Interview

„Ich mach’s mal für ein Jahr“

Hannes Bondesen ist Leiter der Segelschule.

Hannes Bondesen ist der Leiter der Segelschule.

Südstadt. Was für ein schöner Tag - wie gemacht, um mit einem Boot raus auf den Maschsee zu fahren. Wo haben Sie eigentlich selbst Segeln gelernt, Herr Bondesen?

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In Hamburg auf der Alster. Bei der Segelschule, die am Steg gegenüber vom Hotel Atlantic ist. Aber eigentlich konnte ich schon vorher segeln.

Wie kam denn das?

Ach, das hatte ich von meinen Eltern gelernt. Wissen Sie, mein Vater wollte immer zur See fahren. Aber das konnte er nicht wegen der Augen. Früher musste man ein Gesundheitsattest beibringen, wenn man zur See fahren wollte - und die Augen meines Vaters waren einfach zu schlecht. Ich habe dann quasi seinen Wunsch erfüllt.

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Das klingt aber nicht, als hätten Sie das ungern getan ...

Nein, auf keinen Fall. Ich bin dann ab 1956 acht Jahre zur See gefahren, bis zur großen Fahrt. Ich darf alles fahren, jede Größe.

Auch die großen Containerschiffe?

Ja, die auch. Aber das sind doch keine Schiffe mehr. Das sind schwimmende Möbelstücke. Grauenvoll.

Wie sind Sie denn dann eigentlich nach Hannover gekommen?

Mit dem Auto? Nein, Spaß bei Seite. Es gab da jemanden, der wollte eine Yacht kaufen. Der sprach mich an. Er meinte: „Ich suche jemanden, der sich entweder um meine neue Yacht auf der Ostsee oder um die Segelschule in Hannover kümmert.“ Und da ich ein paar Leute kannte, die ebenfalls was anderes machen wollten, habe ich mich für Hannover entschieden. Ich habe gesagt: „Ich mach’s mal für ein Jahr.“

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Daraus wurden dann 46 Jahre. Haben Sie nie überlegt, zurück in Ihre Heimatstadt Hamburg zu gehen?

Nein, nie.

Echt nicht? Warum?

Hannovers Grünbereich ist doch ein Traum! Das finden Sie in Hamburg höchstens an der Elbe. Außerdem habe ich hier so viele nette Leute kennengelernt. Und diese Hannoveraner, die dauernd auf ihre Stadt schimpfen - also, ich finde das nicht in Ordnung. Diese Stadt ist doch einfach ideal.

Aber ab und zu fahren Sie schon noch an die Elbe?

Ja, sicher, meine Schwester wohnt noch in Hamburg.

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Hier in Hannover sind Sie ja auch in Sachen Segeln eine nahezu uneingeschränkte Autorität.

Ja, klar. Ich sage mal so: In Hamburg ist die Konkurrenz derjenigen, die sich mit dem Segeln auskennen, natürlich ungleich größer.

Am Sonntag war jetzt Ansegeln. Was machen Segellehrer eigentlich im Winter?

Da sind sie Skilehrer. Nein, im Ernst, im Winter geben wir unsere Theoriekurse. Außerdem machen wir Urlaub.

Gehen Sie im Urlaub segeln?

Ja, klar. Wir fahren seit 40 Jahren in die Karibik. Da ist im Winter Saison. Die endet im April. Dann kommen die Hurricans, na ja, dann geht es einfach etwas schneller. (grinst)

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Aber dann sind Sie ja zurück. Worauf freuen Sie sich eigentlich jetzt am meisten?

Auf die vielen netten Kontakte. Ich lerne ja immer viele Menschen kennen.

Wie viele Boote haben Sie hier denn liegen?

Das sind so an die 30 Segelfahrzeuge. Früher waren das mehr.

Wie kommt das?

Das Freizeitangebot ist einfach sehr viel größer geworden. Schauen Sie sich doch einmal am Maschsee um. Da gibt es die Inlineskater, die Walker, die am Stock gehen, die Jogger. Und wenn man ganz ehrlich ist: Ein Jogger in seinen schicken Klamotten, der im Regen steht, sieht meist immer noch super aus. Wenn ein Segler auf dem Maschsee in einer Flaute steckt und es regnet, sieht er nicht so toll aus.

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Trotzdem hat das Segeln ja eine gewisse Faszination. Sie sind seit 1968 in Hannover. Da kennen Sie sicherlich einige Familien.

Ja, und bei manchen waren inzwischen schon die Enkel bei mir, um Segeln zu lernen.

Interview: Heike Schmidt

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