Besucherzahlen

Heißes Wetter, miese Zoo-Bilanz

Gerade erst hat der Zoo eine Elefantenfamilie nach Brüssel verabschiedet.

Gerade erst hat der Zoo eine Elefantenfamilie nach Brüssel verabschiedet.

Hannover. Erneut macht das Sommerwetter dem Zoo Hannover einen Strich durch die Rechnung. Nachdem im vergangenen Jahr wegen des wechselhaften Wetters in den Sommermonaten deutlich weniger Besucher in den Zoo gekommen waren, hat jetzt die langanhaltende Hitzewelle für einen Einbruch bei den Besucherzahlen gesorgt.

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„Leider war das Sommergeschäft deutlich unter den Erwartungen“, sagt Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer auf Anfrage der HAZ. Der Zoo habe „nach dem verregneten Sommer im letzten Jahr auf mehr Sonne in diesem Jahr gehofft, aber das war dann doch deutlich zu heiß“. Im Wirtschaftsplan für das laufende Jahr war der Zoo von 1,22 Millionen Besuchern ausgegangen. Bis jetzt lägen die Besucherzahlen knapp unter denen des vergangenen Jahres, berichtet Hagenmeyer. „Daher besteht, je nach Entwicklung des Herbst- und Wintergeschäfts, die Gefahr, dass sich das Geschäftsjahr wirtschaftlich analog des letzten Jahres entwickeln wird“, sagt die Zoo-Sprecherin.

Der Zoo kämpft sei Jahren mit einem Rückgang der Besucherzahlen. Im Eröffnungsjahr von Yukon Bay (2010) und im darauffolgenden Jahr waren noch mehr als jeweils 1,6 Millionen Gäste gekommen.

Bei den Tageskarten liege der Zoo in diesem Jahr leicht im Plus, die Jahreskarteninhaber kommen allerdings seltener als im Vorjahr. Der Zoo führt das auf die Behinderungen durch die Baustelle im Eingangsbereich zurück. Der neue Eingang soll im Winter fertig werden.

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Welche konkreten finanziellen Auswirkungen der Besucherschwund hat, sagte der Zoo nicht. Im vergangenen Jahr machte der Zoo ein Defizit von 2,58 Millionen Euro, im Wirtschaftsplan war nur eine halbe Millionen Euro eingeplant. 2017 kamen gerade einmal etwas mehr als eine Million Besucher. Eigentlich hatte der Zoo für 2017 mit knapp 1,3 Millionen Besuchern gerechnet.

Das direkt neben dem Zoo gebaute Panorama sollte dem Zoo weitere Besucher bringen. Aber der Effekt ist bisher ausgeblieben, weil das Dschungel-Bild im Panorama nur wenig Besucher anlockt.

Verluste in den vergangenen Jahren seien mit der guten Eigenkapitalausstattung des Zoos ausgeglichen worden, sagt Hagenmeyer. Derzeit werde von der Geschäftsführung eine Mehrjahresplanung erstellt, die dem Aufsichtsrat dann im November präsentiert werden soll. Eine Anhebung der Eintrittspreise sei derzeit auch für das nächste Jahr nicht geplant.

Der Zoo hofft jetzt auf einen schönen Herbst. Seit Ende der großen Hitze Mitte August sei auch wieder ein deutlicher Besucherzustrom zu beobachte. Seit Mitte des vergangenen Monats seien 5,2 Prozent mehr Besucher in den Zoo gekommen, als im Vorjahr.

Die Regionspolitik beginnt unterdessen zu murren. Man müsse sehen, wie der Zoo wieder eine bessere Entwicklung nehme, sagt einer der Zoo-Experten in der Regionsversammlung. Dazu gehöre auch eine Diskussion über die Zukunft der „grünen Dose“ wie das Zoo-Panorama von Politikern genannt wird.

Von Mathias Klein

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