Unter Betrugsverdacht

Dubioser Autohändler setzt sich ab

Die Polizei entdeckte am Donnerstagnachmittag die nicht bezahlten Audis.

Die Polizei entdeckte am Donnerstagnachmittag die nicht bezahlten Audis.

Hannover. Inzwischen liegen drei weitere Anzeigen gegen den aus Serbien stammenden Gebrauchtwagenhändler vor, der seine windigen Geschäfte von Garbsen aus betrieben hat. Geschädigt sind unter anderem der Geschäftsmann Karsten W. aus Bünde und ein weiterer Autofahrer aus München. Sie hatten Audis an Dejan D. veräußert – Karsten W. für 26 000, der Münchener für 37 000 Euro. Auf ihr Geld warten die Männer bis heute.

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W. meldete den Vorfall bei der Polizei, stellte aber gleichzeitig selber Nachforschungen an. Dabei stieß er im Internet auf der Seite eines anderen Autohändlers auf die beiden Fahrzeuge. W. nutzte den gestrigen Feiertag in Nordrhein-Westfalen und fuhr zur zuständigen Polizeidienststelle. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft statteten die Beamten dem Autohändler, der die beiden Audis im Angebot hatte, noch am Nachmittag einen Besuch ab. Die Überprüfung der Fahrgestellnummern ergab: Bei den beiden Audis handelt es sich zweifelsfrei um die Fahrzeuge, die Dejan D. noch nicht bezahlt und bereits weiterverkauft hatte.

Doch Karsten W. aus Bünde konnte seinen Wagen nicht mit nach Hause nehmen. Auch den Audi des Müncheners stellte die Polizei nicht sicher. "Der zweite Autohändler hatte die Fahrzeuge im guten Glauben gekauft", sagte eine Polizeisprecherin. "Er konnte nicht wissen, was da vorher gelaufen war, sodass die ursprünglichen Besitzer jetzt den zivilrechtlichen Weg einschlagen müssen."
Der geprellte Geschäftsmann Karsten W. glaubt nicht daran, dass er so an sein Geld kommen wird. "Den Autohandel in Garbsen hat er dichtgemacht, an seiner angeblichen Adresse in Hannover ist der Name D. nicht zu finden." Auch der Vermieter des Autoplatzes in Garbsen ist inzwischen auf der Suche nach Dejan D. "Er schuldet mir noch zwei Monatsmieten, deswegen habe ich im fristlos gekündigt", sagt er.

Der Autohändler, der die beiden Audis von Dejan D. erworben hatte, hat ebenfalls ein Problem: Er kann die Fahrzeuge nicht weiterverkaufen, bis der Fall geklärt ist. Der gesuchte Gebrauchtwagenhändler soll sich nach HAZ-Informationen inzwischen nach Serbien abgesetzt haben. Zuvor aber hat er den VW Passat, den er für 4600 Euro an das Bochumer Ehepaar verkauft und nicht herausgegeben hatte, ein weiters Mal veräußert. Wie die Polizei den Geschädigten mitteilte, ist der Passat seit dem 6. Juni offiziell bei einer Zulassungsstelle angemeldet – allerdings nicht auf den Namen Dejan D.

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