Trauriger Spitzenplatz

Gräber in Hannover sind am teuersten

Beispielsweise müssen Hinterbliebene für ein Erdreihengrab auf einem städtischen Friedhof in der Landeshauptstadt einmalig 2900 Euro bezahlen. Damit belegt Hannover laut Aeternitas einen traurigen Spitzenplatz. Die Kosten für ein Urnenreihengrab sind nach Angaben der Verbraucherinitiative mit 2446 Euro ebenfalls außergewöhnlich hoch. Für ein anonymes Urnengrab müssen 1670 Euro bezahlt werden, auch hier gehört Hannover zu den teuersten Städten.

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Der Verein Aeternitas hat die Gebühren für die Grabstelle mit weiteren Kosten zusammengerechnet, die die Kommune etwa für das Ausheben des Grabes und die Nutzung der Trauerhalle erhebt. Bei der Zusammenstellung der Gebühren für rund 1000 Kommunen sind gravierende Unterschiede herausgekommen. Beispielsweise sind die Gebühren für Erdreihengräber in Leipzig (1280 Euro) und Wiesbaden (1240 Euro) erheblich niedriger als in Hannover. In Berlin und Dresden kosten diese Gräber sogar unter tausend Euro. Nicht berücksichtigt hat Aeternitas in der Berechnung die unterschiedliche Nutzungsdauer der Gräber. Während in Hannover die Gebühr laut Satzung für 20 Jahre gilt, beträgt die Nutzungsdauer der Gräber in einigen anderen Städten 25 Jahre.

Gravierende Unterschiede bei den Gebühren gibt es auch innerhalb der Region Hannover. Das Urnenreihengrab (in Hannover 2446 Euro) kostet in der Nachbarstadt Garbsen lediglich 655 Euro. In Langenhagen müssen Angehörige 790 Euro bezahlen, in Lehrte sind es 910 Euro.

Auch bei den Erdreihengräbern sind die Gebühren in den Umlandkommunen deutlich günstiger. In Laatzen kostet ein solches Einzelgrab 1376 Euro, in der Wedemark lediglich 1193 Euro. Stadtsprecher Klaus Helmer verteidigt die hohen Gebühren unter anderem mit dem hohen Pflegeaufwand für die parkähnlichen Friedhöfe der Stadt. Außerdem müssten, anders als in kleineren Kommunen, große Flächen vorgehalten werden.

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Auch aus Sicht der Bestatter sind die Friedhofsgebühren in Hannover erklärbar. „Die städtischen Friedhöfe haben viele Grünflächen mit gepflegten Wegen“, sagte die Vorsitzende des Bestatterverbandes Niedersachsen, Ruth Garvens aus Hannover. Sie räumt allerdings ein, dass die hohen Gebühren für viele Angehörige belastend seien. Insgesamt kostet eine normale Erdbestattung nach Angaben des Bestatterverbandes mindestens 5000 Euro.

In Hannover gibt es insgesamt 20 Friedhöfe, darunter fünf große Stadtfriedhöfe und 15 kleinere Stadtteilfriedhöfe. In der Stadtverwaltung ist man stolz darauf, dass die Friedhöfe nicht nur Orte der Trauer und des Andenkens an die Verstorbenen sind, sondern auch durch das viele Grün eine wichtige Bedeutung für die Naherholung haben. Bestes Beispiel ist der 22 Hektar große Engesohder Friedhof in der Südstadt. Unter großen Bäumen gibt es 18 000 Gräber. Besonders eindrucksvoll sind die vielen Mausoleen und die großen, plastisch gestalteten Grabdenkmäler.

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