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Leibniz-Universität Hannover

Hochschule baut Haus für Lehramtsstudenten

So sieht der Neubau für die Leibniz School of Education im Entwurf aus.

So sieht der Neubau für die Leibniz School of Education im Entwurf aus.

Nordstadt.Ein Neubauvorhaben der Leibniz-Universität stößt bei den direkten Nachbarn auf Gegenwehr. Sie befürchten Einschränkungen während der Bauarbeiten und auch danach eine stärkere Lärmbelastung. Die Hochschule plant in der Straße Im Moore für rund 15 Millionen Euro ein eigenes Gebäude für ihre Lehrerausbildung, die sie zumindest dem Namen nach bereits als Leibniz School of Education zusammengefasst hat. Gleichzeitig will sie den Zugang zum Welfengarten und dem Uni-Hauptgebäude an dieser Stelle neu gestalten. Für den Neubau wird das „versunkene Schlösschen“ abgerissen, ein deutlich kleineres Haus, in dem Büros für rund 20 Mitarbeiter untergebracht sind.

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Im Neubau sind auf 2300 Quadratmetern Nutzfläche ein Hörsaal mit 250 Plätzen, fünf Seminarräume, gut 100 Büroarbeitsplätze sowie Lernmöglichkeiten für Studenten vorgesehen. Die Leibniz School of Education will in dem Gebäude Grundlagen des Lehramtsstudiums an einem zentralen Ort vermitteln. Im Herbst will die Leibniz-Universität den Bauantrag einreichen, voraussichtlich im Winter Bäume fällen und im Frühjahr 2019 den Abriss starten. Die eigentlichen Bauarbeiten gehen nach bisheriger Planung von Herbst 2019 bis 2020/21.

Der Baustellenverkehr soll durch die Straße Am Puttenser Felde laufen, bisher eine Sackgasse. Die Einrichtung der Baustelle sei ein riesiges logistisches Problem, räumt Horst Bauer, Baudezernent der Leibniz-Universität, ein. „Wir werden die Straße öffnen müssen und drei Jahre den gesamten Zulieferverkehr hindurchführen.“ Da der Neubau direkt an der Straße Im Moore entsteht und an bestehende Wohnhäuser anschließt, fehle dort der Platz. „Es nützt nichts, darum herum zu reden. Für die Anwohner wird das eine Belastung.“

„Die Uni glaubt, sie kann machen, was sie will“, empört sich ein Anlieger und stellt die Rechtmäßigkeit der Planungen infrage. Im Bezirksrat Nord kritisierten kürzlich etliche Nachbarn das Vorhaben, einige befürchten Schäden an den eigenen Häusern. Für die Größe der Fläche sei der Bau überdimensioniert. Anwohner fordern, andere Uni-Grundstücke als Standort für den Neubau zu prüfen oder ihn gleich mitsamt der Studenten nach Garbsen zu verbannen. „Wir leben bereits mit einer extremen Lärmbelästigung, denn im Otto-Klüsener-Haus laufen regelmäßig Partys“, berichtet eine Frau. Das Gebäude der Maschinenbau-Studenten liegt in direkter Nachbarschaft und die sind für ihre Feste bekannt. Die Anwohnerin erwartet nun Ähnliches von den angehenden Lehrern. „Wir können unsere Fenster im Sommer nicht öffnen und sind gegen diese ganzen Massen an Studenten.“

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Uni-Baudezernent Bauer weist den Vorwurf zurück, gegen Baurecht zu verstoßen. „Wir sind wie private Bauherren verpflichtet, einen Bauantrag einzureichen.“ Mit der Stadt gab es in Vorfeld Gespräche, ob das Vorhaben mit Bebauungsplan und städtebaulichen Zielen vereinbar ist. Stadtbaurat Uwe Bodemann war 2017 an der Jury des Architektenwettbewerbs beteiligt.

Die Anwohner befürchten auch mehr Verkehr und damit Gerangel um knappe Parkplätze. Eine Nachbarin beklagt Lärm, Müll, Flaschen und Autos. Bauer runzelt die Stirn. „Ich glaube nicht, dass sich alle Probleme in der Nordstadt auf die Studenten projizieren lassen.“

Was ist die Leibniz School of Education?

Mehr als 5000 Studenten an der Leibniz-Universität wollen Lehrer werden. Die Lehramtsstudenten sind die größte, allerdings keineswegs eine einheitliche Gruppe an der Hochschule. In Hannover bereiten sich angehende Sonderpädagogen, Lehrer für Gymnasien und Berufsbildende Schulen auf ihren Beruf vor. Bisher sind sie über die ganze Stadt verstreut, auch weil sie je nach ihrem späteren Unterrichtsfach gemeinsam mit Mathematikern, Germanisten oder anderen studieren. Die didaktischen und pädagogischen Grundlagen sollen die Lehramtsstudenten künftig an zentraler Stelle in einem eigenen Gebäude erlernen. Die Leibniz School of Education hat bereits 2016 das Zentrum für Lehrerbildung abgelöst, beteiligt sind sechs der neun Fakultäten der Uni.

Von Bärbel Hilbig

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