Sommertypen

Heiße Typen

Wie ein Krebs

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Ein Tag ohne Sonne ist ein verlorener Tag – zumindest für die Sonnenanbeterin. Da in Deutschland die Sonne leider viel zu selten scheint, nutzt sie jeden noch so kleinen Sonnenstrahl aus. Auf der Wiese im Park scheint ihr nicht einmal die Mittagshitze etwas anhaben zu können. Sonnenbrand und Hitzestich kommen als Vokabeln in ihrem Wortschatz nicht vor. Es gilt das Motto: „Nach rot kommt braun.“ Schon in den Frühlingstagen erschummelt sie sich eine gewisse Grundbräune im Solarium. Die Sonnenanbeterin lässt sich auch nicht vom Brutzeln abhalten, wenn ihre Haut langsam ledrig wird. Krebs und lichtbedingte Hautalterung hält sie für Erfindungen der Sonnencremeindustrie. Sie ist so damit beschäftigt braun zu werden, dass ihr gar nicht auffällt, dass sie eher aussieht wie ein Krebs.

Kira von der Brelie

Grumpy Guy

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Mit mürrischem Gesichtsausdruck blickt der Jammerlappen der Sonne entgegen: „Es ist viel zu heiß, ich schwitze übertrieben. Das nervt doch!“ Mit Hingabe philosophiert er über die Unannehmlichkeiten, die das Sommerwetter so mit sich bringt. Er hat es aber wirklich nicht leicht: Von der stickigen Sommerluft bekommt er Kopfschmerzen. Und an lernen ist so gar nicht zu denken: „Wie soll ich denn so die Prüfungen bestehen?“ klagt er. Vor allem den Sonnenanbeterinnen geht er damit tierisch auf den Geist. Doch er hat Glück: Am nächsten Tag kühlt es sich deutlich ab. „Viel zu kalt dafür, dass Sommer ist“, lautet sein Urteil. Der Wettergott kann sich bemühen, wie er will: Dem Jammerlappen wird er es nie recht machen.

Maike Brülls

Stubenhocker

Er fehlt beim Treffen der Studie-Clique. Wie immer im Sommer. Draußen kann es noch so schön sein, der Stubenhocker sitzt in seinem abgedunkelten WG-Zimmer. Seine einzigen Lichtquellen sind sein Laptop und der durchgehend laufende Fernseher. Die einzige Person, die er trifft, ist der Pizza-Bote an der Wohnungstür. Ansonsten geht er nur auf die Toilette und kurz in die Küche, um Essen zu holen. Frische Luft bekommt er höchstens mal durchs Fenster, wenn er es für fünf Minuten auf „Kipp“ stellt. Das muss reichen für den Tag.

Den Kumpels hat er abgesagt: Er müsse lernen, und gegrillt habe er schon gestern. Seine Freunde hören gar nicht mehr hin. Sie wissen: In Wirklichkeit gammelt der Stubenhocker einfach vor sich hin.

Vincent Reinke

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Genuss pur

Mit geschlossenen Augen und einem sanften Lächeln auf den Lippen reckt die Genießerin ihr Gesicht in Richtung Sonne. Genussvoll streckt sie ihre Beine aus und fischt eine Erdbeere aus dem Picknickkorb, der neben ihr steht. Sie will genauso viele Sonnenstrahlen aufnehmen wie ein asiatischer Tourist Fotos von Sehenswürdigkeiten. Deshalb gibt es Frühstück auf dem Balkon, zur Uni geht es mit dem Fahrrad und danach ins Freibad zum Schwimmen. Den Abend lässt die Genießerin in einer Open-Air-Strandbar mit einem Cocktail in der Hand ausklingen. Keine Minute will sie im Sommer drinnen verbringen. Wenn sie könnte, würde sie sogar jede Nacht in einem Zelt im Park um die Ecke schlafen. Oder noch besser: direkt unter freiem Himmel. Sterne beobachten und die Ruhe genießen.

ZiSH

Wasser marsch!

Sommerzeit ist Badezeit. Für die Wasserratte gibt es dann nur ein Ziel: Auf geht’s an den See oder ins Freibad. Badehose und Handtuch hat sie sofort griffbereit, selbst ihre Luftmatratze ist die gesamte Wintersaison aufgepumpt gewesen. Während die Freunde im kalten Wasser frieren, zieht sie eine Bahn nach der anderen und taucht von einem Beckenrand zum anderen – zwischen ihren Fingern müssten sich eigentlich Schwimmhäute bilden. Beim Grillen hat sie noch nicht genug vom Wasser: Also bespritzt sie ihre Freunde mit dem Gartenschlauch. Wenn die über unangenehm an der Haut klebende T-Shirts und Wasser in den Ohren jammern, freut sie sich über die Abkühlung. Beim Essen kippt sie literweise Wasser in sich hinein. „Trinken, trinken, trinken! Das ist wichtig.“ Nur ab und zu verschwindet sie – aufs Klo.

