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Jubiläum in Stöcken

Erfolgsgeschichte: 10-millionstes Fahrzeug läuft in Hannover vom Band

Vorstand, Mitarbeiter und Gäste versammeln sich rund um das Jubiläumsfahrzeug.

Vorstand, Mitarbeiter und Gäste versammeln sich rund um das Jubiläumsfahrzeug.

Hannover. Bei VW Nutzfahrzeuge (VWN) haben sich am Donnerstag Mitarbeiter, Vorstand und Werksleitung in der Mittagspause nicht in der Kantine, sondern in der Fertigung versammelt. Der Grund: In Stöcken ist das 10-millionste Fahrzeug seit Beginn der Produktion auf den Tag genau vor 63 Jahren vom Band gelaufen. Das Auto, ein rot-weiß lackierter Neunsitzer vom Typ T6 Caravelle, geht als Spende an die Stiftung „Hannoversche Heilanstalt Auf der Bult“ (HKA), die das Kinderkrankenhaus unterstützt.

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Ein Blick ins VW-Werk

Video: VW/Handout

Auto ermöglicht Ausflüge und Hausbesuche

„Tolles Auto, hochausgestattet“, kommentierte Werksleiter Thomas Hahlbohm, der seit 1985 in Stöcken ist und dort auch gelernt hat. Bevor es endgültig in Betrieb geht, werden es die Qualitätsprüfer des Werks ein letztes Mal unter die Lupe nehmen. „Was für eine große Freude, dass wir diesen Bulli für unsere Patienten in Empfang nehmen dürfen“, sagte Amelie von Schintling-Horny, Vorstandsreferentin der Stiftung HKA. Es werde den Patienten therapeutisch wichtige Ausflüge ermöglichen und auch in einem neuen Programm des Kinderkrankenhauses zum Einsatz kommen. Dabei besuchen Spezialisten aus der Dermatologie Patienten mit schweren Hauterkrankungen zur Nachsorge. Schließlich werde der Bulli für Transporte etwa von Blutkonserven oder medizinischen Geräten genutzt.

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Symbol einer Erfolgsgeschichte

Thomas Sedran, Vorsitzender des Markenvorstands von VWN, bezeichnete die Jubiläums-Bulli als "Symbol einer einzigartigen Erfolgsgeschichte". Daran wolle man auch in Zukunft anknüpfen, indem das Werk mit neuen Produkten und Geschäftsmodellen neu ausgerichtet wird. In Stöcken soll von 2022 an der Bau der ID-Buzz-Familie beginnen, das ist die Elektroversion des heutigen Multivans. Dazu kommt ein Elektro-SUV. Die aktuelle Transporter-Generation bleibt noch bis 2024 in der Produktion. Insgesamt investiert der Konzern in Stöcken für den Umbau dem Vernehmen nach deutlich mehr als 1,5 Milliarden Euro.

VW in Hannover: Historische Aufnahmen

Historische Aufnahmen aus dem VW-Werk in Hannover. Video: VW/Handout

Der Bulli ist in seinen bisher sechs Baureihen das Fahrzeug mit der mit Abstand größten Produktionszahl in Stöcken; er bringt es auf 8,94 Millionen Exemplare. Es folgen der bis 1996 produzierte Leichttranspoerter LT mit 812.000 und der seit 2012 gefertigte Amarok mit 144.000 Stück. Das Modell Taro, bei dem es sich um eine Kooperation mit Toyota zwischen 1989 und 1995 handelte, steht mit 61.000 in der Statistik, und auch der Käfer taucht auf. In den Jahren 1974 und 1975 sind 43.000 Autos dieser Marke in Stöcken in die Welt gekrabbelt. „Die Produktionskapazitäten in Wolfsburg konnten damals nicht mehr mit der Nachfrage mithalten. Deshalb sind andere Werke eingesprungen, darunter auch Hannover“, erläutert Sprecher Tobias Salzmann.

Für Stöcken ist es die zweite runde Zahl binnen drei Jahren. 2016 hatte das Werk am Mittellandkanal Geburtstag gefeiert. Am 8. März vor 1956 begann die Geschichte der Autoproduktion in Stöcken, als der damalige Werksleiter Otto Höhne den ersten dort gefertigten VW Transporter dem Hildesheimer Autohändler Willi Dost übergab.

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Größter industrieller Arbeitgeber der Stadt

Der Bulli ist übrigens in seinen Anfängen kein Stöckener Kind. Zunächst wurde er von 1950 an im Stammwerk in Wolfsburg gebaut. Wegen der großen Nachfrage nach den damaligen VW-Modellen musste jedoch ein zweiter Standort her. Für Hannover sprach das verfügbare Grundstück mit Nähe zu Autobahn, Wasserweg und Eisenbahn sowie die Nachbarschaft zu den beiden wichtigen Lieferanten Continental für die Reifen und Varta für die Batterien. 1971 arbeiteten knapp 29.000 Mitarbeiter in den Werkshallen und Büros; aktuell sind es 14.500. Damit war und ist VWN Hannovers größter industrieller Arbeitgeber.

Von Bernd Haase

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