Gericht verurteilt 24-Jährige

Haushaltshilfe bestiehlt Familie von Tennisprofi Nicolas Kiefer

Die 24-jährige Frau aus Georgien wurde beschuldigt, Kleidungsstücke von Kiefers Freundin im Wert von 95.000 Euro gestohlen zu haben.

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Die Lebensgefährtin des Davis-Cup-Spielers hatte am 25. Mai die Polizei verständigt, nachdem sie etwa 400 ihrer Kleidungsstücke verstreut im Zimmer ihrer Haushaltshilfe entdeckt hatte. Das bestätigte auch der Verteidiger der Angeklagten. Außerdem fanden sich in dem Raum auch Gegenstände, die Nicolas Kiefer von seinem ehemaligen Sponsor zur Verfügung gestellt worden waren. Daraufhin nahmen die Beamten die 24-Jährige fest. Ein Haftrichter schickte die Frau noch am gleichen Tag wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Vier Wochen wartete die Georgierin im Gefängnis auf den Beginn ihres Prozesses. Vor dem Amtsgericht schilderte sie jetzt ihre Version der Dinge: Sie habe sich die hochwertige Garderobe, darunter eine Jacke im Wert von 3000 Euro, lediglich ausleihen wollen. Nach und nach habe sie die Kleidungsstücke mit in ihr Zimmer genommen und dort anprobiert. Dabei habe sie Fotos von sich in den edlen Outfits geschossen. Ein paarmal sei sie auch mit einer Handtasche von Anna F. in der Stadt gewesen. Allerdings habe sie die Designerstücke nicht versteckt, sie aber auch nicht wieder zurück in das Ankleidezimmer gehängt. Vielmehr hätten die teuren Stücke für jedermann sichtbar offen in ihrem Zimmer gelegen. Keine der „Leihgaben“ sei dabei zu Schaden gekommen. Die Gegenstände von Nicolas Kiefer, die dort ebenfalls auftauchten, darunter ein Paar Tennissocken und ein Schweißband, habe sie sich von dem prominenten Sportler signieren lassen wollen.

Die Fragen des Richters und des Verteidigers, ob Kiefer und seine Lebensgefährtin die Gegenstände und insbesondere die vielen Kleidungsstücke, die ihnen plötzlich abhandengekommen waren, nicht vermisst hätten und warum sie das Fehlen von Blusen, Schuhen und Hosen nicht viel früher bemerkt hätten, konnten im Verlauf der Verhandlung nicht geklärt werden. Auch gegenüber dieser Zeitung wollte sich Nicolas Kiefer nicht äußern.
Der Rechtsanwalt von Kiefers Freundin beharrte vor Gericht jedenfalls darauf, die 24-Jährige habe die Sachen beiseitegeschafft, um sie zu entwenden. Er beantragte eine siebenmonatige Bewährungsstrafe für die Georgierin. Der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Bastian Quilitz, plädierte dagegen auf Freispruch.

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Richter Sebastian Schuster wertete allein das Herausnehmen der Kleidungsstücke aus dem Ankleidezimmer als Diebstahl und verhängte eine Strafe von 100 Tagessätzen à 10 Euro gegen die Angeklagte. Damit ist die 24-Jährige vorbestraft. Ihren Job im Hause Kiefer ist die Georgierin ebenfalls los.

Die Lebensgefährtin des Spitzensportlers – sie ist schwanger – hat den Vertrag mit sofortiger Wirkung gekündigt.

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