Weißekreuzplatz

Benimmregeln gibt es auf dem Weißekreuzplatz jetzt schriftlich

Dirk Tinius und Marco Brinkmann vom städtischen Ordnungsdienst und Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch (von links) hoffen auf ein gutes Miteinander aller Platznutzer und Anwohner.

Dirk Tinius und Marco Brinkmann vom städtischen Ordnungsdienst und Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch (von links) hoffen auf ein gutes Miteinander aller Platznutzer und Anwohner.

Hannover. Eigentlich, sagt Stefan Knuffmann, gehe es um Selbstverständlichkeiten in Sachen Miteinander in der Großstadt, wie sie auch allgemeinverbindlich in der Stadtverordnung festgelegt seien. „Die kennt aber nicht jeder, und nicht jeder kann sie lesen“, sagt der Mitarbeiter vom städtischen Fachbereich Umwelt- und Stadtgrün. Deshalb hat die Stadt auf dem Weißekreuzplatz am Donnerstag ein Schild mit Piktogrammen angebracht, die optisch verdeutlichen, was dort zu unterlassen ist: Woanders als in dem Toilettenhäuschen die Notdurft verrichten, zelten, Tauben füttern, laute Musik abspielen, Müllbehälter zu ignorieren, Hunde frei laufen lassen, Feuer machen und sich lautstark unterhalten.

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Der Platz ist Treffpunkt der Trinkerszene

Das Ganze hat eine Vorgeschichte, weil sich auf dem Platz regelmäßig Trinkergruppen treffen und es Konflikte um Lärm und Dreck gab. In einem längeren Beteiligungsverfahren haben sich deshalb Anwohner, Geschäftsleute und Stadt auf die acht Regeln verständigt. Sie gelten schon länger, aber die Schilder – das erste befindet sich am Toilettenhäuschen, drei weitere sollen im Mai folgen – sind nach Ansicht von Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch trotzdem vonnöten: "Was nicht deutlich sichtbar verboten wird, wird als Ausnahme gewertet und gemacht".

Keiner soll vertrieben werden

Kupsch findet, dass sich die Situation verbessert hat, seit der städtische Ordnungsdienst dort regelmäßig Präsenz zeigt. Es gebe zwar zumeist in den späten Nachtstunden immer noch Beschwerden, aber deren Anzahl sei deutlich zurückgegangen. Das bestätigt auch Marco Brinkmann, Teamleiter beim Ordnungsdienst. "Wir sprechen die Leute gezielt an und erzielen damit Wirkung". Man wolle keinen vertreiben, habe aber in wenigen Fällen auch Platzverweise aussprechen müssen. Der Weißekreuzplatz solle schließlich ein Ort für alle sein, also auch für diejenigen, die dort beispielsweise entspannen oder ihre Mittagspause verbringen wollen.

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Hoteleröffnung könnte die Situation beeinflussen

Die Frage ist, wie sich die Situation entwickelt, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen. „In der kalten Jahreszeit sind täglich etwa acht bis zehn Menschen auf dem Platz, die trinken und feiern. Im Sommer verdoppelt sich die Zahl erfahrungsgemäß“, sagt Brinkmann. Der Ordnungsdienst ist montags bis sonnabends von 8 bis 22 Uhr unterwegs, an einigen Tagen auch bis Mitternacht. Telefonisch ist er bei aktuellen Problemen unter der Nummer (05 11) 16 85 55 55 erreichbar.

Auch am benachbarten Andreas-Hermes-Platz stellte sich die Lage in der Vergangenheit nicht immer konfliktfrei dar. Ob dort ebenfalls Schilder aufgehängt werden, kann Knuffmann noch nicht sagen: „Wir warten ab, wie es dort aussieht, wenn das neue Hotel seinen Betrieb aufgenommen hat“.

Von Bernd Haase

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