Obdachlose Familien

Hannover: Stadt quartiert Roma aus dem Burgweg in die Podbi um

In die Notunterkunft in der Podbielskistraße ziehen deutlich mehr Roma-Familien als bislang bekannt.

In die Notunterkunft in der Podbielskistraße ziehen deutlich mehr Roma-Familien als bislang bekannt.

Hannover. Die neue Notunterkunft in der Podbielskistraße 115 muss in weitaus größerem Maße als bislang bekannt obdachlose Roma-Familien aufnehmen. Denn: Der größte Anteil der Roma-Familien aus der Notunterkunft im Burgweg 5 – nach Informationen der HAZ rund 70 Personen – zieht in die List. Der Umzug soll schon um Ostern herum stattfinden. Das gab die Stadtverwaltung auf HAZ-Nachfrage bekannt. Man beabsichtige seit Langem, die Unterkunft im Burgweg 5 zu schließen. Jetzt ergebe sich erstmals die Möglichkeit, alle Bewohner in anderen Unterkünften unterzubringen, hieß es von Seiten der Stadt. Insgesamt leben derzeit 94 Roma im Burgweg 5, darunter 56 Kinder und Jugendliche. Die restlichen Roma-Familien werden nach Angaben der Verwaltung in den Unterkünften Am Annateich und Am Waterlooplatz untergebracht.

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Grundschulen wehren sich gegen zu viele Roma-Kinder

Pikant: In der Unterkunft in der Podbielskistraße leben bereits zwölf erwachsene und 23 Roma-Kinder. Die Stadt hatte sie dort Anfang des Jahres überraschend einquartiert, nachdem öffentlich bekannt geworden war, dass sie in Lahe in der Notunterkunft in der Alten Peiner Heerstraße unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Schon das hatte im Stadtteil für erhebliche Unruhe gesorgt. Der Leiter der Mengendammschule, Andreas Kathmann hatte sich im Bezirksrat darüber beschwert, dass seine Schule alle Roma-Kinder aufnehmen musste. Erfahrungen anderer Grundschulen hätten gezeigt, dass es nicht zuträglich sei, wenn sehr viele Kinder aus Romafamilien an einer Schule wären. Laut Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann sollten keine weiteren Roma-Familien an die Podbi kommen.

In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide liefen auch Lehrer und Eltern der Grundschule Gartenheim gegen die Aufnahme zu vieler Roma-Kinder Sturm. Ein Kind pro Klasse sei das Maximum, weil sonst die Regeln der Roma-Clans immer über die Regeln der Schule gehen würden, sagte Schulleiterin Katja Schröder in der Einwohnerfragestunde. Würden der Schule mehr Kinder zugemutet, befürchte man, eine Brennpunktschule zu werden. Gerade die Gartenheimschule muss sich aber in erheblichem Maße auf Schüler aus dem Kreis der Roma einstellen.

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Stadt plant doppelten Umzug

Denn die Stadt plant mit den Familien aus dem Burgweg einen „doppelten Umzug“. Sobald die neue Notunterkunft in der Alten Peiner Heerstraße in Lahe fertiggestellt ist, sollen die Burgweg-Roma aus der Podbi dorthin ziehen. Bis dahin sollen die Grundschulkinder täglich per Bus-Shuttle weiter in ihre alte Grundschule in der Wendlandstraße in Herrenhausen gebracht werden. Die Unterkunft Podbielskistraße sei aufgrund des baulichen Zustandes besser als die Unterkunft Burgweg 5, argumentiert die Stadt. Die Wohnungszuschnitte in der Alte Peiner Heerstraße seien für Familien noch besser geeignet als die in der Podbi. Deshalb sei ein zweiter Umzug geplant. Wann dieser vonstatten geht, ist völlig offen. Die Inbetriebnahme der Unterkunft in der Alten Peiner Heerstraße in Lahe verschiebt sich wegen Baumängeln seit vielen Monaten. Wie berichtet plante die Verwaltung zuletzt eine Fertigstellung „schneller als Herbst 2019“. Spätestens dann wäre die Grundschule Gartenheimstraße für die dortigen Romakinder zuständig.

Von Jutta Rinas

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