Traditionsunternehmen

Benecke streicht jeden vierten Job

Damit verlöre das Werk mehr als jeden vierten seiner zuletzt 885 Arbeitsplätze. Unternehmen und Arbeitnehmerseite verhandeln bereits über die Details, am kommenden Montag tritt die Einigungsstelle zusammen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eine ContiTech-Sprecherin bestätigte Abbaupläne, ohne Details zu nennen. Man sei in konstruktiven Gesprächen, die „zeitnah“ abgeschlossen werden sollten. Der Hersteller von Folien für Instrumententafeln, Sitze und Türen verweist auf die deutlichen Auftragseinbrüche seit Jahresbeginn. Zwar entspanne sich die Lage langsam wieder, doch werde sich das Minus auf Jahressicht auf 25 Prozent summieren, so die Sprecherin. Die Abwrackprämie hat Benecke kaum geholfen, da der Weltmarktführer besonders stark bei Premium-Autobauern im Geschäft ist. Die jedoch hatten von der Prämie nicht profitiert.

Dennoch zieht das Geschäft langsam wieder an, die seit Februar geltende Kurzarbeit ist auf vier Tage im Monat begrenzt. Der Betriebsrat plädiert deshalb für einen Aufschub. „Wir wollen, dass über den konjunkturbedingten Teil des Abbaus erst im kommenden Frühjahr entschieden wird“, sagte Betriebsratschef Erich Kadach. Derzeit rechnen beide Seiten damit, dass rund 80 Stellen über Maßnahmen wie Altersteilzeit oder freiwillige Aufhebungsverträge abgebaut werden können. Für weitere 150 Beschäftigte wird über betriebsbedingte Kündigungen und eine Transfergesellschaft verhandelt, die sie für ein Jahr aufnimmt und weiterqualifiziert.

Gut 50 Betroffene kommen aus dem Angestelltenbereich. Sie arbeiteten ursprünglich im Bereich Möbelfolien, den Benecke jedoch vor mehr als einem Jahr verkaufte. Seinerzeit schrumpfte die Belegschaft in Vinnhorst bereits um gut 150 Mitarbeiter, die Angestellten sollten jedoch eine neue Aufgabe als Betreuer einiger Autokonzerne bekommen. In der Krise habe man sich jedoch entschieden, diesen Bereich einzusparen, hieß es. Die Chemiegewerkschaft IG BCE zeigt sich besorgt, dass der Standort innerhalb von zwei Jahren fast 40 Prozent seiner einst 1000 Mitarbeiter verlieren soll. „Ich befürchte einen weitergehenden schleichenden Personalabbau“, sagte die stellvertretende Bezirksleiterin Vera Ackermann.

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen