Konzert

Helene Fischer lockt 40.000 Fans in die HDI-Arena

Helene Fischer in der HDI-Arena.

Helene Fischer in der HDI-Arena.

Hannover. Diesmal also von unten. Dass sie nicht einfach so aus den Kulissen tritt – schon klar. Aber aus dem Bühnenboden emporzusteigen, ist fast schon Understatement für eine wie Helene Fischer, für die groß nie groß genug sein kann. Zu bunt wird es ihr ohnehin nie. Nach den ersten Bildern auf den großen Projektionswänden geht der erste Konfettiregen in der HDI-Arena nieder. Das fast komplett bestuhlte Stadion ist mit 40.000 Fans nicht ganz ausverkauft, aber fast. Einige 96er sind da, tagsüber müssen sie derzeit wegen der Auf- und Abbauarbeiten ausweichen und auf dem Gelände in der Eilenriede trainieren. Für das Heimspiel von Helene Fischer.

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Der Star sagt sich selbst an, erst vom Band, dann ins Mikrofon. Das erste von vielen Outfits ist kurzhosig, langstieflig und bauchfrei, Umhang und Haare flattern im Wind, „Flieger“ heißt das erste Lied. Da geht es textlich durch ein Wolkenmeer, losgelöst und mit aller Macht durch die Nacht. Allerdings noch nicht atemlos, das kommt später. Gefeiert wird in Hannover jetzt schon, vielleicht, weil sie ankündigt, zu „feiern, was das Zeug hält“. Vielleicht auch, weil das „H“ auf der Bühne das größte „H“ ist, das jemals in Hannover gestanden hat.

Alles ist groß hier. Es blitzt und zuckt, knallt, brennt, flammt, ein Tänzerheer wuselt um Fischer herum, jedes Lied hat sein Augenfutter, die Effektdichte ist ständig im roten Bereich. Manchmal tritt sogar einer aus der Band in den Vordergrund. Ein Saxofonsolo. Lange nicht gehört.

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Das alles hat nie den Anspruch erhoben, innovativ zu sein. Das hier ist Hochleistungsentertainment, ein permanentes Schnellerhöherweiter. Und vor allem ist es ein mehr, mehr, mehr. Niemand in dieser Größenordnung liefert so engmaschig und flächendeckend auf allen Kanälen ab wie Helene Fischer. Nahezu jedes Jahr eine Tournee, in immer neuen Formaten, mit immer neuen Kleider- und Spezialeffektkreationen. Kein normaler Rhythmus für Musiker.

Aber bei dieser Showmaschine passiert dank einer großen Profi-Entourage und einer hart arbeitenden Künstlerin alles parallel: neues Album, neue Tour, neue Weihnachtsshow, neue Werbevideos. Helene macht Mode, Helene macht Musik und Salto vorwärts.

Reise durch die Musik-Genres

Kaum vorstellbar, dass andere Künstler dieses Tempo durchhalten könnten. Bei Helene Fischer hat man sich daran gewöhnt. Sie ist halt immer da. Für ihre Fans und auch für die anderen, die Hater und Genervten, die mit ihrer – oft beschämend formulierten – Kommentarfolklore in den sozialen Medien längst Teil des Phänomens geworden sind.

In der HDI-Arena treffen sich nur die Wohlwollenden, für die Helene Fischer der uneingeschränkte Superstar ist oder zumindest zum Partykanon gehört. „Phänomen“, „Fehlerfrei“, „Und morgen früh küss' ich dich wach“, alles Foxmusik für Discopaare. Mal auf Rock arrangiert, mal Latino, mal Dancehall. Fischer covert „Verdammt, ich lieb' dich“ und per Medley einen Schwung 90er-Hits wie in der Karaoke-Show. Ein bisschen abgucken war immer ein legitimes Mittel des Schlagers. Ben Zucker, der es im Vorprogramm gut gemacht hat, kommt für eine etwas klebrige Version von Westernhagens Pathosballade „Freiheit“ auf die Bühne. „Conga“ und Status Quo werden auch noch eingebaut. Hauptsache Party. Das Publikum ist dabei, es sitzt schon lange keiner mehr.

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Zahlreiche Kostümwechsel

Manchmal geht der Showgaul mit den Choreografen durch, etwa, wenn die Protagonistin – gleich mehrfach – wie der Papst auf einem Autodach um den Innenraum gefahren wird, damit sie dem Volk mal so richtig nah sein kann. Oder umgekehrt. Gut, dass der Schlager schon einen Gott hat.

Es folgen Kostüme in Silberglitzer, schwarz, blau und rot, es folgen mehr Konfetti, „Atemlos“ und andere Hits wie das glutrote „Herzbeben“. Stimmlich merkt man Fischer die langen Tourneeabende überhaupt nicht an. Zwei Dutzend Lieder spielt sie aus oder an, bevor nach gut zwei Stunden und abschließender Poolparty im gewässerten Bühnensteg das bunte Spektakel endet. Auf Wiedersehen? Ganz bestimmt. In der Zwischenzeit dürfen die Fußballer die Arena nutzen.

Den Konzertabend können Sie hier noch einmal in unserem Ticker nachlesen. Einige Fans warteten seit den Morgenstunden auf ihr Idol.

Von  Uwe Janssen

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