Angriff in Burgwedel

Haben Messerangriffe in Niedersachsen zugenommen?

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff.

Hannover/Burgwedel. Nach einem Streit im Supermarkt ist eine junge Frau am Wochenende auf der Straße niedergestochen worden. Am Montag schwebte sie noch in Lebensgefahr. Der 17 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft. Vier weitere Messerangriffe haben am Wochenende in Hannover Aufsehen erregt. Nach Beobachtung des Landeschefs der Gewerkschaft der Polizei (GdP) tragen zunehmend Heranwachsende Messer mit sich herum.

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 Haben Messerangriffe in Niedersachsen zugenommen? 

Ja, wir haben den Eindruck, dass die Anzahl solcher Angriffe zugenommen hat. Konkrete Zahlen liegen uns nicht vor, da es keine statistischen Erhebungen dazu gibt.

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 In Burgwedel wurde eine 24-Jährige durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt. Mutmaßlicher Täter ist ein 17-jähriger Palästinenser. Sind junge Migranten häufiger mit Messern bewaffnet? 

Das wissen wir nicht. Es ist aber zu beobachten, dass zunehmend Jugendliche und Heranwachsende Messer bei sich tragen. Wir sehen darin einen neuen gefährlichen Trend, da sich in Sekundenbruchteilen lebensgefährliche Situationen entwickeln können. Die Frage ist, ob den jungen Leuten bewusst ist, dass sie damit auch töten können.

Anders als Schusswaffen werden Messer als Tatwaffe in den meisten Polizeistatistiken nicht erfasst, eine Ausnahme ist die Berliner Kriminalpolizei. Sollte es in Niedersachsen auch eine gesonderte Auswertungen geben? 

Auch für Niedersachsen sollten Messerangriffe statistisch erfasst werden. Wir müssen wissen, wo vermehrt solche Taten begangen werden und vom wem, um reagieren zu können. So könnte zum Beispiel das Training für das Verhalten bei Einsätzen besser angepasst werden. Auch die Justiz ist gefragt, da unserer Auffassung nach mit entsprechenden Urteilen eine abschreckende Wirkung erzielt werden kann.

 Sollte das Tragen von Messern in der Öffentlichkeit verboten werden? 

Es ist klar geregelt, welche Messer verboten sind. Weitere Verbote, zum Beispiel von Taschenmessern, würden an der Realität vorbeigehen. Auch das Mitführen von Küchen- oder Gartenmessern lässt sich schwerlich verbieten. Es muss vielmehr viel früher angesetzt und hinterfragt werden, warum insbesondere junge Menschen Messer mit sich führen. Schulen, Sportvereine und weitere gesellschaftliche Akteure sind aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wie man hier entgegenwirken kann.

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Anmerkung der Redaktion

Anders als zunächst berichtet,  handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter und seiner Familie nicht um Syrer. Die Mitglieder der Familie sind Palästinenser und 2013 als Kontingentsflüchtlinge aus Syrien eingereist. Daher haben wir die Information am Montagnachmittag nachträglich im Artikel ergänzt.

Von Christina Sticht, dpa

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