Umstrittene Aktion gegen NPD-Chefin

„Die ganze Uni hasst dich“

Christina Krieger an einem Wahlkampfstand der NPD im Juni 2012 in Laatzen.

Christina Krieger an einem Wahlkampfstand der NPD im Juni 2012 in Laatzen.

Hannover . Ihre politische Gesinnung war Anlass für eine Gruppe von Linksaktivisten der „Antifaschistischen Aktion“, eine Vorlesung auf dem Campus zu stören und mit einer lautstarken Inszenierung aufs Kriegers NPD-Mitgliedschaft hinzuweisen. Die Uni verurteilte das auf Schärfste: „Ein solches Vorgehen ist nicht tolerabel“, sagte Sprecherin Mechtild von Münchhausen. Die von Krieger alarmierte Polizei ermittelt wegen des Delikts der Beleidigung und Nötigung gegen die unbekannten Störer.

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Der Vorfall ereignete sich bereits am Donnerstag. Etwa zehn mit Perücken, Kapuzen und Sonnenbrillen getarnte Aktivisten kamen unangekündigt in den Hörsaal des Instituts für Politische Wissenschaft im Kesselhaus an der Schloßwender Straße. Sie trugen Plakate mit der Aufschrift „Die ganze Uni hasst dich“ und „Nie wieder Faschismus“, suchten den Sitzplatz Kriegers auf und deuteten mit großen Papppfeilen auf sie. Ein Mitglied der Gruppe verlas eine Abhandlung über Kriegers politische Aktivitäten und erklärte, an der Uni studiere eine „rassistische Hetzerin“. Als die Polizei eintraf, war die Gruppe bereits verschwunden. Ihren gut zweiminütigen Auftritt hat sie in einem Internetvideo dokumentiert.

Die Kommilitonen hätten die Aktion begrüßt, berichtet ein Student, der dabei war. Der Dozent sei „überfordert“ gewesen. Die Lehrenden des Instituts für Politische Wissenschaft missbilligten den Vorgang, stellte Geschäftsführer Prof. Marian Döhler klar. „Wir suchen unsere Studenten weder nach der Hautfarbe noch nach der politischen Meinung aus – jeder hat das Recht, hier zu studieren.“ Krieger sei seines Wissens bisher nicht im Sinne ihrer Partei an der Uni in Erscheinung getreten und habe sich „unauffällig“ verhalten. Dekan Prof. Harry Noormann zeigte sich „entsetzt über die denunziatorische Form der Protestaktion“.

Nach Darstellung von Studenten hat sich Krieger gleich in den Vorstellungsrunden für Erstsemester als „Politikerin der Nationaldemokraten“ bezeichnet. Schon vor dem Vorfall im Hörsaal sollen an der Uni Flugblätter linker Gruppen aufgetaucht sein, um Kommilitonen auf Kriegers politische Gesinnung hinzuweisen. Die Studentenvertretung AStA lehnte eine Stellungnahme zu dem Thema ab.

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Krieger, die dadurch aufgefallen ist, dass sie im Vorfeld der Landtagswahl Werbung für die verbotene Vereinigung „Bessers Hannover“ gemacht hat, wollte sich gegenüber der HAZ zu dem Geschehen an der Uni nicht äußern. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt sie: „Trotz des typischen Hasses gegen mich von den Gegnern lasse ich mich nicht beirren und bleibe meiner Einstellung treu.“

Juliane Kaune / Amelia Wischnewski

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