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Fünfte Jahreszeit

Diese Kostüm-Tipps geben Profis zum Karneval

Die Schminke sitzt. Jetzt muss die elfjährige Lena Marie Coenradie nur noch ihr Kostüm anziehen.

Die Schminke sitzt. Jetzt muss die elfjährige Lena Marie Coenradie nur noch ihr Kostüm anziehen.

Hannover.Karneval ist kein Karneval ohne die passende Verkleidung. Das weißt Kerstin Stadermann nur zu gut. Seit 25 Jahren ist sie Mitglied der Eugenesen und für die Kostüme der kleinsten Karnevalisten zuständig. „Ich muss kreativ sein und mir überlegen, wie ich die Vorstellungen der Trainer umsetze“, sagt die 55-Jährige.

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Für die Sechs- bis Elfjährigen der Jugendgarde hat sie in diesem Jahr zwölf Schweinchen-Kostüme genäht – passend zum Auftritt-Thema „Schwein gehabt!“. „Das waren insgesamt sechs Wochen Arbeit“, sagt Stadermann, die bei der Stadt beschäftigt ist. Für die Karnevals-Hochsaison nimmt sie sich immer Urlaub. „Da haben wir fast jeden Tag einen Auftritt. Das würde ich neben meiner 40-Stunden-Stelle sonst nicht schaffen“, sagt sie.

Auch an diesem Nachmittag treten die Vereins-Tanzgruppen auf. Rosaglitzerne Schweinchen hüpfen bereits im provisorisch eingerichteten Umkleideraum im Wintergarten des Seniorenheims an der Bodenstraße in der Nordstadt. Hektisch geht es zu. Zöpfe müssen geflochten und die Gesichter passend geschminkt werden. „Ein geschminktes Gesicht macht ein Kostüm erst richtig perfekt“, sagt die Expertin. Make-Up, Lidschatten, pinke Gesichtsfarbe, Schwarz für die Kontouren und Glitzer auf den Wangen – Stadermanns Enkelin Lena ist in wenigen Minuten fertig. „Bei zehn Mädchen muss das auch schnell gehen“, sagt sie.

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Auch Marie ist fertig. „Es ist so aufregend. Das ganze Jahr trainieren wir für diese zwei Wochen“, sagt die zehnjährige Gardemariechen. „Das ist das Schöne an Karneval, die bunten Kostüme, die fröhlichen Gesichter und die Gemeinschaft“, betont Stadermann. Auch sie werde sich selbstverständlich verkleiden. „Mein Motto bei dieser Weiberfastnacht ist Disco Punk“, erzählt sie. Bunte Klamotten aus dem eigenen Kleiderschrank und eine Perücke aus dem Internet – fertig.

Eine gute Verkleidung müsse garnicht aufwendig sein, so die Fachfrau. Ihr Tipp: Einfach wild kombinieren, was der Schrank so hergibt – und auf die Details achten. „Auffällige Schminke ist wichtig, sonst wirkt das Kostüm nicht.“ Anders sei es bei den Kindern. Sie hätten zwei klare Favoriten: Elsa, die Eiskönigin und die Polizei.

Das kann Hans Walaschek, Geschäftsführer von Galeria-Kaufhof am Ernst-August-Platz, nur bestätigen: „Eiskönigin Elsa ist auch in diesem Jahr ganz weit vorne.“ Auch das Einhorn sei bei den Mädchen sehr beliebt. Die Jungs würden sich eher als Polizisten und Feuerwehrmann verkleiden. „Früher waren es eher Cowboys und Indianer, aber das hat jetzt deutlich nachgelassen“, sagt Walaschek. Bei den Erwachsenen war in diesem Jahr ein Trend zu erkennen: „Das Rotkäppchen-Kostüm wurde am häufigsten gekauft. Passend dazu haben die Männer überwiegend zum Bösen-Wolf-Kostüm gegriffen“, so der Kaufhof-Chef.

Kerstin Stadermann musst sich um ihre Kostüm-Ideen keine Gedanken mehr machen. Jetzt heißt es nur noch Show-Time für ihre rosaglitzerne Truppe.

Von Andrea Brack Peña

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