Vincent Reinke

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Ice-Ice-Baby

Es schmilzt. Der erste Tropfen löst sich von der Eiskugel und droht Richtung Boden zu fallen. Doch plötzlich schnellt eine Zunge hervor. Wie ein Frosch seine Fliege erwischt die Eiskönigin den Tropfen noch vor dem Fall. Das Eis ihrer besten Freundin schmilzt derweil in der Sonne und hinterlässt klebrige Finger und Flecken auf dem T-Shirt. Dabei hatte sie doch nur zwei Kugeln und die Eiskönigin gleich vier. Die Eiskönigin weiß auch, wo sie das beste Eis bekommt. Sie weiß, wo die Kugeln am größten und die Preise am kleinsten sind. Trotzdem muss sie sich nicht vor ein paar Kilos mehr auf der Waage fürchten. Das müssen ihre Freunde neidlos anerkennen. Zum Glück scheint ihr Körper das Eis in gute Laune statt in Hüftspeck umzuwandeln.

Theresa Kruse

Bleichgesicht
Vornehme Blässe – das ist bei der Schattensucherin untertrieben. Sobald die Sonne stärker scheint, versteckt sie sich am liebsten im Schatten dicker Bäume. Sie bekommt schnell Sonnenbrand. Und ist das genaue Gegenteil der Sonnenanbeterin. Wenn sie mit Freunden ins Freibad geht, hält sie Ausschau nach schattigen Plätzen. Allein liegt sie mit Strohhut und langarmigem Shirt unterm Baum. Braun wird sie selten bis gar nicht. Dafür sorgt der dick aufgetragene Lichtschutzfaktor 50. Die Sonne macht faltig und kann Krebs auslösen – und davor hat die Schattensucherin regelrecht Panik. Hat sie ihre Sonnencreme vergessen, fährt sie direkt wieder nach Hause. Der drohende Sonnenbrand muss schnell mit Après-Sun-Creme behandelt werden.

Kira von der Brelie

Herr der Wurst

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Stolz wie ein Neandertaler nach der Jagd öffnet der Grillmeister die XXL-Würstchenpackung. Mit Schürze und Grillzange schaut er auf die glühende Kohle. Wann es Zeit ist, die Würstchen auf den Rost zu legen, weiß er genau. Kaum hat das Außenthermometer 15 Grad überschritten, öffnet er den Grillkohlesack. Das Fleisch und die extra scharfe Barbecue-Soße mit dem Warnhinweis „100 Prozent Pain“ liegen stets bereit. Draußen, in der Natur, genießt er die Ruhe am Rost – hier ist er Chef. Niemand seiner Freunde würde sich einmischen in die Wissenschaft aus Röst­aromen und Idealtemperatur. Bis der Jammperlappen sich neben ihn stellt: Das Fleisch ist ihm zu knusprig. Der Grillmeister schweigt. Seine Grillzange behält er fest in der Hand.

Sina Sommerfeld

Fit for Fun

Morgens um 6.30 Uhr klingelt schrill der Wecker. Doch der Aktive ist schon längst wach. Schwungvoll rollt er sich aus dem Bett, direkt in seine Laufschuhe. Mit einer Runde Frühsport startet es sich doch viel besser in einen neuen Tag, findet er. Zur Uni fährt er natürlich nicht mit der Bahn, sondern mit dem Rad. Wer rastet, der rostet, heißt es schließlich. Und so geht der Aktive direkt nach den Vorlesungen eine Runde schwimmen, bevor er sich mit seinen Kommilitonen zum Beachvolleyball trifft. Während bei über 30 Gard im Schatten einige Kumpels dem Hitzetod nahe sind, ist das T-Shirt des Aktiven nicht einmal ansatzweise verschwitzt. Doch der Aktive ist kein Unmensch: Er fordert die Runde zu einer Wasserpistolenschlacht heraus. Die gewinnt er auch – hinter ihm kommt keiner her.

Zish

Macho Man

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Im Sommer kann der Exhibitionist endlich bewundert werden. Wie in Zeitlupe lässt er am Baggersee lässig sein offenes Hemd von den Schultern gleiten und präsentiert seinen gestählten Astralkörper. Während er mit halb geschlossenen Augen und leicht gehobenem Kinn verwegen über den See blickt, stellt er sich seine Fans vor. In seinem Tagtraum jubeln sie ihm zu und strecken sich vergeblich nach seinen wohlgeformten Muskeln. Daran hat der Exhibitionist schließlich den ganzen Winter gearbeitet und stundenlang Gewichte gestemmt. Selbst die verrückteste Quark-Diät konnte ihn nicht abschrecken. Wenn der Exhibitionist gerade mal nicht von sich selber träumt, übersieht er gerne, dass da keine Fans sind. Aber ganz alleine liegt er ja nie am See. Er hat ja seine Muskeln.

Theresa Kruse

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