Angriffe auf Einsatzkräfte

Feuerwehr stattet alle Rettungswagen mit Panikknopf aus

Gegen ungebetene Gäste: Ein Knopfdruck, und der Behandlungsraum des Rettungswagens verriegelt sich.

Gegen ungebetene Gäste: Ein Knopfdruck, und der Behandlungsraum des Rettungswagens verriegelt sich.

Hannover. Die Berufsfeuerwehr hat auf die steigende Zahl der Angriffe gegen Einsatzkräfte insbesondere gegen Sanitäter reagiert. Seit Neuestem sind alle zwölf Rettungswagen der Wehr mit einem sogenannten Panikknopf ausgestattet. Bei einer Attacke können sich die Helfer im Notfall in den Behandlungsraum des Wagens zurückziehen und alle Türen mit einem Knopfdruck verriegeln. Auch die drei Rettungswagen der Johanniter im Ortsverband Hannover sind bereits mit einem solchen Mechanismus ausgestattet worden. Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Hannover dagegen ist bislang lediglich ein Rettungswagen mit dieser Technik ausgestattet worden. Eine weitere Umrüstung anderer Fahrzeuge sei derzeit nicht geplant, teilte die Organisation mit.

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Gewalt gegen Rettungssanitäter nimmt zu

In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Angriffe auf Rettungssanitäter deutlich angestiegen. Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehren und der Polizei sind davon betroffen. Aus einer Umfrage des DRK Niedersachsen in allen Kreisverbänden aus dem vergangenen Jahr geht hervor, dass Mitarbeiter im Schnitt ein bis zwei Mal im Jahr Gewalttätigkeiten erleben, manche sogar bis zu fünf Mal im Jahr. Die Gewalt gehe von den Patienten, den Angehörigen aber auch von Unbeteiligten aus und sei kein Phänomen, dass nur in Stadtteilen wie dem Sahlkamp oder Mühlenberg angetroffen werde, sondern auch in bürgerlichen Vierteln, teilte das DRK mit. Beispiele für Angriffe gegen Rettungskräfte gibt es viele: Im vergangenen April stoppte eine 50-Jährige auf dem Ernst-August-Platz einen Rettungswagen und schlug auf die Rettungskräfte ein. Als Bundespolizisten Sanitätern zu Hilfe kommen wollten, versuchte die Frau, die Beamten zu beißen und zu bespucken.

„Wir müssen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen“

Die Berufsfeuerwehr Hannover registrierte für das Jahr 2017 insgesamt 23 Angriffe auf Einsatzkräfte – durchschnittlich zwei Übergriffe pro Monat. Seit geraumer Zeit werden die Helfer geschult, wie sie sich im Ernstfall deeskalierend verhalten können. Das allein reicht aber offenbar nicht aus, weshalb die Feuerwehr jetzt die Umrüstung der Rettungswagen mit den Panikknöpfen abgeschlossen hat. „Wir müssen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz.

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Der Deutsche Feuerwehrverband, die Dachorganisation aller Feuerwehren, hat bei seiner Deligiertenversammlung eine Resolution zum Thema Gewalt gegen Feuerwehrangehörige verabschiedet. Darin spricht sich der Verband für die Einrichtung einer zentralen, bundesweiten Anlaufstelle für von Übergriffen betroffene Einsatzkräfte aus. „Dieser Forderung unterstützen wir auch als Berufsfeuerwehr Hannover“, sagt Michael Hintz.

Von Tobias Morchner

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