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Obdachlosenhilfe in Hannover

Diakonie lädt zum virtuellen Rundgang im Kontaktladen Mecki ein

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes (rechts) testet das Softwareprogramm, das Niels Hanus von Visionme entwickelt hat.

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes (rechts) testet das Softwareprogramm, das Niels Hanus von Visionme entwickelt hat.

Hannover. Obdachlose leben am Rand der Gesellschaft. Für ihre Probleme interessieren sich viele Menschen nicht. Oder sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Dabei sei es wichtig, gerade diejenigen, die helfen könnten, für die Notlagen der Wohnungslosen zu sensibilisieren, sagt Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Um das zu ermöglichen, gehen er und seine Kollegen einen neuen Weg: Das Diakonische Werk lädt zu einem virtuellen Rundgang durch den Kontaktladen Mecki am Raschplatz an.

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Kontaktladen Mecki ist tägliche Anlaufstelle

Die Einrichtung ist eine tägliche Anlaufstelle für Menschen, die auf der Straße leben. Sie erhalten dort Unterstützung bei Problemen, bekommen medizinische Hilfe, finden Gesprächspartner oder können sich auch einfach nur aufwärmen. Gerne würde die Diakonie mehr ehrenamtliche Helfer oder Spender für die Arbeit in der Kontaktstelle und der Obdachlosenhilfe gewinnen. Doch es sei nicht leicht, Außenstehenden einen authentischen Einblick in den Alltag der Mecki-Besucher zu geben, meint Müller-Brandes. Zwar gebe es schon seit Jahren soziale Stadtrundgänge, bei denen ein Mitarbeiter des Straßenmagazins "Asphalt" Interessierten den Kontaktladen und andere Einrichtungen für Wohnungslose außerhalb der Öffnungszeiten vorstellt. Aber dann müssten stets leere Räume gezeigt werden – um die Privatsphäre der Obdachlosen zu schützen.

Mit dem virtuellen Rundgang gibt es nun eine andere Lösung. Die hannoversche Firma Visonme hat mehr als 400 originale Fotos mit einer 3-D-Software verarbeitet, um den Mecki-Laden für virtuelle Gäste erlebbar zu machen. Mittels einer Spezialbrille und zwei Joysticks kann jeder Interessierte durch die Räume wandern. Per Knopfdruck lassen sich aktuell acht Videos aufrufen, in denen zum Beispiel Mecki-Leiter Norbert Herschel oder die dort angestellte Krankenschwester aus ihrem Berufsalltag berichten. Ein Interview, in dem die Obdachlose Kiki aus ihrem Leben auf der Straße erzählt, kann ebenso eingespielt werden wie der Blick in die Kiste eines Pfandsammlers. Die Betroffenen bleiben dabei unerkannt, aber trotzdem nicht anonym, weil ihre Stimmen zu hören sind.

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„Die Würde der Mecki-Besucher wird gewahrt“, sagt Christoph Dahling-Sander, Geschäftsführer der Hanns-Lilje-Stifung, die das 7800 Euro teure Projekt unterstützt. Nach seinen Worten ermöglicht der virtuelle Rundgang einen „lustvollen Zugang zu einem bedrückenden Thema“. Ziel sei es, Barrieren abzubauen, um mehr Menschen auf die Thematik der Obdachlosigkeit aufmerksam zu machen. Darum wollen beide Projektträger mit dem Laptop und der 3-D-Brille auch bei öffentlichen Veranstaltungen präsent sein oder Schulen, Kultureinrichtungen und Unternehmen besuchen.

Mecki-Rundgang beim Recken-Spiel in der TUI-Arena

Fest steht bereits ein besonderer Termin: Am Gründonnerstag, 18. April, laden Diakonie und Stiftung an einem Ort zum Mecki-Rundgang ein, wo sich die Menschen sonst sicher nicht über Obdachlosigkeit informieren würden. Dann spielen die Recken in der TUI-Arena gegen die Rhein-Necker Löwen – und die Projektmacher sind schon gespannt auf die Resonanz der Handballfans.

Von Juliane Kaune

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