Neue Einrichtung

Behandlungszentrum im Annastift für schwere Behinderungen

Xenia Miller, Prof. Stephan Martin und Petra Wontorra freuen sich über das Behandlungszentrum im Annastift.

Xenia Miller, Prof. Stephan Martin und Petra Wontorra freuen sich über das Behandlungszentrum im Annastift.

Hannover. Besuche bei niedergelassenen Ärzten erwiesen sich immer wieder als hoch kompliziert. Denn allein schon die Suche nach Medizinern, die eine Erkrankung bei verschiedenen darauf einwirkenden Behinderungen beurteilen konnten, fiel schwer. „Ich fühlte mich haltlos und wanderte von Arzt zu Arzt.“

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Für Kinder mit Behinderungen gibt es bereits seit den Achtzigerjahren spezialisierte Sozialpädiatrische Zentren (SPZ). „Doch Eltern von Behinderten fürchteten sich immer vor der Volljährigkeit ihrer Kinder, weil eine Lücke in der medizinischen Versorgung Erwachsener bestand“, berichtet Xenia Millers Mutter Martina.

Das Annastift startet jetzt ein Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB). Im Bruno-Valentin-Institut, so der Name, bieten Spezialisten für schwere körperliche Mehrfachbehinderungen den Patienten eine umfassende ambulante medizinische Versorgung. Fünf Fachärzte für Orthopädie, Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie sowie Urologie stehen bereit, außerdem Ergo- und Physiotherapeuten.

Im Mai hat das Team mit dem Probebetrieb begonnen und seitdem rund 150 Patienten behandelt. „Wir testen noch, wie viele Termine am Tag wir Patienten zumuten können und welche Gerätschaften wir noch brauchen. Es gibt ja in Deutschland kaum Vorbilder“, sagt Institutsleiter Prof. Stephan Martin.

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Zwei neue MZEB in Braunschweig und Uelzen konzentrieren sich im Schwerpunkt auf psychische Erkrankungen. Das Annastift dagegen kümmert sich bereits seit Langem um Behinderte, die mit Spina Bifida, einem offenen Rücken, geboren sind. Deshalb richtet sich das Angebot des Bruno-Valentin-Instituts nicht ausschließlich, aber auch an den besonderen Bedürfnisse dieser Gruppe aus. So liegt die Blase von Menschen mit Spina Bifida an anderer Stelle als üblich. „Wir haben aus diesem Grund einen Urologen im Team“, erklärt Institutsleiter Martin.

Körperliche Beschwerden von Behinderten weichen oft von den üblichen Symptomen ab, berichtet Martin. Manchmal gebe es auch Kommunikationsprobleme. „Dann übersieht ein Arzt schwerwiegende Probleme, behandelt falsch oder zu spät.“ Mit dem spezialisierten MZEB komme Niedersachsen dem Recht Behinderter auf bestmögliche Behandlung nach, sagt Petra Wontorra, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung.

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