Nach Insolvenz

„Der Markt ist schwierig“

Dass Investoren starkes Interesse am Standort zeigen werden, ist für ihn selbstverständlich: „Die Große Packhofstraße ist eine der besten Einkaufslagen Hannovers“, die Karstadt-Immobilie habe eine „strategisch gute Öffnung zum Platz der Weltausstellung“.

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Allerdings läuft es in der Nachbarschaft gar nicht rund. Der Investor für den Neubau am Standort des abbruchreifen Erdmann-Gebäudes hat seine Millioneninvestition auf unbestimmte Zeit verschoben. „Der Markt in Hannover ist im Augenblick schwierig“, sagt Ralf Bettges von der Düsseldorfer Development Partner: „Es hat in letzter Zeit viele Projektentwicklungen gegeben, die Nachfrage nach Handelsflächen hat sich beruhigt.“ Auch bei der Berliner Acrest, die das SinnLeffers-Haus neben Karstadt gekauft hat, ist die weitere Entwicklung ungewiss. Über zugkräftige Mieter für das Haus ist in der Branche nichts bekannt, Termine für Abriss oder Totalsanierung der einstigen Quelle-Immobilie werden nicht mehr genannt.

Mit Sorge registriert die Branche die wachsende Verkaufsfläche in Hannover. 30.000 Quadratmeter sind durch die Ernst-August-Galerie am Hauptbahnhof hinzugekommen, die Handelsfläche im Kröpcke-Center wächst auf 20.000 Quadratmeter, auch in anderen Immobilien wird ausgebaut. Auf insgesamt fast 300 000 Quadratmetern wird in Hannovers Innenstadt inzwischen Handel betrieben – selbst in Hamburg sind es nur 320.000 Quadratmeter. Zwar belegen die von Investoren bezahlten Gutachten stets, dass der Markt nach neuer Verkaufsfläche verlange und das Kunden-Einzugsgebiet immer größer werde. In den Kassen der örtlichen Händler aber bleibt immer weniger Geld. Das Rathaus reagiert. Dem Vernehmen nach werden Überlegungen für eine zweite große Shopping-Galerie am jetzt aufgegebenen Karstadt-Standort nicht weiterverfolgt. „Ich glaube, das würde Hannover nicht mehr vertragen“, sagt Baudezernent Bodemann. Wichtiger sei, Qualitäten für die Innenstadtnutzungen zu entwickeln. „Warum soll es nicht ein kommerzielles Zentrum am Hauptbahnhof geben und andere Bereiche, die eher gastronomisch oder kulturell geprägt sind?“ Auch Günter Rudloff, Geschäftsführer der Hamburger Handelsmakler Comfort, hält Konzepte jenseits von Großansiedlungen für denkbar: „Sie werden sehen, dass das neue Kröpcke-Center zusammen mit eingesessenen Geschäften wie Mäntelhaus Kaiser, Liebe oder I.G. von der Linde eine starke Magnetwirkung mitten im Zentrum entfaltet.“

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