Vietnamesische Küche

Exotische Vielfalt im „An Nam“

Tran Trung ist Geschäftsführer des „An Nam“ .

Tran Trung ist Geschäftsführer des „An Nam“ .

Hannover-Mitte. Annam, das ist der Name für Mittelvietnam mit der alten Kaiserstadt Hue im Zentrum, wo einst die höfische Küche kreiert worden ist. Auf der Speisekarte im „An Nam“ wird aber mit Salaten, Suppen, Frühlingsrollen (die auch Sommerrollen heißen können), Geflügel, Rind sowie Fisch und Meeresfrüchten kulinarisch das ganze Land abgedeckt.

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Eine Einheit stellt die vietnamesische Küche nicht dar, zumal sie auch von China, Indien und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich beeinflusst ist. Im kühleren und trockeneren Norden macht sich der chinesische Einfluss am deutlichsten bemerkbar, während im tropischen Süden eine exotische Vielfalt herrscht. Gemeinsam ist, dass bei einer Mahlzeit Reis nicht fehlen darf und die Fischsauce Nuoc mam sowie viele frische Kräuter für die ganz eigene Geschmacksnote der vietnamesischen Küche sorgen. Sie unterscheidet sich darin von den anderen südostasiatischen Küchen; es wird auch nicht so scharf gegessen wie im benachbarten Thailand.

Daran gemessen ist die Küche im „An Nam“ recht authentisch zu nennen, nur kann die Menge der Fleischbeilage größer sein als in Vietnam üblich. Aber das ist wohl vermeintlichen deutschen Essgewohnheiten angepasst. Am besten geht man mit mehreren Leuten ins „An Nam“, denn dann kann man sich quer durch die vielen Vorspeisen probieren, deren Zutaten auf der Speisekarte ausführlich genannt werden. So begannen wir mit einem gemischten Vorspeisenteller (6,90 Euro), auf dem sich Hühnerfleischspießchen mit drei Saucen, gebackene Wan Tan sowie mit Hühnerfleisch gefüllte Sommerrollen fanden. Letztere tauchen auf der Karte oft auf: gefüllt mit dem vor Vietnam eigentlich nicht ansässigen Lachs (4,50 Euro) oder Garnelen (3,50 Euro). Ein typisches Gericht für den Süden sind Pfannkuchen, gefüllt mit Garnelen, Schweinefleisch, Sojasprossen, Frühlingszwiebeln und natürlich Kräutern mit Fischsauce (3,50 Euro). Und eine Kokosmilchsuppe (3,50 Euro) hatte einen angenehm brennenden Nachgeschmack.

Das alles hatte uns gut geschmeckt und auch den Magen für die Hauptgerichte nicht überlastet. Etwa eine Suppe mit Reisfadennudeln, dünn geschnittene Rind- und Schweinefleischscheiben und Fühlingszwiebeln (6,90 Euro). Das Rezept stammt aus Hue, kann aber seine Verwandtschaft mit der Pho-bo-Suppe aus Hanoi nicht verleugnen. Garnelen in Kokosmilch (11,90 Euro) und gegrillter marinierter Schweinebauch (9,90 Euro) gingen in Ordnung. Für den Seelachs in Safran (11,90 Euro) gilt das gleiche wie für den Lachs, aber es ist wohl auch wirklich besser, Fisch frisch aus der europäischen Nachbarschaft zu verwenden, statt ihn gefroren aus Asien zu importieren.

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Bei unserem zweiten Besuch fand eine halbe knusprige Ente (in Wahrheit waren es Brustfilets) mit Ingwersauce (13,90 Euro) besonderen Beifall. Die Haut war in der Tat sehr knusprig, das zarte Fleisch darunter aber saftig geblieben. Und das Gemüse dazu war frisch und knackig. In Weißwein geschwenkte Garnelen mit Ananas, Gemüse und Kräutern (13,80 Euro) allerdings waren teils hart, und unter das frische Gemüse hatte sich auch Sauergemüse gemischt. Von dem Che Dau Xanh Se (3,50) heißenden Dessert lässt sich nur berichten, dass es grün und heiß war und süß schmeckte, aber sonst eigentlich nach gar nichts. Aber Desserts haben in einer südostasiatischen Küche nun einmal auch dann keine Tradition, wenn die Franzosen einmal im Land gewesen sind. Das aber konnte den guten Gesamteindruck im „An Nam“ nicht mindern.

Innen im „An Nam“ sieht es diskret asiatisch aus. Es gibt einen Außenbereich zur Kramerstraße, wo man sehen und gesehen werden kann. Aber am schönsten ist es bei gutem Wetter im Innenhof mit seinen Pflanzen und großen Sonnenschirmen.

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