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Wahl im Herbst

Belit Onay soll für die Grünen Oberbürgermeister von Hannover werden

Belit Onay geht für die Grünen ins Rennen.

Belit Onay geht für die Grünen ins Rennen.

Hannover.Der Landtagsabgeordnete Belit Onay geht nach Informationen der HAZ für Hannovers Grüne ins Rennen um die Wahl des Oberbürgermeisters. Über den Kandidaten ist die Ratsfraktion am frühen Donnerstagabend informiert worden. Am morgigen Freitag wollen Partei- und Fraktionsspitze ihren Kandidaten der Öffentlichkeit präsentieren. Onay hat das einstimmige Votum sowohl des Parteivorstands als auch der Ratsfraktion bekommen. Die letzte Entscheidung trifft am Mittwochabend die Mitgliederversammlung der Grünen.

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Die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters ist für den 27. Oktober angesetzt, darauf haben sich die Ratsfraktionen jetzt in vertraulicher Sitzung verständigt. Die FDP plädierte für einen früheren Termin im September, die CDU für eine Wahl im November. Am Ende setzte sich der SPD-Vorschlag durch. Falls es zur Stichwahl kommt, wird diese am 10. November stattfinden.

Gegen etliche Kandidaten durchgesetzt

Der 38-jährige Onay gehört dem Landtag seit 2013 an. Zuvor war der türkischstämmige Politiker Mitglied der Grünen-Ratsfraktion. Aufgewachsen ist Onay in Goslar, studiert hat er Rechtswissenschaften an der Leibniz Universität Hannover. Während seiner Zeit im Rat hat sich Onay unter anderem dadurch hervorgetan, dass er im Konflikt um das Flüchtlingscamp auf dem Weißekreuzplatz vor fünf Jahren zwischen Verwaltung, Polizei und Demonstranten vermittelte. Etwa 30 Menschen, die vornehmlich aus dem Sudan stammten, hatten den Platz besetzt, um gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Am Ende wurde das Camp geräumt.

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Der Familienvater gilt seit Wochen als aussichtsreicher Kandidat für die Grünen. In einem Gespräch vor Kurzem mit der HAZ wollte er seine Kandidatur weder bestätigen noch dementieren. Onay hat sich gegen etliche Mitbewerber durchgesetzt.

Parteibasis hatte 50 Kandidaten benannt

Zwei Wochen zuvor hatte die Parteiführung die Basis aufgefordert, Vorschläge einzureichen. Rund 50 Kandidaten-Ideen gingen ein. Eine „Findungskommission“, bestehend aus den beiden Parteichefs, Gisela Witte und Ludwig Hecke, sowie Ratsfraktionschefin Freya Markowis, prüfte die Vorschläge, führte Gespräche mit möglichen Bewerbern und wählte schließlich den Kandidaten aus.

Zum engeren Kandidatenkreis zählte auch der ehemalige Regionsfraktionschef Raoul Schmidt-Lamontain, der derzeit als Bauderzenent für die Stadt Dresden tätig ist. Auch mit ihm führte die Parteispitze nach Informationen der HAZ mehrere Gespräche. Am Ende hat Onay den Vorzug bekommen.

Onay genießt bei den hannoverschen Grünen einen sehr guten Ruf, er gilt als kompetent, sachorientiert und umgänglich. Die Ratsfraktion begrüßte am Donnerstagabend seine Nominierung. „Belit Onay ist das Beste, was Hannover passieren kann“, sagte Grünen-Umweltpolitiker Mark Bindert nach der Präsentation des Kandidaten in der Fraktionssitzung. Der Mitgliederversammlung könne er nur empfehlen zuzustimmen. Andere bedauern, dass die Grünen keine Frau aufgestellt haben.

Die CDU hält Onay für eine „interessante Persönlichkeit“ – und für eine Fehlbesetzung. „Da er über keinerlei Führungserfahrung verfügt, ist die Aufgabe des Oberbürgermeisters für ihn nicht die richtige“, meint Hannovers CDU-Chef Maximilian Oppelt.

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Fünf weitere Bewerber im Rennen

Die CDU hat den ehemaligen Chef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Eckhard Scholz, aufgestellt. Für die SPD geht der ehemalige Kämmerer und derzeitige Enercity-Finanzvorstand Marc Hansmann ins Rennen. Für die Piraten soll Adam Wolf neuer OB werden. Die Mitgliederversammlung der Piraten wird am 27. Juni über die OB-Kandidatur entscheiden. Bisher hat Wolf keinen Konkurrenten. Die AfD-Ratsfraktion will den hannoverschen Bundestagsabgeordneten Jörn König nominieren, die FDP sucht noch nach einem Kandidaten. Bewerben um das höchste Amt im Rathaus will sich auch die parteilose Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek.

Die Hannoveraner müssen ein neues Stadtoberhaupt wählen, weil der ehemalige OB Stefan Schostok (SPD) vorzeitig in den Ruhestand trat. Schostok ist wegen schwerer Untreue angeklagt im Zusammenhang mit illegalen Gehaltszulagen für seinen Büroleiter Frank Herbert.

Von Andreas Schinkel

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