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15,5 Millionen für alte Frauenklinik

Entstehen hier bald Luxuswohnungen?

Historisches Hauptgebäude: Die ehemalige Frauenklinik am Herrenhäuser Kirchweg.

Historisches Hauptgebäude: Die ehemalige Frauenklinik am Herrenhäuser Kirchweg.

Hannover.Es könnten traumhafte Wohnungen in Uni-Nähe werden, die bald hinter den Mauern der ehemaligen Landesfrauenklinik in der Nordstadt entstehen – allerdings werden sie für Normalverdiener kaum erschwinglich sein. In einem langen Bieterwettstreit hat ein Hamburger Unternehmen den Zuschlag des Klinikums bekommen. Die Firma BPD hatte den Höchstpreis von 15,5 Millionen Euro geboten. Gutachter hatten das Gesamtareal zuvor auf einen Wert von 5,5 Millionen Euro taxiert. Noch ist unklar, welche Pläne der Investor am Ende realisieren will und darf - aber wegen des hohen Kaufpreises rechnen Branchenkenner damit, dass eine 100-Quadratmeter-Wohnung kaum unter einer halben Million Euro zu haben sein wird.

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Mehr als 20 Interessenten

Insgesamt hat es nach HAZ-Informationen mehr als 20 Interessenten und am Schluss noch sieben Bieter gegeben. Außer der zur holländischen Rabobank gehörenden BPD sollen mindestens zwei weitere Firmen deutlich mehr als 10 Millionen Euro geboten haben. Ursprünglich hatte es Ideen gegeben, dort private Baugemeinschaften oder gemeinnützige Wohngenossenschaften zum Zuge kommen zu lassen - das aber ist bei derartigen Summen indiskutabel.

Das weitläufige Areal zwischen Haltenhoffstraße und Herrenhäuser Kirchweg gilt als Filetstück. Auf dem Hauptgebäude liegt Denkmalschutz, ebenso auf Kapelle, Kesselhaus und Einfriedungen. Das Schwesternwohnheim aus der Nachkriegszeit hingegen darf abgerissen werden. Weil kein Bebauungsplan existiert, darf der Investor alles bauen, was sich der Nachbarschaft und dem Denkmalschutz anpasst. Pläne, einen Bebauungsplan zu erlassen, hat die Politik 2015 fallen lassen. Mit dem Instrument hätte sie etwa Quoten für Sozialwohnungen festlegen können, aber zugleich dem Klinikum seinen Gewinn geschmälert.

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Derzeit hat das Gelände etwa 13 000 Quadratmeter Gebäude-Nutzfläche. Dem Vernehmen nach will BPD bis zu 16 000 Quadratmeter Nutzfläche schaffen, muss aber zunächst mit der Stadt verhandeln, was im Detail zulässig ist. Marcus Keller, Niederlassungsleiter der BPD in Hamburg, wollte sich gestern nicht äußern: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zunächst viele Gespräche führen müssen“, sagte er nur.

Das Unternehmen BPD hatte 2015 auch schon auf das Areal des Klinikums Oststadt geboten und mit einem unrealistisch hohen Angebot fast den Flächentausch von Frauenklinik und Oststadtgelände zwischen Region und Stadt zunichte gemacht. BPD war später nach Verhandlungen wieder abgesprungen. Auch beim jüngsten Verkauf der Flächen am Annastift soll BPD ein hohes Angebot abgegeben haben, aber anschließend nicht zum Zuge gekommen sein.

Der Regionsausschuss muss sich am 24. Januar abschließend mit dem Verkauf beschäftigen.

Hebammenschule mit hundertjähriger Geschichte

Zwar wurde das Gebäude der Landesfrauenklinik erst 1903 fertiggestellt – die Geschichte geht bis 1781 zurück. Damals genehmigte König Georg III. den Bau eines Entbindungsheims für obdachlose uneheliche Schwangere mit angeschlossener Hebammenschule im Bereich der heutigen Großen Packhofstraße. 1903 zog sie in den Neubau der „Provinzial Hebammenlehranstalt“ am Herrenhäuser Kirchweg 5 um. Sie setzte Maßstäbe in der Frauenheilkunde, Hygiene und Hebammenausbildung. N

ach schweren Kriegsschäden wurde das Gebäude ab 1946 wieder aufgebaut, zudem entstand ein Schwesternwohnheim. Ab 1949 hieß der Komplex Landesfrauenklinik und Hebammen-Lehranstalt Hannover, wurde 1983 zum Lehrkrankenhaus der MHH. 1991 übergab das Land Klinik und Schule an die Stadt Hannover, von dort gingen beide 2005 in Trägerschaft des Regionsklinikums über. 2015 wurde die Geburtshilfe geschlossen, seither steht das Gebäude leer.

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