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Amtsgericht Hannover

Autofahrerin haftet komplett für Auffahrunfall

Linksabbieger von der Hildesheimer Straße auf den Südschnellweg begegnen sich in der Diagonale. Die Autos der beiden Frauen stießen auf Höhe der Straßenbahnschienen zusammen.

Linksabbieger von der Hildesheimer Straße auf den Südschnellweg begegnen sich in der Diagonale. Die Autos der beiden Frauen stießen auf Höhe der Straßenbahnschienen zusammen.

Hannover.Wer einem anderen Autofahrer mit seinem Wagen ins Heck fährt, also einen Auffahrunfall verursacht, muss triftige Gründe haben, um nicht für den gesamten Schaden zu haften. Eine Autofahrerin aus Wolfsburg und ihre Haftpflichtversicherung sind jetzt am Amtsgericht Hannover mit dem Versuch gescheitert, die Fahrerin eines Audi A4 zumindest zu 50 Prozent in Regress zu nehmen. Zivilrichterin Martina Hollah verurteilte die Versicherung, dem Besitzer des Audi – dies ist der Ehemann der 60-jährigen Fahrerin – einen überfälligen Betrag von 1468 Euro plus 202 Euro Rechtsanwaltskosten zu erstatten. Der Unfall hatte sich im Juli 2017 an der Kreuzung von Hildesheimer Straße und Südschnellweg ereignet; die beteiligten Fahrzeuge wollten aus Süden kommend nach links in die Willmerstraße abbiegen und waren auf den Straßenbahnschienen zusammengestoßen.

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Die Wolfsburgerin, die den vor ihr befindlichen Audi demolierte, hatte vor zwei Wochen in einer Gerichtsverhandlung argumentiert, die Audifahrerin habe urplötzlich und grundlos mitten auf der Döhrener Kreuzung gestoppt. Die 60-Jährige habe ihr noch vor Ort erklärt, sie habe aus „Angst vor Gegenverkehr“ angehalten. Doch nach Auffassung von Richterin Hollah konnte die Fahrerin aus Wolfsburg diesen grundlosen Halt nicht beweisen. Sie selbst habe sogar eingeräumt, dass sie wegen einer Baustelle auf der linken Linksabbiegerspur keine gute Sicht auf die Fahrzeuge vor sich gehabt habe und ihr der Audi für ein bis zwei Sekunden aus dem Blick geraten sei. Ob sich der Gegenverkehr tatsächlich schon in Bewegung gesetzt hatte, als die beiden Wagen noch über die Kreuzung rollten, lässt sich nach Ansicht des Gerichts nicht mehr aufklären. So kam Martina Hollah zu dem Schluss, dass die Wolfsburgerin der 60-Jährigen schlicht zu nah aufgefahren war und offenbar nicht die nötige Sorgfalt hatte walten lassen.

Von Michael Zgoll

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