Linden-Nord

Freizeitheim hat neue Leitung

Kulturpädagogin Silke van Laak wird zukünftig das Freizeitheim Linden führen.

Kulturpädagogin Silke van Laak wird zukünftig das Freizeitheim Linden führen.

Hannover. Linden-Nord. Im Sport würde man von einem Wunschtransfer sprechen: Silke van Laak wechselt vom Kulturtreff Bothfeld ins Freizeitheim Linden und übernimmt dort den verwaisten Posten der Geschäftsführerin. Die studierte Kulturpädagogin bringt offenbar alle Voraussetzungen mit, die für diese Aufgabe nötig sind. Bei ihrer Vorstellung im Forum Linden-Nord waren die Akteure aus dem Stadtteil jüngst entsprechend begeistert. Und sie haben vor allem eine Hoffnung - dass van Laak, anders als ihre Vorgänger, gekommen ist, um zu bleiben.

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„Dieses Haus leidet darunter, dass es seit 1995 keine Beständigkeit in der Geschäftsführung gegeben hat“, beklagte Stadtteilarchivar und Lindener Urgestein Egon Kuhn bei der Vorstellung im Forum Linden-Nord. Wenn es nach van Laak geht, hat diese Durststrecke nun ein Ende. „Ich bin jetzt erst mal da und möchte auch nicht weg“, betonte die neue Geschäftsführerin.

Nach ihrem kurzen Auftritt im Bezirksrat Linden-Limmer stand van Laak der Stadtteilrunde erstmals ausführlich Rede und Antwort. Wie wichtig die Zusammenarbeit mit den kulturell aktiven Bürgern ist, wisse sie aus ihrer 24-jährigen Erfahrung in der Stadtteilkulturarbeit. „Ich kenne mich ziemlich gut in Vereinsstrukturen und mit der Arbeit mit Ehrenamtlichen aus“, sagte van Laak. In Bothfeld hatte sie unter einem ehrenamtlichen Vorstand stadtbezirksübergreifende Kulturarbeit geleistet. Auch das Freizeitheim Linden will sie nun gut vernetzen. Dabei möchte sie vor allem die Nutzergruppen der Einrichtung stärker miteinander in Kontakt bringen. Feste und Veranstaltungen sollen dabei helfen.

Das Kursusprogramm für das Freizeitheim wird ab September erstmals die Handschrift der 51-Jährigen tragen. „Wir werden einige neue Kurse im Programm haben“, kündigte van Laak an. Dazu zählen etwa Fitnessangebote zur Bewegungsförderung. Weitere Neuerungen wolle sie bedarfsgerecht an die Nutzer des Freizeitheims anpassen.

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„Jemand mit diesen Erfahrungen ist das, was uns die ganze Zeit gefehlt hat“, sagte Forumsmoderatorin Barbara Mann. Sie wünsche sich für den Stadtteil wieder mehr Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger und weniger Zwiegespräche zwischen Bezirksrat und Verwaltung. Egon Kuhn freute sich darüber, dass van Laak eng mit dem Stadtteil verwurzelt ist. Dort lebt sie mit ihrer Familie seit mehr als 20 Jahren. „Das ist sehr sympathisch und auch wichtig für das Freizeitheim“, sagte er.

Dass van Laak entschlossen anpacken will, bewies sie bereits kürzlich, als sie die Koordination für die 900-Jahr-Feier für Linden im kommenden Jahr in Angriff nahm. „Wir nehmen im Freizeitheim die Fäden in die Hand, aber wir machen das nicht alleine“, erklärte sie. Die Einrichtung werde im Jubiläumsjahr zwar auch eigene Angebote organisieren, setze aber auf das Engagement aus dem Stadtteil. Mit den Vorschlägen der Lindener zu den Jubiläumsfeierlichkeiten ist die neue Freizeitheimleiterin bisher zufrieden. „Nur die sozialen Einrichtungen und Schulen sind noch zurückhaltend“, sagte sie. Dort will sie verstärkt um weitere Festbeiträge werben.

Zum 1. August hat die 51-Jährige offiziell ihren Posten im Freizeitheim Linden angetreten. „Ich finde mich gerade in die Strukturen des Hauses und des Stadtteils ein“, sagte van Laak. Dabei hilft ihr Isabel Guzmán, die schon seit Jahren in Linden-Nord und Linden-Süd in der Kulturarbeit tätig ist. Die beiden Frauen sind die derzeit einzigen festen Mitarbeiterinnen im Kulturbereich des Freizeitheims. „Die Stellenplanung ist eine Baustelle, an der wir arbeiten müssen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Eike Geffers. Er forderte mehr städtische Mitarbeiter für die Stadtteilkulturarbeit in Linden.

