Teilnehmer für Studie gesucht

Hilft Bewegung auch älteren Couchpotatoes?

Studien-Mitarbeiter Marius Näfe (rechts) testet per Belastungs-EKG die Fitness von Jan Philipp Schuchardt.

Studien-Mitarbeiter Marius Näfe (rechts) testet per Belastungs-EKG die Fitness von Jan Philipp Schuchardt.

Hannover. Dass Bewegung die Gesundheit fördert, ist bekannt. Dennoch raffen sich viele Erwachsene nur noch selten auf und verschieben das Joggen oder den Besuch im Fitnessstudio ein ums andere Mal. Ist es dafür irgendwann zu spät? Mit einer Studie wollen die Professoren Andreas Hahn und Karsten Krüger von der Leibniz-Universität herausbekommen, ob Sport und veränderte Ernährung auch Menschen noch helfen können, die jahrelang nichts für ihre Gesundheit getan haben.

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„Es ist bisher nicht untersucht, wie stark bislang körperlich inaktive Personen im mittleren oder etwas höheren Lebensalter von körperlicher Aktivität und einer verbesserten Ernährung profitieren können“, berichtet Ernährungswissenschaftler Hahn. Die Forscher suchen deshalb Menschen von 50 bis 70 Jahren, die seit mindestens zwei Jahren nicht mehr regelmäßig Sport wie Schwimmen, Laufen oder Fitnesstraining getrieben haben. Ausgenommen sind Alltagsaktivitäten, also Putzen oder Einkaufen.

Denn gerade mit zunehmendem Alter treten körperliche Veränderungen ein, die ein Gegensteuern um so wichtiger machen. Die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nimmt ab, Muskulatur und Knochenmasse schwinden. „Regelmäßige körperliche Aktivität kann dem entgegenwirken“, betont Hahn. Das ist grundsätzlich erwiesen. Für die Studie Bewegung, Ernährung und Gesundheit (Beginn) arbeiten nun Ernährungs- und Sportwissenschaftler zusammen, weil sie genauer wissen wollen, wie Sport und Ernährung zusammenwirken und in welcher Kombination eine Verhaltensänderung die besten Ergebnisse verspricht.

Zweimal wöchentlich Kraft- und Ausdauertraining

Dazu teilen Hahn und Sportwissenschaftler Karsten Krüger die Testpersonen in mehrere Gruppen. Alle Studienteilnehmer trainieren zweimal pro Woche eine Stunde lang Kraft und Ausdauer in kooperierenden Sportstudios. Eine Gruppe nimmt zusätzlich Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen entgegenwirken sollen. „Unterschwellige Entzündungen im Körper nehmen mit dem Alter zu und sind Risikofaktoren für verschiedene Krankheiten“, erklärt Hahn. Ein Teil der Probanden stellt seine Ernährung unter Gesundheitsaspekten um.

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Vor und nach der zwölf Wochen langen Trainingsphase erheben die Wissenschaftler Immunfunktion, Ernährungs- und Gesundheitsstatus sowie das Wohlbefinden der Teilnehmer. Bisher suchen die Forscher noch Testpersonen, die allerdings keine chronischen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Diabetes aufweisen dürfen. Die Sportstudios liegen in Hannover, Garbsen, Gehrden, Laatzen und Wunstorf, weitere in Hameln, Hildesheim und Bad Münder. Kontakt: Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung per Mail unter wasserfurth@nutrition.uni-hannover.de oder telefonisch unter (0511) 7 62 37 33 oder (0176) 44 40 09 70.

Von Bärbel Hilbig

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