Gerichte & Geschichten

Treue Tomaten

„Restaurants reißen sich darum“: Sibylle Maurer-Wohlatz bei der Verkostung alter Tomaten im Wandergarten.

„Restaurants reißen sich darum“: Sibylle Maurer-Wohlatz bei der Verkostung alter Tomaten im Wandergarten.

Hannover. Alte Tomatensorten reichen von johannisbeergroßen Trauben bis hin zu 800-Gramm-Früchten; es gibt sie in ovalen, herzförmigen, länglichen und gerippten Formen. Sie können grün, zitronengelb, orange, hellrot bis violett, rotbraun bis schwarz, mehrfarbig gestreift und marmoriert sein. „Die alten Sorten liegen im Trend – Restaurants reißen sich darum“, sagt Sibylle Maurer-Wohlatz, Geschäftsführerin des Bunds für Naturschutz (BUND) Region Hannover.

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„Sie sind vielfach nicht nur geschmacklich intensiv, sondern machen auch als Dekoration etwas her.“ So gab es jede Menge Zuspruch, als die Pflanzenexpertin jetzt zur Tomatenverkostung in den Wandergarten auf den Theodor-Lessing-Platz einlud. Gut 20 Sorten vom Gartenbaubetrieb Nötel in Jeinsen hatte Maurer-Wohlatz im Gepäck, dazu jede Menge Informationen über Inhaltsstoffe, Saatgut und Anbau. „Für Tomaten ist oft auch noch auf dem kleinsten Balkon Platz, Voraussetzung ist jedoch Sonne und gute, humusreiche Erde.“ Wer das bei der Aussaat im Frühjahr beachtet hat, kann dieser Tage reich ernten – und das schmecken, was den runden Roten aus Holland oder Spanien oft fehlt: ein intensives Aroma.

Die Teilnehmer im Wandergarten zumindest schwärmten vom cremigen Geschmack der Solotaja Ripka, vom fruchtigen Aroma des Lämpchen oder vom fleischigen Ochsenherz, über das Maurer-Wohlatz sagt: „Es gibt keine bessere Sorte für Pastasoße.“ Zu erfahren war, dass alt ist, was es seit mindestens 30 Jahren gibt. Das kann eine Tomate aus der Saatgutzucht der DDR sein, wie die Pepito von 1976. Oder Bauernsorten aus Südamerika, die mit den Seefahrern im 16. Jahrhundert nach Europa gelangten.

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Weltweit sind bis heute 10?000 Kultursorten entstanden. Alte Sorten verschwanden irgendwann, weil sie zu unwirtschaftlich, zu anfällig, zu hässlich waren. In Zeiten der biologischen Gemüseküchen dürfen Tomaten nun wieder ihren wahren Charakter zeigen. Allerdings ist nicht überall, wo Ochsenherz auf der Kiste steht, auch reinrassiges Ochsenherz drin. Bei den bunten, auf alt getrimmten Tomaten im Supermarkt handelt es sich vielfach um Kreuzungen.

Für Donnerstag, 19. September, von 17 bis 18.30 Uhr lädt der BUND zum Bildervortrag über alte Gemüseschätze in die Volkshochschule, Theodor-Lessing-Platz, ein. Eine Saatgutliste und weitere Informationen zu alten Tomatensorten gibt es unter

www.nutzpflanzenvielfalt.de

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