Heeresmusikkorps Hannover

Dirigent Peter reicht den Taktstock weiter

Oberstleutnant Manfred Peter (rechts) übergibt den Takstock an Major Martin Wenn (links) im Beisein des Leiters des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Michael Schramm.

Oberstleutnant Manfred Peter (rechts) übergibt den Takstock an Major Martin Wenn (links) im Beisein des Leiters des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Michael Schramm.

Hannover. Premiere im Probensaal: Auf dem Gelände der Scharnhorst-Kaserne in Bothfeld im nüchternen Zweckbau mit der Nummer 65 ist erstmals ein Chef des Heeresmusikkorps Hannover in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit viel Wehmut und im Beisein vieler Freunde und Weggefährten gab Oberstleutnant Manfred Peter den Taktstock an seinen Nachfolger weiter. Oberstleutnant Martin Wehn meldete dem ranghöchsten Militärmusiker der Bundeswehr, Oberst Michael Schramm: „Das Heeresmusikkorps Hannover hört auf mein Kommando.“ Das 53 Musiker starke Orchester folgte sofort seinem neuen Dirigenten: Zum Abschluss der feierlichen Zeremonie spielte es die Nationalhymne.

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Peter stand seit Juli 2008 an der Spitze des Musikkorps, zuvor war er 21 Jahre lang Leiter des Marinemusikkorps Ostsee in Kiel gewesen. Der in Kassel geborene Offizier diente seit 1978 in der Bundeswehr, nachdem er zuvor zwei Jahre lang als Saxofonist dem Grenzschutzorchester Kassel angehört hatte. Oberst Schramm bescheinigte seinem Freund Peter, die ihm unterstellten Musikkorps „über mehrere Jahrzehnte mit großem Erfolg geführt“ und „viel für das Ansehen der Bundeswehr beigetragen zu haben“.

Wer bis Mittwoch noch nicht wusste, wie beliebt Peter in der Bundeswehr und bei einem Orchester ist, wurde auf eindrucksvolle Weise davon überzeugt. Nachdem er zum letzten Mal dirigiert hatte, gab‘s vom Publikum minutenlang Applaus im Stehen. Und als Abschiedsgeschenk intonierte das Musikkorps ein Medley aus 23 Melodien, mit denen Peter sein Publikum immer wieder beeindruckt hat.

In seiner Abschiedsrede erinnerte der Offizier auch daran, dass unter seiner Ägide die Zahl der Auftritte in Hannover gesteigert wurde, dass das Heeresmusikkorps Hannover seit vier Jahrzehnten eine Patenschaft mit Buchholz/Aller im Heidekreis und eine Partnerschaft mit der Stadt Wolfsburg pflegt. Die Zusammenarbeit mit dem Landespolizeiorchester und dem Orchester der Bundespolizei in Hannover habe „höchstes Niveau“ erreicht, sagte Peter.

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Das Heeresmusikkorps Hannover, das bis zum Oktober vergangenen Jahres zur 1. Panzerdivision gehörte, existiert seit 1956. In jüngster Zeit ist es um neun Musiker verstärkt worden. Der Grund: Vier Militärorchester sind in jüngster Zeit aufgelöst und deren Soldaten auf die übrig gebliebenen 13 Musikkorps verteilt worden. Inzwischen ist das Heeresmusikkorps Hannover das einzige Bundeswehrorchester in Niedersachsen. In seiner langen Geschichte hat es Auftritte in aller Welt absolviert, auch bei den Olympischen Spielen 1972 in München sowie bei Fußball-Welt- und -Europameisterschaften. Bei Benefizveranstaltungen wie den Adventskonzerten in Hannover hat es bisher weit mehr als vier Millionen Euro für wohltätige Zwecke eingespielt.

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