke dann immer an verrauchte Lagerräume und glaube, dass es in Hannover derzeit einen Generationswechsel unter Kioskbetreibern gibt“, sagt Mirjana Schütze. Die Menschen suchen nach neuen Konzepten und Ideen. Trotzdem haben sie die alten Eisschilder des Kiosks aufbewahrt und als Wandschmuck aufgehangen. Die traditionsreiche Kioskdichte in Hannover ist legendär. „Darum wollen wir auch beim nächsten Kiosktag teilnehmen.“ Genügend Brause und Geschmackssorten für eine Verkostung stehen auf jeden Fall bereit.

Die nächste reguläre Brause-Verkostung läuft am 12. April in der Brausebude. Anmeldungen sind über die Internetseite www.fremdessen.com möglich –oder man sagt direkt am Budenfenster Bescheid. Die Kosten liegen etwa bei 25 Euro samt Snacks.

Von Jan Sedelies

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