Raschplatz, Aegi und Kleefeld

Hannover bekommt drei neue Hotels

Neues Haus am Pferdeturm: Dannenberg baut ein Apart-Hotel.

Neues Haus am Pferdeturm: Dannenberg baut ein Apart-Hotel.

Hannover. Hinterm Hauptbahnhof hat die Demontage der steinernen Wasserwand am Raschplatz-Pavillon begonnen. Dort errichtet die hannoversche BauWo in Kürze ein Steigenberger-Hotel mit 228 Zimmern. Am Aegi ist der Abriss am Eckgebäude zur Marienstraße gestartet. Nur die Fassade des historischen Hauses bleibt stehen, im dahinterliegenden Neubau richtet die Hildesheimer Hanseatic-Gruppe in Kürze ein Lindner-Hotel mit 160 Zimmern ein.

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Und am Pferdeturm ist die Baugenehmigung für ein neues Apart-Hotel mit 200 Zimmern erteilt. Neben der künftigen Continental-Zentrale lässt der hannoversche Projektentwickler Dannenberg einen siebengeschossigen Hotelbau nach Entwürfen des Frankfurter Architekten Stefan Forster bauen.

Braucht Hannover so viele neue Hotels? Immerhin gibt es in Stadt und Umland aktuell schon 62 207 „Schlafgelegenheiten in Beherbergungsbetrieben“, wie es das Landesamt für Statistik ausdrückt.

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Wie viele Betten sind nötig?

Beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband fällt die Antwort eindeutig aus. „Die Übernachtungszahlen in Hannover steigen seit Jahren kontinuierlich“, sagt Geschäftsführerin Kirsten Jordan. Allein im Stadtgebiet sind es seit 2010 rund 300 000 Hotelübernachtungen im Jahr mehr geworden, die Zahl kletterte auf aktuell 2,24 Millionen. Im Umland ist die Tendenz etwas abgeschwächt, aber in gleicher Richtung: Dort kamen gut 200 000 Übernachtungen hinzu (Stand: 1,65 Millionen). Zugleich aber ist die Zahl der Hotelbetten gesunken. Allein im vergangenen Jahr ist Hannovers Hotelmarkt um mehr als 1200 Betten geschrumpft - vor allem, weil Hotels wie das Maritim am Neuen Rathaus zu Flüchtlingsunterkünften umgewandelt wurden. Aber es gäben auch immer mehr kleinere Hotels auf, vor allem im Umland, sagt Jordan. Mal sei die Suche nach einem Betriebsnachfolger schwer, mal gebe es hohe Sanierungsstaus - und oft komme auch beides zusammen.

Rekordpreise zur Messe

Ob Angebot und Nachfrage stimmen, lässt sich in der Marktwirtschaft ja auch meist gut an den Preisen ablesen. Zur gestern gestarteten Industriemesse wurden mal wieder Höchstpreismarken gemeldet. Bis zu 700 Euro zahlen kurzentschlossene Gäste pro Nacht in Vier-Sterne-Hotels, rund 500 Euro in Drei-Sterne-Hotels. Damit sind die Preise etwa fünfmal so hoch wie außerhalb der Messezeiten. Auch in Zwei-Sterne-Hotels haben die Preise kräftig angezogen. Ein Einzelzimmer, das sonst rund 70 Euro pro Nacht kostet, ist während der Messezeit für rund 270 Euro zu haben.

Längst aber ist Hannovers Hotellerie nicht mehr nur auf Messegäste fokussiert. Steigenberger und Lindner mit ihren Citylagen rechnen auch mit der wachsenden Zahl an Stadttouristen, die Hannover entdecken. Beim neuen Apart-Hotel am Pferdeturm dagegen sind eher Langzeitmieter die Zielgruppe.

Projektentwickler Helmut Dannenberg, der derzeit unter anderem am Hanomag-Gelände und in der innerstädtischen Adolfstraße Wohnungen baut, hat das Grundstück neben dem Alten Schlachthof Bult vor zehn Jahren bei einer Versteigerung vom Bund erworben. „Der Standort ist optimal für ein Hotel, in dem die Bewohner sich für ein bis zwei Monate einmieten“, sagt er. Rund 20 Millionen Euro wird das neue Hotel kosten. Handwerker, Geschäftsreisende, Messearbeiter sollen in dem Gebäude appartementähnliche Zimmer vorfinden, die sie auf Zeit nutzen können.

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Am Andreas-Hermes-Platz hinterm Hauptbahnhof dagegen starten jetzt erst die vorbereitenden Arbeiten für das neue Steigenberger-Hotelhochhaus. „Unter dem Baufeld verlaufen große Wasser- und Abwasserleitungen“, sagt BauWo-Chef Bernd Rathenau. Um diese zu verlegen, müsse die steinerne Wasserwand weichen - der große Rundbrunnen hingegen ist nicht betroffen. Der Hotelneubau selbst startet erst im Januar.

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