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Großer Kolonnenweg

Das Figurentheaterhaus bleibt

Weiter geht es: Das Figurentheaterhaus muss nicht schließen.

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Hannover.Gute Nachricht für die Freunde des Puppentheaters: Das Figurentheaterhaus Hannover kann weiterarbeiten – in den Räumen am Großen Kolonnenweg. Der Ende dieses Monats auslaufende Mietvertrag, den die Stadt als Eigentümerin nicht verlängern und das Theater nur bis zum Jahresende dulden wollte, soll 2019 weitergeführt werden, vielleicht sogar langfristig. Das hat die Stadt signalisiert. Vertragspartner ist dann, wie gefordert, nicht mehr die Theatrio gGmbH, sondern der Trägerverein Figurentheaterhaus Hannover e. V.

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Nachdem das Haus im Frühjahr ob des drohenden Endes öffentlich Alarm geschlagen hatte, waren viele Schulen, Initiativen, Künstler und private Besucher auf Geschäftsführer James McDowell und sein Team zugegangen und hatten ihre Solidarität bekundet. Auch Politiker wurden aktiv: „Wir haben große Unterstützung von den Grünen und der SPD bekommen“, sagt McDowell. In einem Gespräch mit dem inzwischen suspendierten Kulturdezernenten Harald Härke und dem Leiter des städtischen Kulturbüros, Benedikt Poensgen, habe er zugesagt bekommen, das Theater über das Jahr hinaus weiterbetreiben zu können. Unterschrieben ist noch nichts. Um die Verlängerung prüfen zu können, so die Stadt gestern, brauche man einen durchfinanzierten Wirtschaftsplan. „Wir haben alle Auflagen der Stadt erfüllt“, sagt der zweite Vorsitzende Johannes Janke. Dazu gehörte auch die rechtliche Umstellung auf einen eingetragenen Verein. „Wir haben ein Konzept, einen Wirtschaftsplan, einen Personalplan und einen Spielplan“, erläutert Janke.

Letzteres war nicht ganz einfach, da angesichts der unsicheren Zukunft lange keine Termine für die zweite Jahreshälfte vereinbart werden konnten. Nun haben sich viele Künstler spontan bereiterklärt, auf der kleinen Bühne am Großen Kolonnenweg aufzutreten. „Viele spielen weit unterhalb ihrer normalen Gage“, sagt der Amerikaner, der seit 2016 versucht, das Theater neu und zukunftssicher aufzustellen. Dafür ist es mit der städtischen Zusage für einen Weiterbetrieb nicht getan. Der Verein ist auf Förderung angewiesen, mit den geringen Eintrittspreisen von beispielsweise höchstens 5 Euro für Kinder lassen sich Betriebskosten und Gagen nicht refinanzieren. 50 000 Euro gibt es bislang von der Stadt, 20 000 davon gehen als Mietkosten direkt zurück. „Wir haben mehr Geld für das kommende Jahr beantragt“, sagt McDowell. Auch Land und Region sollen sich ab dem kommenden Jahr wieder finanziell einbringen, hofft der Geschäftsführer, für die zweite Jahreshälfte 2018 war es zu spät. Außerdem setzt das Figurentheaterhaus auf mehr als die bisherigen 50 Mitglieder, die sich auch gern in die Gestaltung der Theaterarbeit einbringen dürften..

Nach der Sommerpause soll es mit neuem Schwung losgehen. Sogar zwei Uraufführungen stehen in der Herbst- und Wintersaison auf dem Programm, die am 4. September mit Albin und Lila vom Figurentheater Neumond aus Hannover beginnt. Am 27. Oktober ist das Theater Korona mit einem Stück für Erwachsene zu Gast: Das Ensemble bringt Daniel Kehlmanns Erfolgsroman „Die Vermessung der Welt“ auf die Bühne.

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Von Uwe Janssen

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