Trainingszentrum

Fitness für alle an der MHH

Spaß am Sport: Helmuth Hermann trainiert nach seiner Herz-OP regelmäßig. Die MHH-Mediziner Prof. Uwe Tegtbur (li.) und Prof. Christoph Gutenbrunner freut es.

Helmuth Hermann trainiert nach seiner Herz-OP regelmäßig. Die MHH-Mediziner Prof. Uwe Tegtbur (li.) und Prof. Christoph Gutenbrunner freut es.

Hannover. Helmuth Hermann geht es richtig gut. Der 71-Jährige sitzt in Shirt und Sporthose auf seinem Trainingsgerät und stemmt mit den Beinen kraftvoll Gegengewichte. Dass er vor gut zwei Jahren eine schwere Bypassoperation an der Medizinischen Hochschule (MHH) hinter sich gebracht hat, ist dem rüstigen Senior nicht anzumerken. „Ich komme einmal die Woche für eine Stunde hierher“, sagt er. „Und ich fühle mich rundum fit.“ Der hochmoderne Fitnessraum, in dem Hermann trainiert, liegt auf dem Campus der Hochschulklinik. Doch nicht nur für Patienten ist die Einrichtung offen. „Jeder ist willkommen, der etwas für seine Gesundheit tun möchte“, sagt Prof. Uwe Tegtbur, Direktor des MHH-Instituts für Sportmedizin.

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Fast 400 Quadratmeter groß ist das neue Trainingszentrum, das im Gebäude der von Prof. Christoph Gutenbrunner geleiteten Klinik für Rehabilitationsmedizin entstanden ist. Mehr als 50 Geräte stehen zur Auswahl – vom Laufband über den Crosstrainer bis zum Ergometer. Der vom Architektenbüro HDR gestaltete Eingang hat Loungeatmosphäre, Wände und Sitzmöbel sind in Violett- und Grüntönen farblich abgestimmt, in den Trainingsräumen wurde Parkett verlegt. Möglich wurde der aufwendige Umbau des Hauses, in dem Sport- und Rehabilitationsmedizin nun erstmals unter einem Dach zusammenarbeiten, durch 2,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket, das Bund und Land 2009 gemeinsam geschnürt hatten. Ein Viertel der Summe steuerte das Land bei – was mit dem Geld geschehen ist, wollte sich Wissenschaftsministerin Johanna Wanka am Freitag beim Rundgang persönlich ansehen.

Die Ministerin im Kostüm traf auf lauter fleißig Trainierende in Sportbekleidung. Zurzeit kämen rund 350 Nutzer pro Woche in die Fitnessräume, die zwischen 8.30 und 18.30 Uhr zur Verfügung stünden, sagt Tegtbur. In den späteren Abendstunden und am Wochenende sind die Räume darüber hinaus für Mitarbeiter und Studenten der MHH offen, von denen wöchentlich etwa 450 vor Ort sind. Viele Trainingsteilnehmer sind Patienten, denen nach einer Operation oder einer anderen Behandlung an der MHH zur Rehabilitation eine Sport- oder Bewegungstherapie verordnet wurde. Andere wurden von einem niedergelassenen Arzt an die Sportmediziner der Hochschulklinik überwiesen. Wieder andere kommen mit bestimmten Beschwerden aus eigenem Antrieb gleich in die Sportambulanz. Bei medizinischen Indikationen werden die Kosten für das Training in der Regel ganz oder teilweise von den Krankenkassen getragen.

Es gibt aber auch zunehmend Interessierte, die körperlich gesund sind und den Sportbereich der MHH wie ein Fitnessstudio der besonderen Art nutzen. Für einen Monatsbeitrag von 105 Euro kann dort unter ärztlicher Aufsicht so oft trainiert werden wie gewünscht. Auch das MHH-Schwimmbad steht bereit. „Wir bieten jedem eine umfangreiche Beratung und Betreuung an“, sagt Tegtbur. Kontinuierlich ist medizinisches Fachpersonal im Einsatz, das die Trainingseinheiten überwacht. Zum Basisangebot für Selbstzahler gehören zudem Untersuchungen wie Blutdruckmessen oder ein Elektrokardiogramm (EKG) bei körperlicher Belastung. Auf Wunsch erstellen die MHH-Experten gegen einen Aufpreis auch individuelle Trainingsprogramme – etwa für Freizeitsportler, die einen Marathon laufen möchten. Oder sie entwickeln spezifische Übungen in Kombination mit einer Ernährungsberatung für alle, die abnehmen möchten. „Unser großer Vorteil ist, dass wir von Hochleistungssportlern bis zu Patienten mit verschiedensten Erkrankungen alle Personengruppen sportmedizinisch betreuen“, sagt Tegtbur. Dieses besonders breite Spektrum werde durch die therapeutischen und präventiven Angebote der Klinik für Rehabilitationsmedizin optimal ergänzt.

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Helmuth Hermann ist davon überzeugt. „Ich fühle mich hier bestens aufgehoben“, sagt er. Durch das Angebot an der MHH ist der Rentner in Sachen Sport richtig auf den Geschmack gekommen. „Ich spiele auch Tennis, fahre Rad und mache Bergwanderungen“, sagt er.

Das Institut für Sportmedizin ist unter Telefon (0511) 532-54 99 erreichbar.

Millionen verbaut

Mit einer Summe von insgesamt rund 30 Millionen Euro hat die MHH in Niedersachsen den größten Betrag aus dem Konjunkturpaket von Bund und Land erhalten. Für rund vier Millionen Euro wurden eine urologische und eine unfallchirurgische Station saniert, ebenso viel kostete ein neues S-3-Labor. Allein 18,5 Millionen Euro flossen in den Neubau des Pädiatrischen Forschungszentrums, in dem Wissenschaftler der Kinderklinik neue Therapien entwickeln. Der Neubau der in die Jahre gekommenen Klinik selbst lässt noch auf sich warten. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag ist für das Projekt veranschlagt; im Herbst dieses Jahres sollen die Raumpläne fertig sein. Ministerin Johanna Wanka versicherte, dass der Klinikneubau beim Land Priorität habe.

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