Vertrag von aha-Chefin nicht verlängert

Die Zeichen stehen auf Trennung

Kornelia Hülter hatte den Chefsessel bei aha am 1. Januar 2006 übernommen.

Kornelia Hülter hatte den Chefsessel bei aha am 1. Januar 2006 übernommen.

Hannover. Die Geschäftsführerin des Abfallzweckverbandes aha, Kornelia Hülter, ist nur noch Chefin auf Abruf. Hinter den Kulissen werden derzeit die Weichen auf Trennung gestellt. "Wir bereiten in Stadt und Region Gremienbeschlüsse vor, die im Januar fallen sollen", sagt Regionsdezernent Axel Priebs, der zusammen mit Hannovers Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette auch den Verbandsausschuss bildet. Letztere wollte zu der Personalie keine Stellung beziehen.
Hülters Vertrag läuft Ende kommenden Jahres aus. In der Regel wird der Amtsinhaber etwa zwölf Monate vorher informiert, wie es danach weitergeht. Inzwischen ist Hülter ihren Angaben zufolge durch Priebs signalisiert worden, dass es Vorbehalte gegen eine Verlängerung gibt. "Traurig finde ich, dass bisher keine Kritik mir gegenüber geäußert worden ist. Ich warte auf ein offizielles Gespräch", sagte sie am Freitag.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Politik in Stadt und Region wurde am Freitag davon überrascht, dass die Personalie öffentlich geworden ist. Mit Äußerungen halten sich Rats- und Regionspolitiker zurück. „Die Angelegenheit kommt nächste Woche in die Fraktionen. Ich kann mir vorstellen, dass sich Mehrheiten für einen Wechsel auf dem Chefsessel finden“, sagt ein Ratsherr. Das Unternehmen, das wegen einer nach einem Gerichtsurteil erneut notwendigen Müllreform derzeit schwierige Zeiten durchlebt, brauche einen Neuanfang.

Auf den Personalrat kann Hülter nicht bauen. „Es herrscht erhebliche Unruhe im Betrieb“, sagt der Vorsitzende Michael Ludwig. Er hatte im Sommer den Politikern im Abfallausschuss der Regionsversammlung von Anfeindungen bis hin zu Übergriffen durch Bürger berichtet, denen aha-Müllwerker während ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt seien. „Unsere Leute müssen ausbaden, dass die Menschen mit der Müllreform unzufrieden sind“, sagt Ludwig. In dieser Situation habe man erwartet, dass sich die Chefin vor die Mitarbeiter stelle. Dies sei aber ausgeblieben. Aus der Belegschaft sind schon in der Vergangenheit Klagen über Hülters Führungsstil zu hören gewesen. „Wir werden nun in Ruhe und Besonnenheit darauf warten, was die Politik entscheidet“, erklärt der Personalratsvorsitzende.

Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist, ob Hülter noch weitere zwölf Monate auf ihrem Posten bleibt. Diese Variante halten viele Protagonisten für schlecht. Am liebsten wäre es ihnen, wenn zwischen dem Betrieb und Hülter schnellstmöglich ein Auflösungsvertrag geschlossen würde. „Wichtig ist es, den Betriebsfrieden zu wahren und die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten“, sagt die Betroffene. Wenn sie von der Mehrheit nicht mehr auf ihrem Posten gewollt werde, sei es besser, einen Schlussstrich zu ziehen. „Ich warte auf Vorschläge der Region“, sagt sie.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Für den Fall einer vorzeitigen Trennung könnte Hülters derzeitiger Stellvertreter, der erfahrene Thomas Reuter, zunächst übernehmen. Das böte die notwendige Luft während der Suche nach einem Nachfolger.

Zur Person

Die 55-jährige Kornelia Hülter ist seit dem 1. Januar 2006 als Nachfolgerin von Klaus Krysta Geschäftsführerin des Abfallzweckverbandes aha und damit Chefin von rund 1500 Mitarbeitern. Sie wurde damals einstimmig gewählt. Erfahrungen in der Abfallwirtschaft hatte die parteilose Ingenieurin, gebürtig in Ostwestfalen, zuvor in Düsseldorf, bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben sowie als Leiterin der Sondermülldeponien Emscherbruch und Hünxe im Ruhrgebiet gesammelt.

aha ist mit der Verwaltungsreform vor 13 Jahren entstanden, zählt zu den bundesweit fünf größten Abfallwirtschaftsbetrieben und gehört zu gleichen Teilen der Region und der Stadt. Die Leitung des Betriebes bietet besondere Herausforderungen, weil es in Stadt und Umland unterschiedliche Entsorgungssysteme für den Restmüll gibt. aha betreibt außerdem die Wertstoffsammlungen, die Wertstoffhöfe und die Deponien sowie im Stadtgebiet Hannover die Straßenreinigung samt Winterdienst     

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken