Oberricklingen

E-Center entlässt acht Mitarbeiter

Der Umsatz bleibt hinter den Erwartungen zurück: In das Edeka-Center des hannoverschen Familienunternehmens Wucherpfennig an der Göttinger Chaussee in Oberricklingen kommen zu wenig Kunden – nun müssen acht Mitarbeiter gehen.

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Nach nur drei Monaten hat der Mittelständler acht Personalstellen im Lebensmittelmarkt abgebaut, einige der Mitarbeiter fanden in anderen Edeka-Filialen eine Arbeit. Das E-Center zieht zu wenig Kunden an, der Umsatz bleibt hinter den Erwartungen zurück. „Da mussten wir reagieren“, sagt Geschäftsführer Volker Wucherpfennig. Mittelfristig hofft der Einzelhändler aber auf mehr Zulauf – nicht zuletzt durch den noch ausstehenden Bau eines benachbarten Fachmarktzentrums. Das will die Edeka-Regionalgesellschaft Minden/Hannover bis zum Herbst errichten. „Die Gespräche mit potenziellen Mietern laufen“, sagte Edeka-Sprecher Andreas Laubig dem Stadt-Anzeiger.

Der Standort leide noch unter seiner Vorgeschichte, meint Wucherpfennig. Edeka hatte den ehemaligen Yimpas-Markt 2006 übernommen und bis September 2009 umbauen lassen. Vor dem türkischen Yimpas-Kaufhaus hatten dort die Betreiber von Plaza, Interspar und Eurospar vergebens um ausreichend Kundschaft geworben. Mit ihren Konzepten waren sie alle nach wenigen Jahren gescheitert. „Wir machen jetzt alles neu. Aber das Neue muss sich bei den Kunden erst einmal durchsetzen“, sagt Wucherpfennig. Von dem Standort sei er jedoch nach wie vor überzeugt, versichert er.

Das E-Center ist auf Kundschaft auch aus den benachbarten Stadtteilen sowie aus Hemmingen oder Ronnenberg angewiesen. Dort solle nun mehr geworben werden, kündigt Wucherpfennig an. Würden die angepeilten Umsatzzahlen erreicht, könne auch wieder mehr Personal eingestellt werden. Elvan Özdemirci vom Bistro „Mittelmeerbuffet“ ist jedoch skeptisch. Sie arbeitet seit 15 Jahren in dem Bistro an der Passage zum Finanzamt neben dem Einkaufsmarkt, seit 2003 als Inhaberin. „Das neue E-Center ist wunderschön“, meint sie.

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„Aber in den anderen Stadtteilen gibt es zu viel Konkurrenz. Warum sollten die Leute hierher kommen?“, fragt die Wirtin. Ihr habe das E-Center bislang keinen steigenden Umsatz beschert. Sie lebt, wie seit Jahren schon, von Stammkunden, die aus dem Finanzamt oder den Büros im nahe gelegenen Telefunkenareal zu ihr kommen. deshalb hat sie stets auf das Mittagsgeschäft gesetzt. „Jetzt muss ich aber bis abends geöffnet haben, auch wenn dann kaum ein Gast kommt.“ Das verlange der neue Mietvertrag mit Edeka von ihr.

Während Wucherpfennig in Oberricklingen um mehr Kunden kämpft, entwickelt sich nur wenige Autominuten entfernt womöglich ein neues Problem – an dem die Edeka-Regionalgesellschaft sogar beteiligt ist. Das Unternehmen will im Ronnenberger Stadtteil Empelde ein weiteres E-Center eröffnen. „Das wird uns die Sache nicht leichter machen“, sagt Wucherpfennig. Näher kommentieren mochte er die Ansiedlung nicht. „Wir müssen die Entwicklung abwarten“, sagt er.

Wie berichtet, will die Stadt Ronnenberg ein Einkaufszentrum mit insgesamt 5200 Quadratmetern auf dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände ansiedeln, davon sind mehr als 3000 Quadratmeter für Edeka geplant. „Beide E-Center würden sich doch gegenseitig Konkurrenz machen“, wundert sich Albert Koch, CDU-Fraktionschef im Bezirksrat Ricklingen. Ihm sei aber vor allem der Erhalt der drei kleinen Edeka-Läden in Ricklingen und Oberricklingen wichtig. „Die dienen der Nachbarschaftsversorgung. Viele Anwohner scheuen den Weg zum E-Center.“ Schließungspläne für die kleineren Läden gebe es derzeit nicht, betont Wucherpfennig.

Von Marcel Schwarzenberger

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