Linga-Woche

Ein Hochbeet gegen Einsamkeit

Die Preisträger, in der Mitte Regionsdezernentin Andrea Hanke.

Die Preisträger, in der Mitte Regionsdezernentin Andrea Hanke.

Hannover. Konzepte gegen verbreitete Einsamkeit alter Menschen zu finden – mit dieser Aufgabe befassten sich eine Woche lang niedersächsische Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen. Dabei ging es auch darum, „den Blick weg von der Pflegethematik zu lenken, alte Menschen sollen solange wie möglich zu Hause leben können“, sagte Projektleiterin Delia Balzer.

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Für die beste Idee hielt eine Jury den Vorschlag eines höhenverstellbaren Hochbeets. 25 Zentimeter Pflanztiefe, Fassungsvermögen 118 Liter, stufenlos verstellbar, auf Rollen transportabel, und auch im Sitzen zu pflegen, etwa für Menschen mit Arthrose oder Rollstuhlfahrer. Im Wortsinne also ein Kleingarten für Balkone, öffentliche Plätzen und Quartierstreffpunkte, wo Menschen über das Hochbeet ins Gespräch kommen könnten. Als Kunden stellen sich die Studenten Städte, Vereine, Pflegeheime und Privatleute vor.

Auf den zweiten Platz brachte Studenten der Gedanke, durch ein ausgeklügeltes Konzept zu verhindern, dass Menschen alleine essen gehen müssen. Dafür sollen Restaurants gewonnen werden, Kellner für Personen zu sensibilisieren, die ungern ohne Begleitung ausgehen, sei es aus Scham oder aus Neid auf umsitzende Paare. Eine besondere Empfangssituation soll entstehen, ehe die Menschen an Tischen mit anderen, einverstandenen, Gästen platziert werden. Ausgestattet mit einem Gütesiegel, könnten Lokale Umsatz steigern und ihr Image aufbessern.

Die Idee, mit Puzzleteilen Menschen in einzelnen Wohnquartieren zu verbinden, stellte eine weitere Gruppe von Studenten vor. Jeder Bewohner bekäme danach ein Stück, und könnte es an einem öffentlichen Ort einsetzen, wo man auf andere Menschen treffen könnte. Interesse an diesem Konzept könnten Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften haben.

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Unabhängig von Ideen und Urkunden, die Andrea Hanke verlieh, Sozialdezernentin der Region Hannover: Alle Teilnehmer trugen ihre Konzepte den im Regionshaus versammelten Kommilitonen und Gästen geradezu leidenschaftlich vor. Björn Kemeter, im niedersächsischen Sozialministerium zuständig für Seniorenpolitik, sagte bei der Veranstaltung, er habe Ideen gesehen, „die man im Auge behalten sollte“.

Die Studenten trafen sich auf Initiative der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (Linga). Die Abschlussveranstaltung am Freitag stand unter der Überschrift „Der Nachwuchs forscht für das Alter“.

Von Gunnar Menkens

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