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Medizinische Hochschule Hannover

Bewegung im Unterricht verbessert Fitness

Mit Spaß dabei: Viertklässler an der Grundschule Groß-Buchholzer Kirchweg machen im Unterricht Bewegungsspiele.

Mit Spaß dabei: Viertklässler an der Grundschule Groß-Buchholzer Kirchweg machen im Unterricht Bewegungsspiele.

Hannover.Eine Studie mit Kindern aus Hannover hat das Zeug dazu, das stundenlange Stillsitzen im Unterricht ein für allemal zu beenden. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover haben vor gut einem Jahr ein Bewegungsprogramm an fünf Schulen eingeführt, damit sich Gesundheit und Fitness der Schüler verbessern. Seitdem dürfen die Kinder auch mitten im Unterricht zappeln, springen und sich verrückt bewegen – wenn ein Lehrer das Stichwort „Tollkirsche“ ausspricht.

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Die Mediziner wollen erreichen, dass die Kinder insgesamt eine Stunde zusätzlich am Tag in Schwung kommen und damit ihre Gesundheit stärken. Das scheint zu gelingen, wie Zwischenergebnisse jetzt belegen. „Wir können zeigen, dass derartige Bewegung die altersgerechte körperliche Entwicklung der Schüler positiv beeinflusst und ihre Leistungsfähigkeit verbessert“, sagt Professor Axel Haverich, Sprecher des Exzellenzclusters Rebirth. Donnerstag fällt die Entscheidung über die neue Runde für die Spitzenforscher. Die Wissenschaftler des Verbunds hoffen wie ihre Mitbewerber in ganz Deutschland um viele Millionen an Fördergeld.

Mehr als 300 Kinder an fünf Schulen in Hannover und dem Kreis Lippe machen mit. MHH-Mitarbeiter und geschulte Lehrer regten im ersten Jahr 190 Schüler zu Aktivitäten an, 120 Kinder dienten zunächst als Kontrollgruppe. „Die Fitness der aktiven Kinder hat sich in dem einen Jahr doppelt so stark verbessert wie die der Kinder in der Kontrollgruppe“ frohlockt Professor Uwe Tegtbur, Leiter des MHH-Instituts für Sportmedizin.

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Die Fitness beurteilen die Sportmediziner anhand von Beweglichkeit, Koordination, Sprungkraft, Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. „Es ist alles besser geworden, und das nahezu im Vorbeigehen“, erklärt Tegtbur. Ein Beispiel: Die Kinder, die seit einem Jahr aktiv mitmachen, haben ihre Leistung im Sprint durchschnittlich um 29 Sekunden verbessert. Die Schüler in den Vergleichsklassen sind innerhalb eines Jahres auch schneller geworden, allerdings nur um 15 Sekunden.

MHH-Kinderärzte haben auch eine Verbesserung des Gesundheitsstands festgestellt. „Die Gefäße der Kinder in der Bewegungsgruppe sind elastischer geblieben und sie haben weniger Bauchfett“, berichtet Professorin Anette Melk. Bauchfett sowie sich versteifende Gefäße gelten als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Tegtbuhr sieht im heute verbreiteten Bewegungsmangel von Kindern ein enormes Risiko. „Inaktivität führt dazu, dass Kinder sich nicht altersgemäß entwickeln. Ohne Reize bleibt das Organsystem auf einem niedrigen Level.“ Mit der Studie Rebirth Active School wollen die Forscher gegensteuern.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert, dass Kinder jeden Tag mindestens 60 Minuten körperlich aktiv sind. In den Versuchsschulen erreichen die teilnehmenden Schüler diese Marke mit Frühsport und den Bewegungspausen im Unterricht. Und den Kindern macht die Gesundheitsprävention auch noch Spaß. „Das ist eine tolle Abwechslung und danach bin ich voller Energie“, erzählt die neunjährige Isalie aus der Grundschule Groß-Buchholzer Kirchweg. MHH-Mitarbeiterin Christin Bormann, die zu Bewegungsspielen anleitet, lobt die Kinder: „Sie sind motorisch besser und viel ausdauernder geworden.“ Und Klassenlehrerin Katharina Behrens sieht große Vorteile des Gesundheitsprogramm auch für den Unterricht. „Die Übungen sind sehr hilfreich, weil die Kinder sich danach besser konzentrieren.“

Von Bärbel Hilbig

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