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Architektenkammer

„Heute ist Hannover Architekturhauptstadt“

„Große Fußstapfen“: Der neue Kammerpräsident Robert Marlow (v. li.), Vorgänger Wolfgang Schneider, Bundeskammerpräsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann und Bauminister Olaf Lies.

„Große Fußstapfen“: Der neue Kammerpräsident Robert Marlow (v. li.), Vorgänger Wolfgang Schneider, Bundeskammerpräsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann und Bauminister Olaf Lies.

Hannover.Viel gelacht haben sie am Donnerstagabend im Festsaal des Alten Rathauses. Es ging um das Verhältnis von Architekten, Bauherrn und Öffentlichkeit: Festredner Gerhard Metzig von der „Süddeutschen Zeitung“ zeichnete anhand zahlreicher Klischees ein skurriles Bild der Planerbranche – und die lachte herzlich über sich selbst.

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Der eigentliche Anlass war der Abschied des langjährigen Kammerpräsidenten Wolfgang Schneider, der sich nach drei Amtszeiten und 15 Jahren Engagement verabschiedete. „Ich bin sicher, sie hätten Dich auch wiedergewählt“, sagte die Präsidentin der Bundeskammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, „aber Du hast ja nicht wieder kandidiert.“

Walter Hirche, ehemaliger Landeswirtschaftsminister und heute Schirmherr der kammernahen Lavesstiftung, lobte: „Das Motto unserer Stiftung, Bauen ist Kultur, könnte als Motto über der Schaffenszeit von Wolfgang Schneider stehen.“ Der amtierende Bauminister Olaf Lies forderte die Branche auf, falsche Bescheidenheit abzulegen und stolz auf das zu sein, was sie an gebauter Umwelt geschaffen hat: „Heute ist Hannover Architekturhauptstadt.“ Das gab – natürlich –Applaus.

Mehr als 300 Gäste feierten mit Schneider und seiner Frau Christiane im Festsaal des Alten Rathauses. Der 70-Jährige aus Kleefeld ist mit seinem Abschied zum Ehrenpräsidenten der Kammer ernannt worden, ein selten gewährter Titel.

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Nachfolger Robert Marlow (59) aus Wennigsen war wenige Stunden zuvor ohne Gegenstimmen zum neuen Kammerpräsidenten gewählt worden. Er kündigte an, sich für eine längere Ausbildung von Architekten stark machen zu wollen – derzeit beträgt sie nur sechs Semester, ein Eintrag in die Kammerrolle aber ist erst nach acht Semestern möglich. Zudem müsse die Politik dringend mehr Masterstudienplätze einrichten. Er versprach, sich für die Brancheninteressen intensiv einzusetzen: „Es sind große Fußstapfen, aber ich werde mein Bestes geben.“ Schneider prophezeite seiner Frau: „Robert wird nicht immer pünktlich zuhause sein.“ Er weiß nach 15 Jahren, wovon er spricht.

Von Conrad von Meding

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