Linden-Mitte

Autohaus Gessner & Jacobi plant Neubau

Das Autohaus Gessner & Jacobi bauen baut in der Falkenstraße an.

Das Autohaus Gessner & Jacobi bauen baut in der Falkenstraße an.

Linden-Mitte. Ein Traditionsunternehmen erweitert sich: Das Autohaus Gessner & Jacobi will an seinem angestammten Standort in der Falkenstraße ein neues Ausstellungsgebäude errichten. In dem Neubau sollen künftig Neuwagen der Marke Volkswagen ausgestellt werden. Mehr als eine Million Euro will Heinrich Jacobi in das Gebäude investieren, das auf dem Eckgrundstück zur Jacobsstraße geplant ist. „Wir brauchen dringend Platz – und möchten unbedingt in Linden bleiben“, sagt der Geschäftsmann, der das Familienunternehmen in vierter Generation führt und heute rund 100 Mitarbeiter sowie 25 Auszubildende beschäftigt.

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Bereits seit 194 Jahren ist die Firma Jacobi, eines der ältesten Lindener Unternehmen, in der Falkenstraße ansässig. Auf dem Gelände, auf dem heute Autos verkauft werden, wurden einst Kutschen produziert. Heinrich Jacobis Urgroßvater hatte den auf Karosserien spezialisierten Betrieb 1820 gegründet. Im Laufe der Jahrzehnte passte sich das Unternehmen immer wieder dem technischen Fortschritt der Transportmittel an, später wurden auch Karossen für die ersten Autos hergestellt. Und die Firmenleitung wurde von Generation zu Generation weitergegeben – ebenso wie der Vorname Heinrich.

Der 65-jährige heutige Unternehmenschef, der das Autohaus Gessner & Jacobi seit 1980 führt, versteht die Tradition auch als Verpflichtung, den Standort Linden nicht zu verlassen. Rund 7500 Quadratmeter groß ist das derzeitige Firmengrundstück, das sich hinter dem Autohaus erstreckt. Es nimmt den gesamten Innenbereich des Häuserblocks zwischen Falkenstraße, Jacobsstraße, Eleonorenstraße und Minister-Stüve-Straße ein. Dennoch ist es dort für den expandierenden Betrieb zu eng geworden. „Wir sind schon länger auf der Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten“, sagt Heinrich Jacobi. Es fehlen vor allem Ausstellungsflächen, um die Neu- und Gebrauchtwagen angemessen präsentieren zu können. Bisher aber gab es keine Möglichkeit, in dem dicht bebauten Quartier Platz für ein neues Autoschauhaus zu schaffen.

Das hat sich nun geändert: Jacobi konnte nach langen Verhandlungen das Eckgrundstück zur Jacobsstraße in Nachbarschaft zum Firmengelände erwerben. Den Flachbau, der dort viele Jahre stand und zuletzt von einem Telefonshop genutzt wurde, hat er bereits abreißen lassen. Bis das neue Ausstellungsgebäude errichtet werden kann, gibt es eine Zwischennutzung: Auf dem etwa 600 Quadratmeter großen Grundstück sind nun unter freiem Himmel Autos ausgestellt, die die Firma zum Verkauf anbietet.

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Derzeit verhandelt Jacobi mit der Stadt noch über die Details des geplanten Projekts. Auch die Denkmalpflege hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Denn ein Teil der Bauten auf dem Firmenareal stammt noch aus dem 19. Jahrhundert sowie aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts und ist als schützenswert eingestuft. Neubaupläne müssen darum genau mit der Denkmalpflege abgestimmt werden. Jacobi hofft, dass er mit den zuständigen Behörden nun baldmöglichst einen Konsens herstellen kann.

Wie sensibel der Unternehmer mit historischer Bausubstanz umgeht, hat er bereits bewiesen: Das 1890 errichtete ehemalige Fabrikgebäude, in dem einst Kutschenkarossen produziert wurden, ist heute das Herzstück des Betriebs. Dort ist die Verwaltung ebenso untergebracht wie der Kundenservice, das Ersatzteillager und ein Zugang zu den Werkstätten. „Gerade im vergangenen Jahr haben wir noch einmal ordentlich in Umbau und Sanierung dieses Gebäudes investiert“, sagt Jacobi.

Ein weiteres Gebäude auf dem Firmen­areal will er ebenfalls bald sanieren. Das Wohnhaus in der Falkenstraße Nummer 16 grenzt direkt an das nun frei gewordene Eckgrundstück zur Jacobsstraße. Der denkmalgeschützte Bau stammt aus dem Jahr 1880 - und ist sein Geburtshaus.

Autos und Kutschen

Im Jahr 1820 wurde die Firma „Heinrich Jacobi Wagenbau“ gegründet. Diese war auf den Bau hochwertiger Karosserien und Nutzfahrzeuge spezialisiert. Weil das Unternehmen seinerzeit auch das königliche Welfenhaus mit Kutschen belieferte (eine davon steht im Historischen Museum), durfte Firmengründer Heinrich Jacobi den Titel „Hofwagenfabrik“ hinzufügen. Etwa von 1870 an wurden in dem Betrieb in der damals noch selbstständigen Stadt Linden auch die ersten Pferdebahnen gefertigt, die Vorläufer der heutigen Stadtbahnen. Nach 1920 kamen dann die ersten Autokarossen hinzu. Für eine industrielle Produktion im großen Stil aber war der Betrieb, in dem die handwerklichen Tätigkeiten stets eine große Rolle spielten, nicht mehr ausgelegt. Seit 1951 ist die Firma Gessner & Jacobi Vertragshändler für Personenwagen und Nutzfahrzeuge der Marke Volkswagen, seit Mitte der siebziger Jahre auch für die Marke Audi. jk

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