Im Freizeitheim schlägt ein neues Herz

Das Freizeitheim Linden soll zur gastronomischen Größe im Stadtteil werden. Der neue Geschäftsführer der Eventgastronomie Ferry, Hannes Hoppe, kündigt umfassende Änderungen an. Der 42-Jährige Lindener will den Gastrobetrieb gründlich entstauben und zum „Herz des Freizeitheims“ machen. Dazu will er ab Oktober an den meisten Tagen durchgehende warme Küche und Kulturgastronomie anbieten. „Im Freizeitheim gehen im Monat 10?000 Menschen durch – das ist eine Hausnummer, auf der man aufbauen kann“, sagt Hoppe zuversichtlich. Die Gastronomie im Veranstaltungszentrum an der Stadtteilgrenze zwischen Linden-Nord und Limmer lag bislang mehr oder weniger brach. Nachdem die frühere Geschäftsführung im April endgültig das Handtuch warf, ließ sich der Politikwissenschaftler für die Geschäftsführung begeistern. Zuvor war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Bundestagsabgeordneten Diether Dehm tätig, jetzt ist er Partner der Kneipe Frosch, die das Freizeitheim als Unterpächter übernommen hat. „Ich komme ursprünglich aus einer Gastronomenfamilie“, erzählt Hoppe. Daher wisse er genau, wie man ein Lokal betreibt. Den Standort kennt er ebenfalls bestens: Er wohnt direkt gegenüber. „Woanders hätte ich das vielleicht nicht gemacht“, sagt er. Das Freizeitheim hält er aber für einen idealen Standort, um dort Kulturgastronomie zu betreiben. Geplant sind Kabarett (montags), Kleinkunst (dienstags), Tanzabende (mittwochs), Filmabende (donnerstags), Live-Musik (freitags) und Parties (sonnabends). Damit will Hoppe die Nutzer des Freizeitheims, aber auch die Stadtteilbewohner allen Alters erreichen. „Wir wollen auch Menschen über 60 ansprechen, für diese Zielgruppe gibt es in Linden bisher wenig Angebot.“ In der Küche wird Hoppes Freund Frank Pharao stehen, der zwar kein gelernter Koch ist, sich aber unter anderem schon in Kleinen Museum bewiesen habe. Ab Herbst soll die Küche fast jeden Tag von 9 bis 22 Uhr geöffnet haben. 20 bis 25 verschiedene Speisen der deutschen, französischen und mediterranen Speisen sollen im Angebot stehen. Ein Drittel der Speisen werde vegetarisch, einige sogar vegan sein. „Unsere Karte soll für jeden etwas bieten.“ Der neue Geschäftsführer kündigt auch eine Umbenennung der Freizeitheim-Gastronomie an. Den Namen will er aber noch nicht verraten. Wie die Eventgastronomie zukünftig heißen will, wird er zusammen mit dem neuen Programm Ende August vorstellen. cli

Sanierung dringend erforderlich

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Um den baulichen Zustand des Freizeitheims Linden steht es nicht zum Besten. Der Zweckbau an der Windheimstraße ist arg in die Jahre gekommen. Neben den allgemeinen Gegebenheiten sind vor allem die sanitären Anlagen hoffnungslos veraltet. Kein Wunder: Nachdem das Gebäude im Januar 1961 für umgerechnet 1,5 Millionen Euro erbaut wurde, gab es keine Grunderneuerung mehr. „Inzwischen sind zwar zwei Millionen Euro in die Brandschutzsanierung geflossen, aber nicht in eine veränderte Nutzung“, sagt SPD-Fraktionschef Eike Geffers. Eine Arbeitsgruppe zum Freizeitheim sei zuletzt „eingeschlafen“. Demnächst erwartet der Bezirksratsherr aber, dass die Debatte zur Gebäudesanierung und zum neuem Raumkonzept wieder Fahrt aufnimmt – wenn der Nachfolger für den zuständigen Fachbereichsleiter Dieter Wuttig, der sich demnächst in den Ruhestand verabschiedet, sein Amt antritt. „Mit einem neuen Fachbereichsleiter gibt es auch neue Möglichkeiten“, sagt Geffers. Der neue Gastronom Hannes Hoppe hält sogar eine Kernsanierung des Freizeitheims für erforderlich. „Wenn es stark regnet, tropft an mehreren Stellen das Wasser durch die Decke“, berichtet er. Offenbar gebe es ein Problem mit der Entwässerung des Flachdachs. Die Sanitäranlagen will Hoppe notfalls auch in Eigenarbeit verschönern. „Das wollen wir so schnell wie möglich anpacken“, verspricht er. cli

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