Römerlager

Grüne wollen Kiesabbau stoppen

Roms Erben: Geschichtsenthusiasten, etwa von der Römer AG Leine, initiieren auf dem Gelände bei Wilkenburg immer wieder Kulturveranstaltungen.

Roms Erben: Geschichtsenthusiasten, etwa von der Römer AG Leine, initiieren auf dem Gelände bei Wilkenburg immer wieder Kulturveranstaltungen.

Hannover. Seit Jahren gibt es erbitterte Debatten um einen unscheinbaren Acker bei Wilkenburg: Darf auf dem Areal, das vor gut 2000 Jahren römischen Soldaten als Marschlager diente, Kies abgebaut werden? Die Grünen im Landtag unterstützen jetzt einen Vorstoß zum Erhalt des Bodendenkmals. Sie fordern Land und Region auf, dem Kiesabbau durch Änderung der Raumordnungsprogramme einen Riegel vorzuschieben. "Es wäre einfach, den Abbau zu stoppen", sagt der stellvertretende Fraktionschef Christian Meyer.

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Der Landtag wird sich bald mit dem Römerlager befassen müssen. Eine von dem Hildesheimer Ehepaar Werner Dicke und Kristina Osmers initiierte Online-Petition für den Erhalt des Römerlagers haben mehr als 5000 Menschen unterzeichnet. Zum ersten Mal seit Einführung solcher Petitionen im Jahr 2017 sind damit so viele Stimmen zusammen gekommen, dass die Initiatoren ihr Anliegen in Petitionsausschuss des Landtags vortragen dürfen. Voraussichtlich im Mai oder Juni bekommen die Gegner des Kiesabbaus rund eine Stunde Zeit, ihr Anliegen dort zu schildern.

„Historische Stätte erhalten“

Die Firma Holcim will auf dem rund 500 mal 600 großen Gelände in dem Hemminger Ortsteil Kies abbauen. Forscher haben dort bei Grabungen schon zahlreiche Münzen und Metallfragmente entdeckt, bislang wurde allerdings nur ein Bruchteil des Geländes untersucht. Bis zu 20 000 Legionäre sollen dort um 5 n. Chr. campiert haben.

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Im Landesraumordnungsprogramm ist die Fläche bislang als Vorranggebiet für Kiesabbau vorgesehen. „Holcim hat aber keinen Rechtsanspruch auf eine Genehmigung“, sagt Meyer, der in seiner Zeit als grüner Landwirtschaftsminister auch für Raumordnung zuständig war. Das Land könnte mit einem Kabinettsbeschluss das Raumordnungsprogramm ändern, sagt er. Alternativ wäre es auch möglich, dass die Region Hannover den Kiesabbau aus dem regionalen Raumordnungsprogramm streicht, da die archäologische Bedeutung des Areals bei den ursprünglichen Planungen noch nicht bekannt war. „Die historische Stätte“, sagt Meyer, „muss dauerhaft erhalten bleiben.“

Von Simon Benne

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