15 Wohnungen für Obdachlose

Hannover: Stadt unterstützt jetzt doch „Housing First“-Projekt

So soll der Neubau des Modellprojekts „Housing First“ in Hannover aussehen.

So soll der Neubau des Modellprojekts „Housing First“ in Hannover aussehen.

Hannover. Die Stadt Hannover unterstützt jetzt doch ein Pilotprojekt für Wohnungslose nach dem Prinzip "Housing First". Unter der Federführung der im Oktober 2018 in Hannover gegründeten Stiftung "Ein Zuhause" soll auf einem städtischen Grundstück im Karl-Imhoff-Weg im Stadtbezirk Vahrenwald-List ein Neubau mit 15 Ein- und Zweizimmerwohnungen entstehen. In dem "Wohnen und dann ..." übertitelten Projekt soll es auch gemeinschaftliche Hauswirtschafts- und Werkstatträume und einen Sozialpädagogen geben. "Wenn alles gut geht, wollen wir noch 2019 mit dem Bauen beginnen", sagte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Prof. Eckart Güldenberg, am Mittwoch. "Housing first" bedeutet, dass man Obdachlosen eine feste Wohnung gibt, bevor man sich um Drogen- oder Alkoholsucht, Langzeitarbeitslosigkeit oder Verwahrlosung kümmert. In Hannover hat bereits die evangelische Landeskirche ein Mini-Modulhaus für Obdachlose gebaut. Vom Kölner Verein Little Home, gegen den derzeit die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Spendengeldern ermittelt, stammt eine spartanischere Variante.

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Verwaltung zweifelte noch im Dezember an „Housing First“

Die Stadtverwaltung dagegen hatte sich noch Ende 2018 äußerst zurückhaltend gegenüber einem "Housing First"-Modellprojekt gezeigt. Das Mehrheitsbündnis hatte die Verwaltung aufgefordert, entsprechende Möglichkeiten zu prüfen. Das Ergebnis der Stadt: Man habe keine Immobilie und kein Grundstück für "Housing First". Die Verwaltung zeigte sich überdies skeptisch, ob die Umsetzung eines "Housing First"-Projektes in Hannover überhaupt erforderlich sei. Diese Zweifel sind jetzt offenbar beseitigt. "Bei dem für Hannover neuen Projekt eines Hauses, in das Wohnungslose als Mieter einziehen können, ohne zuvor diverse Hürden überwinden zu müssen, unterstützen wir die Stiftung sehr gern", sagte Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf am Mittwoch.

Grundstück war zuvor als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen

Das Grundstück im Karl-Imhoff-Weg, auf dem die Stiftung mit Hilfe des Architekturbüros Mosaik bauen will, war von der Stadt zunächst als Flüchtlings-, dann als Obdachlosenunterkunft vorgesehen gewesen. Der Bezirksrat Vahrenwald-List hatte sich dagegen ausgesprochen, da es in dem Gebiet schon sehr viele Sozialwohnungen gibt. Das Grundstück solle der Stiftung „Ein Zuhause“ im Wege eines Erbpachtvertrages übergeben werden, sagte Stiftungstreuhänder Andreas Sonnenberg am Mittwoch. Am Ende müssen die Ratsgremien entscheiden. Derzeit liefen Verhandlungen mit der Stadt, sagte Sonnenberg. Er schätzt, dass die Stiftung das Projekt mit einem Eigenanteil von 200000 Euro unterstützen muss. Dies solle über Spendengelder geschehen (weitere Infos: www.stiftung-einzuhause.de).

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Von Jutta Rinas

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