Ausstellung Florale

Blumen aus Pinseln und Schaufeln im Berggarten

Herbstliche Blütenpracht: Bernhard Kocks Arbeit „Monokultur – Kocks Orange“ macht Pinsel zum Teil der Natur.

Herbstliche Blütenpracht: Bernhard Kocks Arbeit „Monokultur – Kocks Orange“ macht Pinsel zum Teil der Natur.

Hannover. Über Nacht scheinen Hunderte orangefarbene Tulpen im Berggarten gewachsen zu sein. Und das im Herbst. Beim Näherkommen entpuppen sich die vermeintlichen Blumen jedoch als 900 in Farbe getauchte Pinsel, akkurat in die Erde gesteckt. Das Kunstwerk „Monokultur – Kocks Orange“ von Bernhard Kock ist eins von vielen Ausstellungsstücken, die seit Sonntag im Berggarten zu sehen sind. Künstler aus Hannover und Partnerstädten und -regionen stellen bis zum 28. Oktober in der „Florale“ aus.

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17 Kunstwerke sind über den ganzen Park verteilt, darunter Malereien, Skulpturen und Audioin­stallationen. Neben Künstlern aus Hannover stellen auch Kollegen aus Leipzig, München und Hiroshima ihre Werke aus. Am Sonntag konnten sich die ersten Besucher einen Eindruck verschaffen. Mehr als 1400 Kunstfreunde kamen zur Premiere in den Berggarten. „Das ist eine sehr gute Resonanz“, sagt Anja Kestennus, Sprecherin der Herrenhäuser Gärten. „Die Besucher haben sich auf die Suche nach den Kunstwerken gemacht und das wie eine Rallye genommen.“ Denn einige Ausstellungsstücke sind gut versteckt: Im Paradies-Bereich sind vergoldete Kieselsteine auf dem Weg verstreut, auch im Moorweier und an der Lindenallee gibt es Ungewöhnliches zu entdecken.

Bürsten als Blüten

„Die Werke beschäftigen sich alle mit dem Berggarten – und das kann man auch sehen“, sagt Kestennus. Auch wenn unter den Materialien nicht nur Naturstoffe sind, wirken alle Ausstellungsstücke wie große skurrile Pflanzen. So wickeln sich zum Beispiel Bürsten von Straßenreinigungsmaschinen wie stachelige gelbe Blüten um die Pfähle der Wegweiser. „Flavo ericius“ heißt das skurrile Kunstwerk von Helmut Hennig.

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Wie eine überdimensionale Gerbera wirkt hingegen das Werk „Stielblüte“ von Klaus Madlowski: Was von Ferne an eine riesige Gerbera erinnert, hat der Künstler aus Dutzenden Schaufeln konstruiert – robust und pflegeleicht. „Thronerbe II“ hat Harro Schmidt seinen aus Astgabeln und Schlauchstücken geformten Thron genannt. Die Plastik wurde erst eine Stunde vor Ausstellungseröffnung fertig, erzählt Kestennus. „Der Künstler hatte den Ehrgeiz, jedes kleine Detail perfekt zu machen.“

Aus Hannovers Partnerstadt Hiroshima hat die Künstlerin Sumioka Azusa Drucke mit dem Titel „Mighty Life“ eingereicht. Sie zeigen gescannte und kopierte Blätter von Bäumen, die die Atombombe überlebt haben. Ein stilles, starkes Symbol für die Kraft der Natur. Und für die der Kunst.

Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und im Eintrittspreis für die Gärten (3,50 Euro) enthalten. Ein kostenloser Faltplan informiert Besucher über die Kunstwerke und ihre Standorte im Garten. Am 28. Oktober führen die Künstlerinnen Anna Grunemann und Christiane Oppermann um 12 Uhr durch den Garten. Eine Anmeldung ist für den Rundgang nicht erforderlich.

Von Lisa Neugebauer

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