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Schulen in Hannover

Stadt prüft Bemerode als Standort für Gymnasium

Auf dem Schützenplatz in Bemerode entsteht aller Voraussicht nach ein neues Gymnasium. Die Pläne sind allerdings noch nicht in den politischen Gremien diskutiert worden.

Auf dem Schützenplatz in Bemerode entsteht aller Voraussicht nach ein neues Gymnasium. Die Pläne sind allerdings noch nicht in den politischen Gremien diskutiert worden.

Hannover.Das 18. Gymnasium der Stadt entsteht aller Voraussicht nach in Bemerode. Pläne zum Bau einer Schule hat Schuldezernentin Rita Maria Rzyski diese Woche auf einer Infoveranstaltung für Anwohner vorgestellt. Die Dezernentin nahm das Wort „Gymnasium“ zwar nicht in den Mund. Die Schulverwaltung betont, dass es bisher nur um eine „Vorbehaltsfläche für eine weiterführende Schule“ geht.  Allerdings ist bekannt, dass die Stadt bei Neugründungen auf  Gymnasien und Gesamtschulen setzt. Und eine Integrierte Gesamtschule existiert im Umfeld mit der IGS Kronsberg bereits. Die Stadt hat als Baugrund den Schützenplatz Bemerode gelegen Am Sandberge mit angrenzendem Fußballfeld ins Auge gefasst. Den Schützen hat sie bereits Ersatz angeboten.

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Dass Hannover angesichts der steigenden Schülerzahlen ein weiteres Gymnasium braucht, ist unter den Schulpolitikern relativ unstrittig. Allerdings fühlen sich einige Ratspolitiker übergangen – im Schulausschuss hat die Dezernentin bisher keine Pläne vorgestellt. Über mögliche Standorte wurde nie gesprochen. In der Bürgerversammlung präsentierte Rzyski dagegen bereits einen möglichen Zeitplan. Das Bebauungsplanverfahren würde demnach im ersten Halbjahr 2018 starten, Planung und Bau grob ab 2020.

Weitere Grundschule am Kronsberg geplant  

„Gegen den Standort hätte ich nichts einzuwenden. Aber ich erwarte, dass die  Dezernentin uns auch informiert“, kritisiert Stefanie Matz, CDU-Fachfrau für Schulen. Erst in der Bürgerveranstaltung erfuhr Matz, dass die Stadt außerdem eine weitere Grundschule am Kronsberg plant. Der Vorsitzende des Schulausschusses Bruno Adam Wolf (Piraten) spricht von „autokratischen Entscheidungsprozessen“. Dennoch befürwortet er den möglichen Standort. „Aus dieser Ecke der Stadt fahren die Kinder oft bis in die Südstadt zum nächsten Gymnasium.“ Auch Patrick Döring (FDP) sagt, es sei überrascht von den Plänen. „Die Entwicklung der Schülerzahlen erfordert aus unserer Sicht aber ein zusätzliches Gymnasium.“

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Kritisch reagiert allerdings die Leitung der IGS Kronsberg auf eine womöglich bevorstehende Nachbarschaft mit einem Gymnasium. „Wir finden die Pläne höchst problematisch“, sagt der didaktische Leiter Rudolf Kleine-Huster. Zum IGS-Konzept gehört eine gemischte Schülerschaft von Hauptschul- bis Gymnasialniveau. Einigen IGS in der Stadt fehlen allerdings Kinder, die das Abitur anstreben. „Wir kümmern uns stark um Inklusionskinder und Sprachlernschüler, während die Gymnasien sich wegducken“, krisitiert er. Mit einem Gymnasium vor der Haustür geriete die Oberstufe der IGS Kronsberg womöglich in Schwierigkeiten.

„Es steht außer Frage, dass wir eine neue weiterführende Schule brauchen“, sagt Silvia Klingenburg-Pülm (Grüne). Die Anfängerklassen an den Gymnasien seien bereits jetzt sehr voll. Allerdings wechselten etliche Schüler später an eine IGS, wenn sie es am Gymnasium nicht schaffen. Bürgermeisterin Regine Kramarek (Grüne) befürwortet für Bemerode eher eine IGS-Erweiterung auf der Reservefläche. „Wir spielen sonst Gymnasium und Gesamtschule gegeneinander aus.“ Zu prüfen sei, ob die Oberstufe der IGS auf den Schützenplatz zieht. Die Schulverwaltung betont, die Schulform für den Reserve-Standort in Bemerode stehe bisher nicht fest.

Von Bärbel Hilbig

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