Hannover

Flüchtlingsheim: Zwei Familien gehen aufeinander los

Das Flüchtlingsheim in der Kampstraße in Misburg.

Das Flüchtlingsheim in der Kampstraße in Misburg.

Hannover. Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Familien in einem Flüchtlingsheim an der Kampstraße in Hannover-Misburg sind am Donnerstagabend zwei Personen verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, waren nach Angaben des Sicherheitsdiensts zunächst die Kinder beider Familien in Streit geraten. Dann griffen auch die Eltern ein. Polizei und Stadt prüfen nun nach der schweren Auseinandersetzung, ob die Betroffenen in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht werden.

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„Ein 44-Jähriger schlug zunächst mit den Fäusten auf einen 33-Jährigen ein“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ging der Streit von der afghanischen Familie aus und richtete sich gegen eine albanische. Der 16-jährige Sohn unterstützte den Angriff seines Vaters, indem er mit einem Küchenmesser auf das 33-jährige Opfer einstach. Das Opfer erhielt wiederum Unterstützung von seinem 13-jährigen Sohn, der ebenfalls durch den Messerangriff verletzt wurde. Ein weiterer 16-jähriger Bewohner griff den 44-Jährigen mit einer Holzlatte an. Bei ihm handelt es sich um einen Kosovaren, der sich laut Hasse auf die Seite der albanischen Familie schlug.

Polizei stoppt Auseinandersetzung

Erst mit mehreren Streifenwagen konnte eine weitere Eskalation verhindert werden. „Die beiden Opfer erlitten leichte Schnittverletzungen an den Armen sowie Händen“, sagt Polizist Hasse. „Sie wurden in einem Rettungswagen versorgt.“ Eine Behandlung im Krankenhaus war nicht nötig. Der 44-Jährige erhielt einen Platzverweis und musste sich zwölf Stunden lang von der Unterkunft fernhalten. Sein 16-jähriger Sohn musste die Unterkunft ebenfalls verlassen und kam über Nacht in der Clearingstelle unter.

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Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die beiden 16- und den 44-Jährigen, der 33-Jährige muss sich wegen Körperverletzung verantworten. Als einen Grund für den blutigen Streit gaben die Kontrahenten der Polizei gegenüber an, es habe „sprachliche Barrieren“ gegeben. Gemeinsam mit der Stadt prüfen die Ermittler nun, ob die beiden Familien auf unterschiedliche Flüchtlingsunterkünfte in Hannover verteilt werden. „Wir werden den Vorfall aufarbeiten und sind um eine Konfliktlösung bemüht“, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Ein Ergebnis steht noch aus.

Von Peer Hellerling

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